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Heino rockt das Heineufer in Brandenburg

Stargast auf dem Havelfest Heino rockt das Heineufer in Brandenburg

Die Stimmung kochte auf der Festwiese am Brandenburger „Heino-Ufer“. Hunderte jubelten ihm, dem Schlagerbarden, am Freitagabend zu, der nun im schwarzen Ledermantel auf der Bühne steht, mit riesigem funkelndem Kreuz um den Hals – irgendwie eine ulkige Mischung aus Metal- und Hardrock-Look.

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Heino kam als Rocker auf das Brandenburger Havelfest.

Quelle: Rüdiger Böhme

Brandenburg/H. Wer geht denn da bloß hin? Das haben sich wohl einige gefragt, als Heino für die STWB-Bühne angekündigt wurde. Für die Schlager-und Volksmusikfans ist er viel zu flippig geworden und echte Rapper, Hip Hopper und Rocker können ihn ja wohl nicht ernst nehmen. Trotzdem kochte auf der Festwiese am „Heino-Ufer“ die Stimmung. Hunderte jubelten ihm, dem Schlagerbarden, am Freitagabend zu, der nun im schwarzen Ledermantel auf der Bühne steht, mit riesigem funkelndem Kreuz um den Hals – irgendwie eine ulkige Mischung aus Metal- und Hardrock-Look.

„Junge, wie du wieder aussiehst“, singt der 77-Jährige mit einer donnernden Bass-Stimme, die regelrecht elektrisiert. Der Mann hat seine Hausaufgaben gemacht. Wenn es eben harte Gitarren und ein krachendes Schlagzeug sein sollen, dann bitte schön, das kann Heino auch. Sein „Meine Damen und Herren“ packt er in die Mottenkiste und ruft in den Juniabend „Hallo Freunde“.

Ob Grönemeyers „Was soll das“, Westernhagens „Willenlos“ oder der Song von Sportfreunde Stiller „Ein Kompliment“, der alte Hase des Showbiz singt ausnahmslos deutsch. Und er singt Titel, die einfach jeder kennt. Man kann gar nicht anders als mitsingen. Selbst bei „ Holla hia, hia, holla di holla di ho“, „La Paloma“ und „Rosamunde“ wird auf der Wiese am Havelufer lauthals mit gebrüllt, denn weil die Lieder mit fetten Beats unterlegt sind und so herrlich ironisch wirken, darf sich jeder outen und die altbekannten Texte, die man, ob man will oder nicht, nun mal kennt, hemmungslos mitträllern.

Und Heino? Der versucht erst gar nicht wild und jugendlich rumzuhüpfen. Würdevoll steht er in seiner Lederkluft vor seinem ausflippenden Publikum und seine Selbstironie macht sogar vor seiner Ehefrau nicht halt. Mit Nena würde er bis ans Ende der Welt gehen, sagt er, aber nur unter einer Bedingung, er muss jemanden mitnehmen: „Hannelore“ brüllt es aus hunderten Mündern und zum schmachtend romantischen „Sierra madre del sur“ schwenkt die ganze Menschenmasse einträchtig die Leuchtstäbe. Für den einen oder anderen vor einigen Jahren wahrscheinlich noch unvorstellbar.

Selbst für den Star auf der Bühne scheint das unwirklich zu sein. Immer wieder hört man ein belustigtes, nicht zu unterdrückendes Lachen zwischen seinen Ansagen. Wer sich hier über wen amüsiert, ist an diesem Abend nicht ganz klar. Aber weil Heino sich selbst nicht so ernst nimmt,mögen ihn die Menschen und alle vereint eines: die Liebe zur Musik. Der Mann mit der Sonnenbrille und dem ewig blonden Haar singt sogar die Wolken einfach weg, so dass ein friedlicher Mond über die pfützenpatschige Wiese scheint, als er, umgezogen, nun mit dem typischen roten Jackett „Die schwarze Barbara“ und „Hoch auf dem gelben Wagen anstimmt“. Er hat es immer noch drauf und egal ob man Heino nun mag oder nicht, singen kann er und Menschen mitreißen auch, sogar mit 77.

Von Ina Schidlowski

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