Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg/Havel Havelstadt kämpft in Potsdam für Kreisfreiheit
Lokales Brandenburg/Havel Havelstadt kämpft in Potsdam für Kreisfreiheit
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:35 02.06.2016
Mit Musik und Volksfeststimmung gegen die Landespläne: Teilnehmer der Protestaktion vor dem Potsdamer Landtag. Im Hintergrund die Nikolaikirche. Quelle: Marion von Imhoff
Anzeige
Potsdam

Allein 205 Mitarbeiter der Brandenburger Stadtverwaltung haben sich am Donnerstagmorgen vor dem Potsdamer Landtag versammelt. Gemeinsam mit mehr als 800 weiteren Beschäftigten der kreisfreien Städte Frankfurt (Oder), Cottbus und weiterer Kommunen demonstrierten sie gegen die geplante Kreisreform der Landesregierung.

Zur Galerie
Auf der Bühne die Oberbürgermeister, Bürgermeister und Landtagsabgeordnete mit Moderator André Eckhardt.

Unter ihnen war auch Ina Holz, Sachbearbeiterin der Brandenburger Bauleitplanung: „Ich habe die Angst, dass Brandenburg an Bedeutung verlieren würde, wenn die Stadt ihre Kreisfreiheit verlieren würde“, begründet sie ihre Teilnahme an der Protestaktion gegen die Kreisreform. Zeitlicher Anlass für die Aktion war die für Donnerstag angesetzte Anhörung vor dem Innenauschuss des Landtages, der sich mit den Reformplänen der Landesregierung beschäftigt.

Potsdams SPD-Oberbürgermeister Jann Jakobs sagte als Präsident des Städte- und Gemeindebundes: „An dieser eindrucksvollen Demonstration kann die Landesregierung nicht vorbei.“ Martin Wilke (parteilos) stieß ins gleiche Horn, „wie viel Kraft man hier spürt, daran kann nicht vorbei regiert werden“.

In sieben Bussen nach Potsdam

In sieben Bussen waren die Brandenburger nach Potsdam gefahren. Trotzdem jeder fünfte der rund 1000 Mitarbeiter der Stadtverwaltung an der Kundgebung teilnahm, betont Rathaussprecher Jan Penkawa, die Verwaltung sei auch in dieser Zeit voll arbeitsfähig. Demonstrieren auf Anordnung des Arbeitgebers? Nein, so Penkawa, die Teilnahme sei freiwillig. Zu den Daheimgebliebenen zählte auch Angelika Jurchen, Mitarbeiterin für Öffentlichkeitsarbeit. „Mitfahren konnte, wer wollte und glaubte, seinen Arbeitsplatz für einige Zeit frei machen zu können.“ Kein Fachbereich hätte geschlossen werden müssen.

470 Brandenburger waren Jurchen zufolge nach Potsdam gereist, um ihren Unmut über die Pläne, Brandenburg einem Landkreis zuzuschlagen, kundzutun. Zu ihnen zählten auch viele Bürger der Stadt Brandenburg. Hank Teufer, CDU-Mitglied und Chef des Event-Theaters, sagte: „Ich bin hier als Bürger der Stadt Brandenburg und nutze meine Möglichkeiten als Schauspieler, für den Erhalt der Kreisfreiheit zu kämpfen.“ Teufer fuhr um 10 Uhr mit einer Kutsche vor und trat als Gesandter des preußischen Königs Friedrich Willhelm auf, der 1808 ein Edikt für die Freiheit der Städte erließ. „Er würde sich im Grabe umdrehen angesichts der Reformpläne.“

Verkehrsbetriebe und Klinikum sind mit vertreten

Mit einem eigenen Bus waren 30 Mitarbeiter der Verkehrsbetriebe dabei. 40 Beschäftigte des Städtischen Klinikums demonstrierten ebenfalls für den Erhalt der Kreisfreiheit. Auch Schüler der Berufsorientierten Schule Kirchmöser, des Brecht- und des von Saldern-Gymnasiums und der Nicolaischule – insgesamt fünf Schulklassen – waren zur Demo abgeordert worden und tummelten sich unter den Demonstranten. Neben Eis- und Kaffeestand war eine Fußballwand aufgebaut. Musiker der Brandenburger Symphoniker spielten zu den Reden passende Fanfaren.

Die städtische Streetworkerin Regina Schwarz hielt einen roten Herzluftballon für die Kreisfreiheit in die Luft. Einige ihrer Kollegen trugen an ihren Hemden und Blusen Aufkleber: „Mein Herz schlägt kreisfrei“. Auf der Bühne versammelte sich zudem die politische Regionalprominenz mit Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann , Rathenows Bürgermeister Ronald Seeger (beide CDU) und Hannelore Klabunde-Quast ( parteilos), Bürgermeisterin von Bad Belzig. Sie alle appellierten an das Land, die Pläne zu stoppen.

Stimmen und Stimmung

Zu den Demonstranten vor dem Potsdamer Landtag hat sich Beate Dabbagh, Sprecherin der Brandenburger Stadtwerke, gesellt. Auch einige weitere ihrer Kollegen nahmen am Aktionstag für die Kreisfreiheit teil. „Es wurde kommuniziert, dass die Kreisreform dazu führen kann, dass es auch für die Stadtwerke irgendwann Konsequenzen hätte“, so Dabbagh. Auf die Frage, ob die Kreisreform noch zu stoppen sei, war ihre einzige Antwort ein Lächeln.

Reinhold Hüpkes, Dienstgruppenleiter der Potsdamer Polizei, achtete mit seinen Kollegen auf die Sicherheit der Versammlung. Er wurde dabei aber nicht ernsthaft gefordert.

Für die Musik hatte das Brandenburger Theater unter anderem die Band „Musikalisches Einsatzkommando“ engagiert.

Eine aus Cottbus angereiste Stadt-Mitarbeiterin räumte ein: „Das hat hier schon den Charakter eines Betriebsausflugs.“

Von Marion von Imhoff

„Deine Anne – Ein Mädchen schreibt Geschichte“ heißt die Wanderausstellung, die am Mittwochabend in der Johanniskirche eröffnet worden ist. Die Ausstellungsmacher vom Anne-Frank-Zentrum Berlin und dem Anne-Frank-Haus Amsterdam haben die Schau konzipiert. Der Begegnungsstätte Schloss Gollwitz gelang es, die Ausstellung in die Stadt Brandenburg zu holen.

02.06.2016

Das zweite Jahr in Folge fällt das Lehniner Floßfest ins Wasser. Kay Schattenberg, Betreiber des Lehniner Strandbades, hat am Donnerstag das für den Sommer geplante Floßfest abgesagt. Bereits 2015 hatte es kein Floßfest gegeben. Schattenberg führt das auch auf die hohe Belastung für Familien zurück.

02.06.2016

Ekstase, Schreie, Tränen der Freude: Was YouTube-Star „Dner“ alias Felix von der Laden bei seinem Besuch in Brandenburg an der Havel bei seinen jungen Anhängern auslöste, war mehr als nur Freude. Der 21-Jährige, der mit seinen Netz-Videos zum Thema Longboarding berühmt wurde, befindet sich aktuell auf einer rollenden Reise quer durch Deutschland.

03.06.2016
Anzeige