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Hebammen-Engpass in Brandenburg

Schwangere sollten sich früh anmelden Hebammen-Engpass in Brandenburg

Werdende Eltern, die in der Stadt Brandenburg oder in der Umgebung leben, tun gut daran, frühzeitig den Kontakt zur Hebamme ihrer Wahl aufzunehmen. Denn die freiberuflich tätigen Fachfrauen für Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Stillzeit haben derzeit so viel zu tun, dass sie Aufnahmewünsche nur bei rechtzeitiger Anmeldung erfüllen können.

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Sandra Reichmann und die Frauen in ihrem aktuellen Geburtsvorbereitungskurs,

Quelle: JACQUELINE STEINER

Brandenburg an der Havel. Schwangere Frauen, werdende Eltern, die in der Stadt Brandenburg oder in der Umgebung leben, tun daran, frühzeitig den Kontakt zur Hebamme ihrer Wahl aufzunehmen. Denn die freiberuflich tätige Fachfrauen für Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Stillzeit in der Region haben derzeit so viel zu tun, dass sie Wünsche nur bei rechtzeitiger Anmeldung erfüllen können.

13 Namen von Hebammen, die in Brandenburg und einem Umkreis von etwa 25 Kilometern arbeiten, stehen samt Kontaktdaten derzeit auf der Liste, welche die Stadtverwaltung auf ihrer Internetseite veröffentlicht. Doch drei Frauen können ihrer Tätigkeit derzeit aus verschiedenen Gründen nicht ausüben. Entsprechend verdichtet sich die Nachfrage auf die verbliebenen Fachfrauen.

Es fehlt an allen Ecken und Enden

Sandra Reichmann von der Hebammenpraxis „Bauchgefühl“ in Brandenburg kann zum Beispiel erst wieder schwangere Frauen annehmen, deren Entbindungstermin im April oder später liegt. „Im Moment haben wir ein Ungleichgewicht, weil wir drei Hebammen weniger sind als sonst“, berichtet sie. „in manchen Wochen muss ich leider drei bis vier Frauen abweisen“, bedauert Sandra Reichmann.

Die Brandenburger Hebamme weiß von Frauen, die noch nicht einmal beim Arzt waren und den Mutterpass haben, wegen eines positiven Schwangerschaftstests aber auf Nummer Sicher gehen und sich bei ihr oder Fachkollegin anmelden. In ihrem Vorbereitungskurs sind überwiegend Eltern, die informiert sind.

Viel Stress, geringes Einkommen

Die Arbeit von Hebammen ist oft stressig, auch der Druck ist hoch. Finanziell ist der Beruf wenig lukrativ. Nach Darstellung der Deutschen Hebammen Zeitung liegt das durchschnittliche Durchschnittsnettoeinkommen pro Stunde unter dem gesetzlichen Mindestlohn..

Eine große finanzielle Belastung für Hebammen sind die 4000 Euro im Jahr, die sie für ihre Haftpflichtversicherung aufbringen müssen.

Aktuell streiten die Hebammenverbände dagegen, dass Krankenkassen die Hausgeburtshilfe gegen die Interessen schwangerer Frauen und Hebammen stärker reglementieren.wollen.

Information: Die Hebammen-Kontaktdaten sind zu finden unter: www.stadt-brandenburg.de/leben/gesundheit/hebammen.

Annemarie Kutz zum Beispiel wusste von einer Freundin, die in der zwölften Schwangerschaftswoche so gerade noch einen Platz gefunden hatte. Entsprechend rechtzeitig kümmerte sie sich und nahm Kontakt zur Hebammenpraxis auf. „Sobald man von der Schwangerschaft weiß, sollte man sich melden“ rät die werdende Mutter Katrin Hoffmann.

Gerade in den Wochen nach der Geburt gebe es Engpässe, berichtet Sandra Reichmann. Dabei sei die Stillberatung äußerst wichtig. Zudem träten manche Beschwerden wie die Neugeborenengelbsucht erst mehrere tage nach der Geburt auf.

So rege wie bei Sandra Reichmann ist die Nachfrage auch bei anderen freiberuflichen Hebammen in der Region, die ebenfalls keine Abstriche in der Qualität ihrer Arbeit machen. „Wir arbeiten individuell, mehr als zehn bis zwölf Frauen aufzunehmen geht beim besten Willen nicht, sagt Bianca Küch von der Hebammengemeinschaft Havelwiege.

Hoffnung auf Entspannung der Lage

Die 20. Woche könnte für die Anmeldung schon zu spät sein. „Mit Wissen der Schwangerschaft sollten die Frauen sich melden“, rät auch Antje Zick. Die Hebammen Ilka Kämmler und Katja Löper bestätigen die hohe Nachfrage, nennen die Zeit zwischen der 12. und 14. Schwangerschaftswoche als sinnvollen Zeitpunkt, Kontakt aufzunehmen.

Solveig Siebert lebt in Ziesar und ist dort als Hebamme aktiv. Sie hofft, dass Kolleginnen zu Beginn des nächsten Jahres zurückkommmen und die Lage sich dann entspannt. „Im Moment arbeiten wir bis zum Anschlag, und nähern uns der Grenze der Belastbarkeit. Eine schwangere Frau aus dem Raum Ziesar würde sie zwar nicht ablehnen. Doch wer sonst kurzfristig anklopft, kann nicht sicher damit rechnen, dass ein Platz frei ist.

„Ungefähr sechs Schwangere nehme ich im Monat an“, berichtet Solveig Siebert. Darüber hinaus geht nur in Ausnahmefällen noch etwas, etwa wenn eine Frau zum vierten mal schwanger ist und zuvor schon bei drei Kindern von ihr betreut wurde.

 

Von Jürgen Lauterbach

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