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Heitere Blasmusik im kühlen Dom

Brandenburg an der Havel Heitere Blasmusik im kühlen Dom

Mit viel Beifall wurden Dirigent David Dorey und sein Lincolnshire Youth Wind Orchestra am Sonnabend im Brandenburger Dom empfangen. Trotz sonnigen Wetters waren am späten Nachmittag alle 300 Plätze besetzt. Die Musiker glänzten durch Vielseitigkeit an den Instrumenten. Im Publikum saß auch eine Familie aus ihrer britischen Heimat.

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Dirigent David Dorey und sein Lincolnshire Youth Wind Orchestra konnten sich über viele Zuschauer freuen.

Quelle: JACQUELINE STEINER

Brandenburg/H. „Heute wird es sehr weltlich in der Kirche klingen. Haben Sie Spaß“, eröffnete Domkantor Marcell Fladerer-Armbrecht am Sonnabend ein besonderes Konzert im Rahmen der traditionellen Sommermusiken im Brandenburger Dom. Mit viel Beifall wurden Dirigent David Dorey und sein Lincolnshire Youth Wind Orchestra empfangen. Trotz sonnigen Wetters waren am späten Nachmittag alle 300 Plätze im kühlen Dom besetzt, zusätzlich wurden unkompliziert Klappstühle aufgestellt.

Die Liebhaber und Kenner dieser Sommerkonzerte kamen vor allem aus der Stadt Brandenburg. Gerhild Karich besucht diese Veranstaltung seit Jahren regelmäßig. Die Akustik in der Kirchenhalle weiß sie zu schätzen und hat deshalb auch ihren Mann überredet mitzukommen. Aber auch in Rathenow, Potsdam und Berlin hat sich diese feste Institution der Sommerkonzerte im Dom, wie Fladerer-Armbrecht sie stolz nennt, herumgesprochen. Die Atmosphäre unterscheide sich eben von den Kulturereignissen der großen Städte.

Orchester macht jedes Jahr Musikreise in Europa

Nicht nur das Stammpublikum genießt das einzigartige Zusammenspiel von altehrwürdiger Architektur und der Akustik des Doms. Das Orchester unternimmt jedes Jahr eine Musikreise in Europa, auch in Deutschland. Für Brandenburg wollten sie sich unbedingt bewerben, dort spielen, weil sie von den wunderbaren Bedingungen für Konzerte schon viel gehört hatten.

Blick in den voll besetzten Brandenburger Dom

Blick in den voll besetzten Brandenburger Dom.

Quelle: JACQUELINE STEINER

Die Vielfalt von Blasinstrumenten lässt schnell auf Marschmusik schließen. Und die jungen Musiker beherrschten ihre Instrumente hervorragend. Aber es war – auch wenn zum Schluss der Radetzky-Marsch erklang – keine militärische Strenge zu hören. Dirigent Dorey verstand es sehr lebendig, Lieder von bezaubernder Heiterkeit darzubieten. Ein Dankeschön an das begeisterte Publikum dürfte die Interpretation von Paul Linckes „Berliner Luft“ gewesen sein. Insgesamt glänzten die Musiker durch Vielseitigkeit an den Instrumenten – Flöte, Oboe, Klarinette, Fagott, Horn und Trompete fehlten ebenso wenig wie Posaune und Tuba.

Kreative Umsetzung von Filmmusik

Und Dorey, der bereits Bands und Orchester aller Altersklassen leitete, bereitet es immer wieder Freude, neue Werke in Auftrag zu geben. Bei ihm wirkt nichts festgefahren. So dominieren in den Aufführungen Stücke von „frischen, aufregenden Komponisten“, wie im Programmheft zu lesen ist. Die Freude überträgt der Dirigent auch sichtbar auf die jungen Orchestermitglieder. Die Zeit verging wie im Fluge, nicht zuletzt dank der abwechslungsreichen Inhalte. Kreativ umgesetzt wurde zum Beispiel Filmmusik von John Williams arr. Scott Richards, der unter anderem für „Starwars“ und „Superman“ komponierte. Das Publikum erfreute sich an irischer Folkmusik und klassischen englischen Songs.

Am kommenden Mittwoch finden dann wie jede Woche von Mai bis September wieder die „normalen“ Konzerte der Sommermusiken im Dom statt. Altbewährt, die Tradition gibt es seit den 50er Jahren. Und immer noch bei kostenlosem Eintritt, wie auch die Veranstaltung am Sonnabend. „Die Kirche ist einer der wenigen Kulturträger, die niemanden ausschließen wird“, ist Fladerer-Armbrecht überzeugt. Der Domkantor, seit vier Jahren hier in der Stadt engagiert, spielt übrigens auf der historischen Wagner-Orgel im Dom.

Unter den Gästen beim Konzert des Lincolnshire Youth Wind Orchestra befand sich auch eine 18-jährige Londonerin. Sie macht zurzeit mit ihren Eltern Urlaub in Berlin. Den Ausflug auf die Brandenburger Dominsel fanden die Drei „wundervoll“.

Von Brigitte Einbrodt

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