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Brandenburg/Havel Herzinfarkt endet in Brandenburg oft tödlich
Lokales Brandenburg/Havel Herzinfarkt endet in Brandenburg oft tödlich
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21:32 09.11.2016
Professor Oliver Ritter lädt zur „Herzwoche“ in seine Klinik und ins Gesundheitszentrum am Hauptbahnhof. Quelle: Jacqueline Steiner
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Brandenburg/H

Brandenburgs Chefkardiologe möchte endlich solide Antworten bekommen auf die Frage, warum so viel mehr Menschen im Land Brandenburg an einem Herzinfarkt sterben als in anderen Bundesländern. Oliver Ritter akquiriert gerade Geld für ein landesweites Forschungsprojekt dazu. Es wird bei der Medizinischen Hochschule Brandenburg (MHB) angesiedelt.

Die Datenlage ist zwar relativ dünn und es fehlt auch an wissenschaftlich begründeter Ursachenforschung, aber ein erstes Bild geben die bisherigen meist stichprobenartigen Erhebungen zum Tod durch Herzinfarkt. Der auf Herz-Lungen-Erkrankungen spezialisierte Chefarzt des Klinikums Brandenburg legt Vergleichsdaten vor, denen zufolge Bewohner des Landes Brandenburg schlechtere Chancen haben, einen Herzinfarkt zu überleben als in allen anderen Bundesländern.

Die Statistiker haben errechnet, dass im Land Brandenburg 105 Herzinfarkt-Todesfälle auf 100 000 Einwohner kommen. Das ist mehr als doppelt so viel wie in Schleswig-Holstein und deutlich mehr als in allen anderen westlichen Bundesländern. Selbst verglichen mit dem Osten der Bundesrepublik ist das Brandenburger Ergebnis schlecht.

Ergebnissen einer AOK-Studie zufolge ist nicht die Versorgung in den Brandenburger Krankenhäusern das Problem. Brandenburger Herzinfarktpatienten sterben nach der Einlieferung in die Klinik nicht häufiger als in anderen Bundesländern. Das Problem liegt in der zeitlichen Phase, bis die Patienten klinisch aufgenommen werden.

Ein Aspekt könnte die in Brandenburg vergleichsweise schwache Versorgung der Bevölkerung mit niedergelassenen Kardiologen, vor allem in ländlichen Gebieten. So kommt in Brandenburg ein niedergelassener Kardiologe auf 33 000 Einwohner, in Bayern etwa ist das Verhältnis 1:24 000.

Termine zur Herzwoche

Am Sonntag, 13. November, lädt die kardiologische Klinik von 14 Uhr bis 16 Uhr zum Tag der offenen Tür mit vielen Gesprächsangeboten. Am Mittwoch, 16. November, folgt von 18 Uhr an ein Vortragsabend rund ums gestresste Herz im Gesundheitszentrum am Hauptbahnhof Brandenburg.

Der einzige Grund für die höhere Sterblichkeit nach Herzinfarkt wird dieser Umstand aber nicht sein. Eine Rolle dürfte auch spielen, dass Herzinfarkt-Patienten in Brandenburg oft eine Menge Begleiterkrankungen haben, welche die Genesungschancen verringern. Ritter: In Schleswig-Holstein werden im Durchschnitt pro Patient drei Nebendiagnosen festgestellt, in Brandenburg sind es 4,7.

Mit finanzieller Förderung des Landes und der Deutschen Herzstiftung will der Herzspezialist und MHB-Professor den Ursachen der bezogen auf den Herzinfarkt hohen Sterblichkeit im Land Brandenburg auf den Grund gehen. Angewiesen ist er auf die Kooperation der anderen Kliniken im Land.

Mehrere Ziele strebt Ritter an. Er will mit dem Forschungsteam eine solide Datenbasis gewinnen. Er hofft, mit den Erkenntnissen Probleme angehen zu können. Eventuell müssten Politik und Kassenärztliche Vereinigung ihre Bedarfsplanung in Bezug auf die Facharztversorgung anpassen. Ein denkbares Ergebnis wäre auch, dass Rettungswachen im Land so neu verteilt werden müssen, dass die Anfahrtszeiten kürzer werden.

Für am schwierigsten umzusetzen hält der Chefinternist das Ziel, mit verbesserter Prävention die Zahl und Intensität der Begleiterkrankungen zu senken.

Auf das Thema Herzinfarkt, „Herz unter Stress“, macht die Brandenburger kardiologische Klinik mit zwei Veranstaltungen in ihrer „Herzwoche“ aufmerksam. Am Sonntag, den 13. November, lädt sie von 14 bis 16 Uhr zum Tag der offenen Tür mit vielen Gesprächsangeboten. Am Mittwoch, den 116. November, folgt von 18 Uhr an ein Vortragsabend rund ums gestresste Herz im Gesundheitszentrum am Hauptbahnhof Brandenburg.

Von Jürgen Lauterbach

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