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Brandenburg/Havel Havarierter Schlepper: Leck-Suche geht weiter
Lokales Brandenburg/Havel Havarierter Schlepper: Leck-Suche geht weiter
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18:16 14.01.2016
Kurz angebunden: Der havarierte Schlepper. Quelle: André Wirsing
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Brandenburg/H

Der havarierte Schleppdampfer auf dem Silokanal schwimmt noch. Allerdings liegt er an der ganz kurzen Leine – ist so eng und fest an der Kaimauer vertäut, dass er nicht absacken kann.

Noch ist das Leck nicht gefunden, das kann auch noch eine Weile dauern. Seit drei Wochen liegt das niederländische Schiffchen am Fritze-Bollmann-Weg, am Mittwochnachmittag war Wasser eingedrungen – der Schlepper drohte vollzulaufen und zu sinken. Ein Spezialtransport-Lkw pumpte noch am Mittwochabend 10 Kubikmeter Wasser-Altöl-Gemisch aus dem Bauch des Schiffes. Am Donnerstagmorgen tat sich an der Unglücksstelle nicht viel, nur ein Boot der Wasserschutzpolizei schaute kurz nach dem Rechten. „Normalerweise legt sich ein Schubleichter neben das Havarieschiff, legt eine Stahltrosse um dessen Bauch, damit es nicht wegsackt und pumpt die ganze Soße in seinen Bauch. Da passen schließlich 430 Tonnen rein“, erzählt Kurt Lukat, ein ehemaliger Wasserschutzpolizist, der einen danebenliegenden Skipper besuchen will.

430 Tonnen passen rein

So ähnlich stellt man sich auch im Wasser- und Schifffahrtsamt WSA eine Lösung vor, sagt Schifffahrtspolizist Olaf Sill: „Wir erwägen mehrere Lösungen, haben aber etwas Zeit, weil das Schiff jetzt eine stabile Lage hat.“ Der Experte hat zuerst mögliche Ursachen für den Wassereinbruch gesucht: Vielleicht hat der junge zurückgelassene Deckmann T-T, der erst seit vorigem Oktober an Bord ist, vergessen, das Seeventil zu schließen. Vielleicht ist die Verpackung der Propellerwelle ausgeschlagen, vielleicht eine Rohrleitung geplatzt, vielleicht gab es wirklich einen Ermüdungsbruch im Rumpf. „Das Schiff ist nicht so gut gepflegt wie ich es von niederländischen Kapitänen gewohnt bin“, vorsichtig sucht Sill nach den richtigen Worten.

Genaues kann man aber erst sagen, wenn man etwas sieht. In jedem Schiff gibt es eine so genannte Bilge – das ist der Hohlraum zwischen Schiffsboden und Maschinenraumfundament. Dort sammeln sich Kondenswasser und Altölrückstände. Die müssen in regelmäßigen Abständen abgepumpt werden. Das geht auch „mobil“, doch die beiden auf Entsorgung spezialisierten Bilgenboote in der Region liegen in Spandau und auf dem Rummelsburger See in Berlin. „Wir bemühen uns darum, eines von denen hierher zu bekommen, vielleicht schon am Freitag“, sagt Sill. Ironie des Schicksals: Nur wenige Stunden vor der Havarie fuhr ein Bilgenboot aus Magdeburg kommend an dem Schlepper vorbei. „Als wir dann anriefen, war es schon auf dem Wannsee.“ An diesem Freitag will der Eigner zu Sill ins Amt kommen – hat er jedenfalls gesagt.

Von André Wirsing

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