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Brandenburg/Havel Herta Köhler liebt Rommé und Rätsel
Lokales Brandenburg/Havel Herta Köhler liebt Rommé und Rätsel
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15:41 13.01.2017
Gratulation vom Betreuungsteam für Herta Köhler, die am Freitag auf 104 Lebensjahre zurückblicken konnte. Quelle: JACQUELINE STEINER
Dahlen

Herta Köhler bricht alle Rekorde. Ihren 104. Geburtstag beging am Freitag die immer noch rüstige Seniorin im ASB Pflege- und Betreuungszentrum Dahlen. Auf so viele Lebensjahre konnte noch kein Bewohner in der seit 65 Jahren bestehenden Einrichtung zurückblicken. „Machen Sie es nach“, gab Herta Köhler den zahlreichen Gratulanten mit einem verschmitzten Lächeln auf den Weg.

Zum Anstoßen gönnte sich die am 13. Dezember 1913 in Mützdorf bei Wiesenburg Geborene ein Gläschen ihres Lieblingsweißweins - Liebfrauenmilch. Als Mittagsmahlzeit wählte die Jubilarin Milchreis mit Zucker und Zimt, obwohl die Speisekarte Rahmspinat mit Ei oder Geflügellebergulasch zur Wahl stellte. „Es ist in Dahlen gute Tradition, dass sich unsere Bewohner zum Geburtstag ihr Essen wünschen dürfen. Da geht es schon mal deftig zu. Mit Eisbein oder Currywurst“, berichtete Pflegedienstleiterin Manuela Sell. Als Zugabe gab es ein Ständchen vom Betreuungsteam und Heimleiterin Nicole Sieg. „Wie schön, dass du geboren bist“, sangen die Mitarbeiterinnen vor der in ihrem Sessel sitzenden und freundlich durch die Brille dreinblickenden Seniorin.

Zu den Gratulanten zählte auch Gräbens Bürgermeister Siegfried Schröder. Quelle: Frank Bürstenbinder

Herta Köhler erblickte in jenem Jahr das Licht der Welt, als in Leipzig das Völkerschlachtdenkmal eingeweiht wurde, Willy Brandt den ersten Schrei tat, und Walter Kollos Operette „Wie einst im Mai“ in Berlin Premiere hatte. Geboren wurde sie als siebtes Kind einer Bauernfamilie. Mit 16 Jahren ging sie in Stellung, um später wieder in der elterlichen Landwirtschaft zu helfen. Ihr Ehemann Fritz, den sie 1935 heiratete, war gelernter Gärtner. Zwei Kinder wurden geboren. Fritz Köhler machte sich 1949 in Reetzerhütten mit einer Gärtnerei selbstständig. Dabei blieb es bis ins hohe Rentenalter. Zusammen zog das Ehepaar 2007 ins Pflegeheim, wo der Ehemann ein Jahr später verstarb.

Heute gehört Herta Köhler zu den drei über hundertjährigen Bewohnern, die in Dahlen ihren Lebensabend verbringen. Täglich ist sie bei den organisierten Beschäftigungen dabei. Die Teilnehmer treffen sich zum Singen, halten ihre Gelenke in Bewegung und kramen in Erinnerungen. Beim Rommé macht ihr keiner so schnell etwas vor. „Sie liest täglich die MAZ und löst gerne Kreuzworträtsel“, berichtet Heimleiterin Nicole Sieg.

Das Heimpersonal singt Herta Köhler ein Ständchen. Quelle: Frank Bürstenbinder

Die hochbetagte Jubilarin, die immer viel gearbeitet und sich an der frischen Luft bewegt hat, gehört zu den 76 Männer und Frauen, die in Dahlen vollstationär untergebracht sind. Im Gegensatz zu den meisten Mitbewohnern kann Herta Köhler ihren Tagesablauf noch weitgehend selbst bestimmen. Von Demenz ist sie bislang verschont geblieben. Nur die Ohren wollen nicht mehr so recht. Kleine Wege im Haus absolviert die zierliche 104-Jährige mit dem Rollator.

Im Zuge des Pflegestärkungsgesetzes wurde ihre Pflegestufe 1 automatisch in den neuen Pflegegrad 2 umgewandelt. Am Zuschuss ihrer Pflegekasse in Höhe von 1064 Euro ändert sich wegen des Bestandsschutzes nichts. Wer neu ins Heim zieht, bekommt bei Pflegegrad 2 nur noch einen Zuschuss von 770 Euro. Wer neben körperlichen Behinderungen auch dement oder verwirrt ist, bekommt dagegen höhere Leistungen als bisher. Im Pflegeheim Dahlen leidet etwa die Hälfte aller Bewohner unter Demenz. Für Herta Köhler kein Thema. Das nächste Kreuzworträtsel wartet schon.

Von Frank Bürstenbinder

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