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Herr über neun Tonnen Technik

Brandenburger Kommunikationsexperte Herr über neun Tonnen Technik

Clemens Decking ist Experte für Kommunikationstechnik. Der gebürtige Brandenburger lebt seit Ewigkeiten in Berlin und ist dort vor allem im Bereich Industrie- und Galagroßveranstaltungen tätig. Einmal im Jahr verschlägt es ihn aber beruflich in seine Heimatstadt – dann sorgt er dafür, dass Stars wie Sarah Connor die richtigen Töne treffen.

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Clemens Decking verantwortet alljährlich die Technik an der größten Havelfest-Bühne.

Quelle: P. Rißling

Brandenburg an der Havel. Es ist alles andere als einfach, an Clemens Decking heran zu kommen, wenn er gerade in seinem Element aufgeht. Schon die Kontaktaufnahme mit dem Experten für Veranstaltungstechnik gestaltet sich schwierig, Termine werden vereinbart und kurz darauf wieder verschoben. Ohne Frage: Der 44-Jährige ist ein gefragter Mann.

Es ist Donnerstagabend, nur noch ein Tag bis zum Havelfest. Clemens Decking befindet sich in der heißesten Phase seines Auftrags. Decking steht auf der Festwiese am Heine-Ufer, begutachtet die im Aufbau befindliche Stadtwerke-Bühne. Nur noch knapp 24 Stunden, dann soll hier Popstar Sarah Connor die Massen zum Brodeln bringen. Deckings Handy klingelt nahezu ununterbrochen. „Sorry, da muss ich ’ran“, sagt er entschuldigend und verschwindet für wenige Minuten hinter die Bühne. Ganz klar: sein Rat ist gefragt.

Improvisierender Technikchef

Decking ist der Problemlöser. Für die Lichtwerk Veranstaltungstechnik GmbH ist er als Technischer Leiter vor Ort, verantwortet die gewaltige Bühnentechnik der größten aller Havelfestbühnen.

Drei Tonnen wiegen allein die Lautsprecheranlagen, die Decking und sein achtköpfiges Berliner Team in die Havelstadt verfrachtet und aufgebaut haben. Plus fünf bis sechs Tonnen Kabel- und Lichttechnik. Teure Technik, die sitzen muss. Hinzu kommen die Extrawünsche der Künstler, die bei derartigen Gastspielen auf so manches gewohnte Detail nicht verzichten möchten. „Alles kein Problem“, winkt Decking, der mit seinen langen Haaren und dem Drei-Tage-Bart auch selbst als Rocker durchgehen würde, ab. „Das Management hat uns keine großen Knüppel zwischen die Beine geschmissen.“

Sein Geheimnis: Die Ruhe bewahren

Erstaunlich ist, dass der studierte Kommunikationstechniker Decking bei aller hektischen Betriebsamkeit im Vorfeld des für Brandenburger Verhältnisse großen Events stets die Ruhe bewahrt. Etwas Besonderes ist der Job auf dem Havelfest für den gebürtigen Brandenburger trotzdem. „Der Großteil unserer Aufträge bewegt sich in den Bereichen Industrie- und Galaveranstaltungen. Da ist so ein Konzert doch mal eine spannende Abwechslung“, sagt Decking, während er zum ersten Mal die Soundanlage nahezu auf Anschlag hochfährt.

Zumal Decking immer wieder gern in seine Heimatstadt zurückkehrt. Um die Stwb-Bühne kümmert er sich mit seinem Team bereits, seit diese beim Havelfest am Heineufer verortet ist. Acht Jahre sind das nun bereits. Und für seine Einsätze mit der Band Patchwork kommt er sowieso immer wieder nach Hause. Seit mehr als zwei Jahrzehnten ist der 44-Jährige der Technikmann der Gruppe. „Und immer noch mit viel Spaß dabei“, versichert er.

Hunderte Regler im Blick

24 Stunden später – der Bereich vor der Bühne ist prall gefüllt – heizen seine Jungs dem Publikum als Vorband von Popstar Connor ordentlich ein. Clemens Decking lehnt derweil konzentriert im Kontrollzelt mit bester Sicht auf die Bühne, behält hunderte Regler, Knöpfe und Leuchten im Blick. Das ändert sich auch nicht, als die berühmte Sängerin im Scheinwerferlicht steht.

Am Ende des Abends ist alles gut gegangen, die Zuschauer sind aus dem Häuschen, es gab keine technischen Zwischenfälle. Decking, der an den Havelfest-Wochenenden stets in seinem Elternhaus schläft, ist zufrieden. Schon am nächsten Tag bauen Deckings Jungs mit Unterstützung vom Team des Musicstore Brennabor die gesamte Technik wieder ab. Im nächsten Jahr kommen sie sicher wieder.

Von Philip Rißling

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