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Havelkönigin: Das war beim Voting wirklich los

Brandenburg an der Havel Havelkönigin: Das war beim Voting wirklich los

Nach der überraschenden Wahl von Celina Sophie Schönherr zur Havelkönigin in Brandenburg an der Havel wittert mancher die Weltverschwörung. Tatsächlich ging etwas Seltsames vor – ganze Klick-Armeen hatten sich vorab am Online-Voting beteiligt. Fest steht nun: diese Wahl hat Konsequenzen – aber nicht für die Gewinnerin.

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Die neue Havelkönigin: Celina Sophie Schönherr.

Quelle: Jacqueline Steiner

Brandenburg/H. Kurz nach 22 Uhr stand am zurückliegenden Samstag fest: Die jüngste aller fünf Kandidatinnen, die 18-jährige Celina Sophie Schönherr, soll künftig das Krönchen der Havelkönigin und das dazu gehörige blaue Kleid tragen. Die junge Frau hatte sich beachtlich geschlagen und durchaus mit Charme und Gefühl das Publikum für sich eingenommen. Allerdings wusste mancher in den sozialen Netzwerken und im Internet danach sofort die Weltverschwörung zu wittern.

Dazu muss man wissen: Das Lokalportal „Meetingpoint“ hatte im Vorfeld über die fünf Kandidatinnen abstimmen lassen. Und die Beteiligung dort war ungewohnt rege. Nach wenigen Tagen stand fest: Die 25-jährige Christin Schiller lag uneinholbar vorn. Von den 39 512 Klicks, die insgesamt abgegeben wurden, entfielen 53 Prozent auf die junge Frau. 38,75 Prozent entfielen auf Laura-Sophie Pahle. Mit nur 2,45 Prozent war die spätere Siegerin Celina Schönherr weit abgeschlagen.

Das ist die neue Havelkönigin

Celina Sophie Schönherr (18) besucht das Von-Saldern-Gymnasium. Nach dem Abi möchte sie eine Lehre zur Industriemechatronikerin beginnen.

Celina ist aktive Judoka, seit sie vier Jahre alt ist. Und schwimmt für ihr Leben, oft im Gördensee, der ganz in ihrer Nähe liegt.

Sie kocht gern, mag die französische Lebensart und besonders die malerische Landschaft.

Im Schrank und auf dem Dachboden hängen über 100 Kleider.

Für MP-Betreiber Christian Griebel ist klar: „So wie in diesem Jahr können wir die Abstimmung wohl nicht mehr machen.“ Insbesondere über Facebook hatten sich „Klickgruppen“ gebildet, die durch massenhafte Verteilung, auch über die Stadt Brandenburg hinaus, dafür gesorgt hätten, dass einzelne Kandidatinnen gelikt, also gewählt wurden, ohne dass es von dem Wähler irgendeinen Bezug zu der Kandidatin gab. Das sei nicht verboten, verzerre aber die Wertung, so Griebel. Künftig könne man derartige Abstimmungen wohl nur noch machen, wenn die Wähler registriert seien.

Havelköniginnen-Erfinder André Eckhardt sah sich in der Folge der Krönung etlichen Beschimpfungen ausgesetzt. Von Schiebung und Betrug war die Rede. Das fechte ihn nicht mehr an, sagt Eckhardt im Gespräch mit der MAZ. Diese Vorwürfe gäbe es immer. Irgendjemand sei immer der Meinung, dass es gar nicht möglich sei, dass seine Kandidatin am Ende nicht gekrönt werde.

Im Übrigen sei das Online-Voting nur eine von sechs Auswahlen. Die Kandidaten würden sich den Sponsoren stellen. Außerdem bewerte das Publikum bei der ersten Vorstellung in Mötzow, die Riege der bisherigen Königinnen werde gefragt und zwei weitere Jurys sichten die Kandidatinnen. Das Online-Votum sei nur zu einem Sechstel in der Wertung. Und von sechs Runden habe Celina Sophie Schönherr drei Runden geholt. Deshalb hätten er und sein Team natürlich auch schon am Nachmittag vor der Krönung gewusst, wer letztlich die neue Havelkönigin werde.

Eckhardt ist überzeugt: Die Richtige ist gewählt worden, obwohl sich alle toll geschlagen haben.

Von Benno Rougk

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