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Brandenburg/Havel Kleinkunstfestival: Drei Tage mit Kultur und Kunst zum Anfassen
Lokales Brandenburg/Havel Kleinkunstfestival: Drei Tage mit Kultur und Kunst zum Anfassen
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17:06 07.10.2018
Das Kleinkunstfestival schuf vielerorts eine ganz besondere Atmosphäre. Quelle: Tobias Wagner
Brandenburg/H

Beweg(t) Dich! –so lautete das Motto des am Wochenende in Brandenburg an der Havel veranstalteten Heimwerts Kleinkunstfestivals. Und es hätte nicht besser gewählt werden können. Unzählige Gäste nutzten die Möglichkeit, an vier Standtpunkten in der Havelstadt unterschiedlichste Kunst und Kultur zum Anfassen zu erleben. Mehr als 50 Künstler belebten die Katharinenkirche, die Petrikapelle, das Paulikloster und die Kleinsinsel auf dem Dom und brachen durch ihr Schaffen gewohnte Sichtweisen. Es wurde getanzt, gelauscht, gemalt und vor allem mitgemacht.

„Es ist schön, dass in der Stadt etwas passiert“, sagt die Berliner Schauspielerin Claudia Kühn. „Ich bin mit dem Fahrrad durch die Stadt geradelt, und überall waren Menschen unterwegs.“ Die Theaterpädagogin veranstaltete einen Theaterworkshop in der Petrikapelle auf dem Dom, um junge Menschen an das Schauspielen heran zu führen. In einem spielerischen Prozess, der ohne gesprochenen Text auskam, erarbeiteten Kühn und ihre jungen Schauspieltalente über 90 Minuten zwei kleine Stücke. „Einzige Vorgabe ist das Thema ,Zuhause’“, so Kühn. „Jeder hat eine eigene Definitionen von dieser Thematik und bringt seine eigenen Vorstellungen mit.“ Für die Schauspielerin passe dies gut zum Heimwerts Festival.

Auf dem Kleinkunstfestival gab es am Wochenende Kunst und Kultur zum Anfassen.

Schließlich sei die Motivation der ehrenamtlich arbeitenden Kulturschaffenden des Festivals ein Gemeinschaftsgefühl sowie die Möglichkeit, etwas Gutes für die Havelstadt und seine Einwohner zu tun.

Und das Angebot wurde gerne angenommen. „Ich finde es total cool hier“, sagt Alexander Träger. Der 13-Jährige Brandenburger nahm am Theaterworkshop in der Petrikapelle teil und besuchte bereits weitere Veranstaltungen des Kleinkunstfestivals. „Der Poetryslam am Freitag in der Katharinenkirche war cool, weil dort so viel improvisiert wurde“, so Träger.

In der Katharinenkirche wurde jedoch nicht nur Improvisationskünsten gelauscht. Auf dem Vorplatz der Kirche stellten das Duo Lengwinat beispielsweise venezolanische Musik in entspannter Atmosphäre vor. Mit typischen Saiteninstrumenten wie einer Harfe und verschiedener Gitarren ließ das Geschwisterduo so die Zuhörer in eine lateinamerikanische Musikwelt abtauchen, die mit sprühender Lebensfreude, Tanz und Gesang verbunden ist.

Lauter ging es da schon im Paulikloster zu. Hier vereinte unter anderem die Band Narrentanz die Kraft von Trommeln mit dem Klang mittelalterlicher Marktsackpfeifen, während sich im Klostergarten etliche Zuschauer dem Spektakel des Mitmachszirkus Hoppla widmeten.

Dieser lud große und kleine Spontanartisten zum gemeinsamen Jonglieren und Balancieren ein. Wem dies zu aufregend war, der schaute sich im Kreuzgang des Pauliklosters die Bilder von Beatrix Sonderegger an. Die 54-jährige Künstlerin, die vor einem Jahr aus Zürich nach Brandenburg an der Havel gezogen ist, stellte ihre Wachsmalereien zum ersten Mal auf dem Festival aus. „Meine Bilder haben einen hohen Interpretationsrahmen“, sagt Sonderegger. „Wenn man diese falsch herum aufhängt, macht das gar nichts.“

Wer selbst künstlerisch tätig wollte, konnte dies unter anderem beim Graffiti-Workshop des Micro Kosmos der Brandenburger Subkulturen. Im Saal des Pauliklosters entstanden hier moderne Bilder, die im Einklang mit der Musik von Rapper BlizzyIzzy einen scharfen Kontrast zur historischen Umgebung schufen.

Die Prämisse des Kleinkunstfestival „Selber machen im Kleinen, statt konsumieren in der Großstadt“ wurde so eindrucksvoll umgesetzt.

Ein Erfolg, der zeigte, dass Kultur in den Alltag passt und nicht nur einer Szene angehört. Und das nicht nur in einer der vermeintlich angesagten Metropolen.

Von Tobias Wagner

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