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Brandenburg/Havel Heidelberger Druckmaschinen feiern Jubiläum
Lokales Brandenburg/Havel Heidelberger Druckmaschinen feiern Jubiläum
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10:20 27.06.2016
Vier von 15 Mitarbeitern der ersten Stunde berichten Werkleiter Gerwin Cordes und Moderatorin Heide Traemann, wie 1991 alles begann. Quelle: Rüdiger Böhme
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Brandenburg/H

Für die Heidelberger Druckmaschinen AG (HDM) ist vieles anders gekommen, als es ursprünglich geplant war. Wie das so ist in 25 Jahren. Warum also sollte der Festakt zum runden Jubiläum des Werkes in Brandenburg-Hohenstücken wie üblich gestaltet werden?

In der Werkshalle stimmen die Musiker das Titellied des Kinoklassikers „Zurück in die Zukunft“ an, das Rolltor hebt sich und ein DeLorean fährt vor – ein Auto jenes Typs, das mit einer Zeitmaschinen ausgestattet war und die Helden zwischen den Zeiten hin- und her führte. „Wir wollten den Festakt einfach einmal anders gestalten“, sagt Gerwin Cordes, Leiter des Brandenburger Werkes, und sie haben gut daran getan. Es war eine sehenswerte Show, kurzweilig, informativ und mit viel Leidenschaft.

Der DeLorean als Requisit für die Zeitreise im Werk. Quelle: Heiko Hesse

Zum Auftakt der Zeitreise radeln vier Männer in die Halle. „Wir sind vier der 15 Mitarbeiter, die als erste zur Schulung nach Wiesloch gegangen sind“, erzählt Uwe Pohlmann. Er war ehedem beim Getriebewerk beschäftigt und dient HDM heute im technischen Einkauf. Untergebracht waren sie in einer Art Jugendherberge. „Wir hatten sechs Mal Besteck für 15 Mann“, erzählt er und erntet Lacher in der gut besetzten Halle.

Ein Mann der ersten Stunde war auch Alfred Linner, seinerzeit Leiter des Brandenburger Werkes. Während er mit Helmut Schliesing, der vor 25 Jahren Oberbürgermeister Brandenburgs, über die Anfänge plauderte, parkte ein anderes Requisit aus der Vorzeit auf dem Tischchen. „Das ist ein C-Netz-Mobiltelefon“, erklärte Linner und musste schmunzeln. Der stattliche Kasten passt in keine Hosentasche und damit konnte wirklich nur Telefongespräche führen.

Daten und Fakten

Im Werk Brandenburg der Heidelberger Druckmaschinen AG werden komplexe Bauteile mit einer Länge bis zu 4.000 Millimetern hergestellt.

Produziert wird auf einer Fläche von 31.000 Quadratmetern – umgerechnet fast fünf Fußballfelder.

Eingesetzt werden 150 Werkzeugmaschinen und Sondermaschinen für die mechanische Bearbeitung von Wellen, Walzen und kubischen Teilen.

Produziert werden etwa 8.000 unterschiedliche Teile.

Seit der Inbetriebnahme des Werks wurden 15 Millionen Arbeitsstunden für die Herstellung von Präzisionsteilen geleistet.

In den Ausbau und in die Modernisierung des Werks flossen während der 25 Jahre rund 220 Millionen Euro.

Der Standort bezieht Waren und Dienstleitungen von jährlich rund 16 Millionen Euro von Unternehmen, Zulieferern und Dienstleistern aus der Region.

Am Heidelberg-Standort Brandenburg arbeiten rund 500 Beschäftigte, darunter fast 50 Auszubildende.

Seit der Eröffnung des Werks wurden in 25 Jahren dort 580 junge Menschen in verschiedenen Berufen ausgebildet (Quelle: Werksangaben)

Eine für das Unternehmen wichtige Station auf der Zeitreise ist das Jahr 2005. Da führte HDM ein effektiveres Produktionssystem ein, ein Arbeitstisch aus Rollen, ausgestattet mit allen Werkzeugen und Kleinteilen, die der Mitarbeiter für den betreffenden Vorgang braucht. Der wuchtige Werkzeugkasten hatte ausgedient und der Mitarbeiter plötzlich mehr Zeit für weitere Projekte.

Alfred Linner (erster Werkleiter, rechts) und Helmut Schliesing, Ex-OB Brandenburgs, sprechen über die Zeiten des Aufbaus, an dem sie beteiligt waren. Auf dem Tisch das damals wichtige C-Netz-Mobiltelefon. . Quelle: Heiko Hesse

Und der Betrieb für neue Kunden. Um sich unabhängiger von den Schwankungen in den Wirtschaftsfeldern zu machen, öffnete sich HDM mit der Zeit für andere Branchen als nur den Nutzern von Druckmaschinen. Eine Entwicklung, für die es Lob von Landeswirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD) und der IHK-Präsidentin Beate Fernengel gab, die zu den Ehrengästen des Festaktes gehörten – und sichtlich ihre Freude hatten, mit Werkleiter Cordes und Moderatorin Heide Traemann durch die Zeit zu reisen.

Mitarbeiter Silvio Garbowski zeigt seiner Tochter Sophia, an welcher Maschine er arbeitet  Quelle: Rüdiger Böhme

Die nächste Überraschung des Vormittags hatte Markus Angelstein im Gepäck. Der Leiter der Freien Musikschule Brandenburg wünschte dem Werk mit einem besonderen Ständchen alles Gute. Drei seiner Musiklehrer zerlegten vor den Augen der Zuschauer ihre Instrumente, setzten Gießkanne, Tischchen und eine Teile wieder an und spielten weiter.

Berol Kaiser-Rekas verrückte Instrumente funktionieren noch: Premiere bei 25 Jahre Heidelberger Druckmaschinen in Brandenburg. Gespielt von Lehrern der Freien Musikschule Brandenburg Quelle: Heiko Hesse

Es waren drei verrückte Instrumente, die Musikartist Berol Kaiser-Reka einst gebaut und der Musikschule überlassen hatte. „Das war die Premiere“, sagte ein sichtlich zufriedener Angelstein hinterher. Für die Mitarbeiter ging es weiter mit dem Familienfest. Auch das gehört seit Jahren bei HDM dazu.

Von Heiko Hesse

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