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Brandenburg/Havel Heiße Mutprobe Brandenburger Patienten
Lokales Brandenburg/Havel Heiße Mutprobe Brandenburger Patienten
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05:15 06.05.2016
Das Feuerzeug war Teil der Mutprobe unter Psychiatriepatienten. Quelle: Michael Hübner
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Brandenburg

David G. (37) hat es geschafft und nach vielen Jahren das gerichtspsychiatrische Krankenhaus für seelisch gestörte Straftäter verlassen dürfen. Doch beinahe hätte ihn seine Vergangenheit auf dem Görden eingeholt. Denn mit seinem Feuerzeug hatte er einem anderen Patienten ein Loch in den Unterarm gebrannt.

Gefährliche Körperverletzung wirft die Staatsanwaltschaft Potsdam dem im Februar entlassenen Psychiatriepatienten im Landgericht Potsdam vor. Der Angeklagte schildert, was vor zwei Jahren auf dem Hof des umzäunten Maßregelvollzugs Brandenburg/Havel geschah. Die Patienten hatten mal wieder Langweile, hockten im Hof, aßen Döner und spielten mit ihren Feuerzeugen.

Rollstuhlfahrer gilt als Außenseiter

In dem Moment kam Mario M. in seinem Rollstuhl des Weges, auf den er wegen eines Unfalls angewiesen ist. Der Mitpatient hat einige körperliche Beeinträchtigungen. Das Reden fällt ihm schwer, trotzdem sucht er angeblich gern Streit. Im psychiatrischen Krankenhaus gilt es als Außenseiter, der aber dazu gehören möchte.

Der behinderte Patient gesellte sich also zu der Feuerzeuggruppe, offenbar kannte er die Mutprobe, sich ein offenes Feuer an den Unterarm zu halten und den Schmerz so lange wie möglich auszuhalten. „Wer am längsten aushält ist cool, gehört dazu“, erklärt David B.

Mario M. wollte mutig sein, ließ sich offenbar auch noch provozieren von Worten wie: „Bist’n Mädchen, machste nicht.“ Der Einzelgänger hielt seinen Arm hin, David B., entzündete das Feuerzeug. Vereinbart war das Wort „Hemmung“ als Signal aufzuhören. Offen bleibt in der Gerichtsverhandlung, ob das Wort fiel und wie David B. darauf reagierte.

Zwei Sekunden lang in der Flamme

Gesichert ist lediglich, dass das Feuerzeug zwei Sekunden lang brannte und die Flamme eine 1,5 Zentimeter große Brandwunde verursachte. Am nächsten Tag musste Daniel B. zum Chefarzt, die Klinik zeigte die Körperverletzung an.

Die Schwurgerichtskammer mit dem Vorsitzenden Theodor Horstkötter verzichtet in Abstimmung mit Staatsanwalt Christoph Lange auf eine Bestrafung und stellte das Verfahren vorläufig ein. David B. bekommt aber einen Denkzettel, er muss 200 Euro an den Tierschutzverein Potsdam überwiesen.

Die Strafkammer berücksichtigte, dass der 37-Jährige nach vielen Jahren hinter Gittern gerade ein neues Leben beginnt und sogar eine Arbeit aufgenommen hat. Seit einigen Tagen reinigt er in Nachtschichten Züge der Deutschen Bahn und bekommt dafür den Mindestlohn plus Nachtzuschlag, somit 9,80 Euro pro Stunde. Sein Betreuer bescheinigt ihm Zuverlässigkeit.

Von Jürgen Lauterbach

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