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Havelsee trinkt Heidehof-Wasser

Investition in die Zukunft Havelsee trinkt Heidehof-Wasser

Die Stadt Havelsee versorgt ihre Einwohner mit Trinkwasser aus eigener Produktion. Damit die Aufbereitungstechnik für 4500 Menschen auch in Zukunft funktioniert, investiert die Kommune in die Modernisierung des Wasserwerkes am Heidehof. Trotzdem bleibt der Trinkwasserpreis stabil. Beim Abwasser sieht es anders aus.

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Planer Dietmar Winter (2.v.l.) im Gespräch mit Fachleuten in der Filterhalle.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Pritzerbe. Die Stadt Havelsee treibt die Sanierung ihres Wasserwerkes am Heidehof weiter voran. Bei laufendem Betrieb werden gerade die von der Filterhalle zu den 450 Kubikmeter fassenden Reinwasserbecken führenden Rohrleitungen erneuert. „Außerdem lassen wir Luftfilteranlagen in das Reinwasserhaus einbauen, um Feinstaub von den Wasserbecken fernzuhalten“, erklärte Dietmar Winter bei der Baubesprechung in dieser Woche. Winter plant und überwacht für die pbv Potsdam GmbH die Modernisierung der über 40 Jahre alten Aufbereitungstechnik.

Eigenbetrieb schreibt schwarze Zahlen

Die Stadt Havelsee und die in Senftenberg ansässige WAL Betriebsführung GmbH wollen auch in den nächsten zehn Jahren eng zusammenarbeiten. Deshalb haben die Stadtverordneten für diesen Zeitraum eine Kündigungsverzichtserklärung beschlossen.

Eigentlich wäre der 2009 abgeschlossene Vertrag alle zwei Jahre kündbar. Das Recht zur außerordentlichen Kündigung bei etwaigen Vertragsverletzungen bleibt unberührt.

Der Eigenbetrieb der Stadt Havelsee für die Wasserversorgung und Schmutzwasserentsorgung hat auch 2014 schwarze Zahlen geschrieben. Es wurde ein Jahresgewinn von rund 106 000 Euro erwirtschaftet. Geschmälert wird der Gewinn unter anderem durch die kostenintensive Aufstellung von Geruchskillern (Nutriox), zum Beispiel in Kützkow.

Weil es zwei Reinwasserbecken gibt, können die Sanierungsarbeiten durch Leitungsumschlüsse bei laufendem Betrieb erfolgen. Nur für die kurze Zeit der Einbindung der neuen Hauptleitung wird das gefilterte Wasser von den drei Reinwasserpumpen direkt ins Netz gedrückt. In der Filterhalle laufen noch Austauschmaßnahmen an alten Leitungen, die durch Edelstahlrohe ersetzt werden.

160 000 Euro investiert der Eigenbetrieb der Stadt Havelsee, um das Wasserwerk bis Ende März 2016 fit für die Zukunft zu machen. In einem ersten Bauabschnitt waren zwei nicht mehr benötigte Rohrgitterkaskaden außer Betrieb genommen worden, es erfolgte der Austausch zweier Filterkessel und die Steuerungstechnik wurde modernisiert. „Dank der stabilen wirtschaftlichen Lage des Eigenbetriebes können wir die Investition ohne einen Griff in den kommunalen Haushalt realisieren“, freut sich Havelsee-Bürgermeister Günter Noack. Die Stadt betreibt auch ein eigenes Klärwerk, das eine Modernisierung bereits hinter sich hat.

Anlagenfahrer Hartmut Engler  in der Schaltzentrale des kommunalen Wasserwerkes

Anlagenfahrer Hartmut Engler in der Schaltzentrale des kommunalen Wasserwerkes.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Das Wasserwerk, das seinen Rohstoff im Wechsel aus vier Brunnen zwischen Seelensdorf und Heidehof bezieht, versorgt rund 4500 Menschen in Pritzerbe, Fohrde, Hohenferchesar, Marzahne, Fohrde und Tieckow mit Trinkwasser. Jenseits der Havel sind Kützkow, Bahnitz und Möthlitz angeschlossen. Pro Jahr werden etwa 120 000 Kubikmeter Trinkwasser aufbereitet. Sowohl für das Wasserwerk als auch für die Kläranlage hat Havelsee die Wasserverband Lausitz Betriebsführungs GmbH (WAL) mit der technischen und kaufmännischen Betriebsführung beauftragt.

Für die kommenden Jahre 2016/17 kann die Kommune den Trinkwasserpreis stabil halten. So haben es die Stadtverordneten auf der Grundlage einer aktuellen Gebührenkalkulation beschlossen. So bleibt es bei einem Kubikmeterpreis von 1,85 Euro Brutto. Auch bei den Grundgebühren ändert sich nichts. Dafür geht beim Abwasser der Preis nach oben, um künftige Unterdeckungen zu vermeiden. Für nicht beitragsbelastete Nutzer erhöht sich der Kubikmeterpreis um fünf Cent von 4,96 auf 5,01 Euro. Beitragsbelastete Nutzer zahlen künftig 24 Cent mehr. Für sie erhöht sich der Kubikmeterpreis von 3,59 auf 3,83 Euro. Fäkalschlamm bleibt unverändert bei 30,59 Euro, Fäkalwasser erhöht sich um 78 Cent auf 13,78 Euro.

Von Frank Bürstenbinder

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