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„Herwart“ gnädiger als „Xavier“

Brandenburg an der Havel „Herwart“ gnädiger als „Xavier“

Sturm „Herwart“ war im Gegensatz zu seinem großen Bruder „Xavier“ vor drei Wochen gnädiger mit der Region. Die Leitstelle bei der Brandenburger Feuerwehr musste vor allem Einsätze in Werder (Havel) und in Treuenbrietzen koordinieren, wo es heftiger geweht hatte.

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Fünf Plätze sind in der zentralen Leitstelle für Brandenburg an der Havel, Potsdam-Mittelmark und Teltow-Fläming besetzt – wie jeden Sonntag.

Quelle: André Wirsing

Brandenburg/H. Sonntagmorgen, 7 Uhr: Auf dem Einsatztableau der Leitstelle bei der Berufsfeuerwehr erscheint lediglich ein akuter Notarzteinsatz zu einem Patienten mit einem Herz-Kreislauf-Problem. Fünf Minuten zuvor ist ein Feuerwehrfahrzeug ausgerückt, um eine brennende Mülltonnen zu löschen. In der Leitstelle ist gerade Dienstübergabe. Im Normalbetrieb, trotz der Sturmwarnung, die vom Deutschen Wetterdienst bis 11 Uhr aufrecht erhalten wird. Fünf Rufplätze sind besetzt.

Feuerwehrchef Mathias Bialek ist seit 5.10 Uhr vor Ort: „Wir haben eine normale Einsatzlage, etwa 50 Einsätze in Potsdam-Mittelmark. Die Schwerpunkte sind vor allem Werder (Havel) und in Treuenbrietzen. An der Bundesstraße 102 in Richtung Marzahna geht nichts mehr, weil Bäume auf die Straße gestürzt sind.“ In der Stadt Brandenburg gibt es zu diesem Zeitpunkt nur einen witterungsbedingten Einsatz – ein Baum ist am Binnenfeld auf der Scholle umgefallen und behindert den Verkehr.

In Potsdam ist eine technische Einsatzleitung gebildet worden, in der nur witterungsbedingte Einsätze bearbeitet werden. Die Leitstelle ist für die Landeshauptstadt und für das Havelland zuständig. Im Einsatzgebiet der Brandenburger Leitstelle wurden die Freiwilligen Feuerwehren lediglich in „Stand by“ gehalten, besetzten aber nicht die Gerätehäuser.

Immer wieder müssen hingegen die Frauen und Männer der Leitstelle aufgeregten Anrufern erklären, dass die Feuerwehr nicht kommt, wenn ein Baum auf einem Privatgrundstück umgefallen ist und dort aber keine unmittelbare Gefahr für die Gesundheit von Menschen und die öffentliche Sicherheit besteht. In diesem Fall müssen sich Grundstückseigentümer Hilfe bei einer Baumpflegefirma ihres Vertrauens holen.

Auf den großen Bildschirmen an der Wand, die von allen Arbeitsplätzen aus zu sehen sind, leuchten Wetterdaten auf. Alle paar Sekunden werden die Windgeschwindigkeiten für Dutzende Orte angezeigt. In der Stadt schwanken die Werte zwischen 74 und 89 Stundenkilometern in der Spitze, südlich davon flackert auch schon mal eine „113“ auf. Auf einem anderen Monitor sind die Standorte der Rettungshubschrauber im Land Brandenburg markiert. Die meisten sind grau unterlegt, also nicht in Betrieb. Nur die drei Intensivmedizin-Helis in Berlin-Marzahn, in Bad Saarow und in Senftenberg zeigen Dienstbereitschaft an. Der Pilot des Hubschraubers am Brandenburger Klinikum will um 9 Uhr neu entscheiden, ab wann er wieder startet.

„Die Bedingungen an diesem Sonntag sind nicht zu vergleichen mit ,Xavier’ vor wenigen Wochen. Der hat in 45 Minuten seine Schneise geschlagen. Zum Glück sind heute die Bäume viel wenige belaubt als vor drei Wochen, sie bieten weniger Windangriffsfläche. Und vieles von dem Totholz ist bereits beim letzten Mal runtergekommen“, sagt der zuständige Beigeordnete Michael Brandt (CDU), der sich ebenfalls in der Leitstelle ein Bild von der Lage macht. „Ich kann nur trotzdem davor warnen, an solchen Tagen in den Wald zu gehen.“ Insgesamt waren bis um die Mittagszeit 60 sturmbedingte Einsätze in Brandenburg, Potsdam-Mittelmark und Teltow-Fläming abzuarbeiten. In den meisten Fällen handelte es sich um umgestürzte Bäume.

Von André Wirsing

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