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Hebammenschule noch in den Babyschuhen

Brandenburg an der Havel Hebammenschule noch in den Babyschuhen

Um den Hebammennachwuchs angesichts wieder steigender Geburtenzahlen für die Zukunft zu sichern, überlegen die Kliniken in Brandenburg an der Havel und Neuruppin, eine gemeinsame Hebammenschule in die Welt zu setzen. Das Projekt steckt allerdings noch in den Babyschuhen.

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Hebammen sind gesucht. Die Kliniken in Brandenburg/Havel und Neuruppin denken über eine gemeinsame Schule nach.

Quelle: DPA

Neuruppin. Um den Hebammennachwuchs angesichts wieder steigender Geburtenzahlen für die Zukunft zu sichern, überlegen die Kliniken in Brandenburg/Havel und Neuruppin, eine gemeinsame Hebammenschule in die Welt zu setzen. Das Projekt steckt allerdings noch in den Babyschuhen. Vor wenigen Wochen schlug Martina Schulze Alarm. Auf eine Geburtshelferin kämen mindestens drei hochschwangere Frauen, berichtete die Vorsitzende des Brandenburger Hebammenverbandes. Schulze erläuterte, dass immer mehr Hebammen in den Ruhestand wechselten und zu wenig neue ausgebildet würden.

Die Kliniken in Brandenburg/Havel und Neuruppin haben dieses Problem schon länger auf dem Schirm. „Andere schließen Kreißsäle, weil es nicht genügend Hebammen gibt, wir prüfen eine gemeinsame Ausbildung“, sagt Brandenburgs Geschäftsführerin Gabriele Wolter.

Eine Klinik allein kann Ausbildung nicht stemmen

Die Pflegedienstleiter beider kommunaler Krankenhäuser sind beauftragt, sich mit dem Thema Hebammenausbildung zu befassen. „Den Anstoß gab Neuruppin“, betont Wolter.

Eine Klinik allein könnte die Ausbildung nicht stemmen, weil eine höhere Geburtenzahl als die einer einzigen Klinik benötigt würde, um eine Hebammenklasse zu bilden. Der Brandenburger Klinikchefin könnte sich vorstellen, mit einer Klasse von etwa 20 Hebammenschülerinnen zu beginnen. Benötigt würden, so viel ist klar, Partner-Geburtskliniken aus der Umgebung.

Die bisher einzige Ausbildungsstätte im Land befindet sich in Cottbus. Doch dorthin ist der Weg aus den Partnerkliniken weit, oft sogar weiter als nach Magdeburg und Berlin. Ob und wie Brandenburg/Havel und Neuruppin in dieser Frage gemeinsame Sache machen, soll der Brandenburger Pflegedienstdirektor Lutz Pelchen in den kommenden Wochen mit seinem Neuruppiner Kollegen ausloten.

Standortfrage muss noch geklärt werden

Alles befinde sich noch im vorbereitenden Stadium, betont Pelchen. Zu beachten sei dabei auch, inwiefern der Bedarf im Land womöglich mit der neuen Hebammenschule in Eberswalde (Barnim), gedeckt werden kann, die im November mit 14 Auszubildenden starten soll.

Grundsätzlich bestätigt der Chef des Pflegedienstes, dass es zu wenig Nachwuchs nicht nur bei Pflegekräften gibt, sondern auch bei Hebammen, die im Kreißsaal und am Wochenbett tätig sind. Am städtischen Klinikum Brandenburg seien gleichwohl alle Stellen besetzt. Die etwa zwanzig Hebammen dort sind voll- oder teilzeitbeschäftigt. In den Ruppiner Kliniken arbeiten 15 Hebammen in drei Kreißsälen.

Die Geburtshelfer hatten 2016 viel zu tun. Sowohl in der Stadt Brandenburg als auch in Neuruppin gab es einen Nachwenderrekord: In der Fontane­stadt wurden im Vorjahr 830 Babys geboren, in Brandenburg 1017.

Zu den vielen Fragen, die geklärt werden müssten, würde auch die Standortfrage gehören. Ob Neuruppin oder Brandenburg/Havel, das ist ebenso offen wie die Finanzierung und die Leitung einer möglichen Hebammenschule. Eine geeignete Leiterin zu finden, die sowohl Hebamme ist als auch ein pädagogisches Studium vorweist, sei durchaus schwierig, erklärt Pflegedienstdirektor Pelchen.

Von Jürgen Lauterbach

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