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Heiße Beats und fitte Frauen

Aerobic in Wusterwitz Heiße Beats und fitte Frauen

Sie bewegen sich im Takt zu heißen Beats, trainieren Beine und Po, verbrennen Kalorien. Jeden Mittwochabend gehört die halbe Sporthalle den Wusterwitzer Aerobic-Frauen. Gymnastik mit Musik hat im Ort eine lange Tradition. Angefangen hat alles in der LPG.

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Die Wusterwitzer Aerobic-Frauen in Aktion.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Wusterwitz. Rechts spielen Tischtennisfreaks Pingpong. Links fließt der Schweiß beim Step Aerobic. An die 20 Frauen bewegen sich zu heißen Beats im Takt, trainieren Beine und Po, verbrennen Kalorien. Weil sich niemand allein auf dem Stepper quälen will, treiben sie in der Gemeinschaft Sport. Jeden Mittwochabend gehört die halbe Sporthalle der Wusterwitzer Aerobic-Gruppe.

Seit 130 Jahren organisierter Sport

Organisierter Sport wird in Wusterwitz seit 130 Jahren betrieben. Die Ursprünge des Sportvereins gehen bis in das Jahr 1886 zurück. Damals schlossen sich 26 turnbegeisterte Männer zusammen. Sie gründeten den Männerturnverein Großwusterwitz. Nach dem Ersten Weltkrieg folgten weitere Vereine.

Nach dem Zweiten Weltkrieg waren es zuerst die Fußballer, die 1946 einen Neustart wagten. Unter dem Dach der BSG Traktor Wusterwitz kamen weitere Abteilungen hinzu. Das waren Handball, Volleyball, Wassersport, Tischtennis und Billard. 1972 gründete sich die Gymnastik-Sparte.

1990 wurde der Sport in Wusterwitz neu organisiert. Der Name lautet seit dem SV Blau-Weiß Wusterwitz 1886 e.V. Nach der Wende kamen die Leichtathletik sowie eine Badminton-Abteilung hinzu. Zentrum des Sports ist die 1974 erbaute und 1998/99 modernisierte Schulsporthalle.

Übungsleiterin Kerstin Mann (44) fängt langsam an. Die Körper müssen auf Betriebstemperatur gebracht werden. Doch nach der Erwärmung treibt die schlanke Fronfrau mit dem Headset auf dem Kopf ihr Gefolge von Level zu Level. Eine Stunde Laufen, Springen, Stretching. Diplom-Sportlerin Kerstin Mann kennt viele Methoden, die den Puls befeuern, die Muskeln kräftigen und den Gleichgewichtssinn trainieren. Ihr Kommando gilt. Die Übungsleiterin mit einem eigenen Sportstudio in Kirchmöser legt vor, die Frauen ziehen nach. Niemand tanzt aus der Reihe.

Übungen gibt es viele beim Aerobic

Übungen gibt es viele beim Aerobic.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Doch in Wusterwitz geht es nicht um Höchstleistungen. „Wir werden alle älter und sind unterschiedlich fit. Um niemanden zu überfordern, muss ich die Übungen immer wieder modifizieren“, sagt Kerstin Mann. Ganz neu im Einsatz auf dem Parkett ist die Wunderwaffe gegen verklebte Muskeln – die Faszienrolle. Dank einer Spende der Mittelbrandenburgischen Sparkasse (MBS) konnte die Aerobic-Gruppe gerade ihren Gerätepark aufrüsten und unter anderem 40 solcher auch Blackrolls genannte Kunststoffzylinder anschaffen. Rücken, Nacken, Oberschenkel, Waden – es gibt kaum einen Körperteil, der nicht unter die Rolle kommen und massiert werden kann.

Mit Aerobic halten sich die Wusterwitzer Frauen fit

Mit Aerobic halten sich die Wusterwitzer Frauen fit.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Die Wusterwitzer Aerobic-Frauen müssen ohne Sponsoren und Gönner auskommen. „Deshalb sind wir über die Spende der MBS besonders erfreut“, berichtet Abteilungsleiterin Barbara Türke. Angeschafft wurden außerdem Gummi-Expander und abschließbare Aufbewahrungsboxen für alle vereinseigenen Kleinteile. Nur ihre eigene Gymnastikmatten müssen sich die Freizeitsportlerinen mitbringen. Aerobic ist eine von zahlreichen Abteilungen des SV Blau-Weiß Wusterwitz, den vor allem Handballer, Kanuten, Tischtennis- und Billardspieler überregional vertreten.

Zur Zeit gibt es 37 organisierte Mitglieder in der Aerobic-Sparte. „Diese ist zwar nicht ausschließlich Frauen vorbehalten, aber Männer haben sich bisher noch nicht zu uns getraut“, so Abteilungsleiterin Türke. Sport nach Musik hat in Wusterwitz eine lange Tradition. Noch bevor die Aerobic-Welle auch in die DDR schwappte. Es waren die LPG-Frauen aus den Ställen und vom Feld, die sich erstmals 1972 im alten Hort zu gymnastischen Übungen trafen und der Geselligkeit frönten. Schon damals war der Mittwoch der sportlichste Tag der Woche. Mit dem Bau der Sporthalle 1975 zogen die Gymnastikfrauen um. Die Tradition, sich auch außerhalb des Parketts zu treffen, ist bis heute erhalten geblieben. Einmal im Jahr wird zur Radtour eingeladen. Den Abschluss bildet die Weihnachtsfeier. Wer sich der Aerobic-Gruppe anschließen möchte, ist mittwochs ab 19 Uhr gern in der Sporthalle gesehen.

Von Frank Bürstenbinder

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