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„Herzinfarkt-Opfer warten oft zu lange“

Herzwoche in Brandenburg „Herzinfarkt-Opfer warten oft zu lange“

Ehe Herzinfarkt-Opfer Hilfe rufen, zögern viele von ihnen zu lange, so dass wertvolle Stunden verloren gehen und unnötig viele Menschen deshalb sterben. Vor allem Männer sind oft zu zögerlich sagt der Brandenburger Chefkardiologe Oliver Ritter. Er lädt vom 8. bis 11. November zur Herzwoche ins Klinikum.

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Chefkardiologe Oliver Ritter lädt zur Herzwoche ein.

Quelle: JACQUELINE STEINER

Brandenburg/H. In der nächsten Woche beteiligt sich das Klinikum Brandenburg in der Hochstraße an der bundesweiten Herzwoche. Zum Thema „Herz in Gefahr – koronare Herzkrankheit und Herzinfarkt“ informiert das Zentrum für Innere Medizin I von Montag, den 9. November, bis Mittwoch, den 11. November, in drei Vorträgen jeweils im Konferenzraum der Cafeteria. Brandenburgs Chefkardiologe Oliver Ritter hofft, dass die Bürger bereits am Sonntag von 14 bis 16 Uhr zum Tag der offenen Tür in seine Klinik kommen.

MAZ: Warum beteiligen Sie sich erneut an der Herzwoche?

Oliver Ritter: Weil koronare Herzkrankheiten die Vorstufe zum Herzinfarkt sind und zwei Drittel der Behandlungsfälle unserer Klinik ausmachen. Immer noch sterben zu viele Menschen nach einem Herzinfarkt. Das möchten wir unbedingt vermeiden.

Welche Möglichkeiten sehen Sie?

Ritter: In Brandenburg müssen wir es schaffen, dass Menschen mit Herzinfarkt schneller im Krankenhaus sind. Im Bundesland Brandenburg enden von 100 000 Herzinfarkten 105 tödlich. Dass ist deutschlandweit der schlechteste Wert. In Berlin sind es nur halb so viele, in Schleswig-Holstein sogar nur 46.

Sind die Krankenhäuser schlechter oder woran liegt es?

Oliver Ritter: Ganz bestimmt nicht an den Kliniken. Ein Problem sind in einem Flächenland wie Brandenburg die mitunter weiten Transportwege. In den Städten Brandenburg und Potsdam sterben deutlich weniger Menschen nach einem Herzinfarkt als in ländlichen Regionen.

Müssen die Krankenwagen schneller werden?

Ritter: Das zwar auch. Das Hauptproblem ist aber die zu lange Rettungskette und die beginnt beim Patienten selbst.

Wie meinen Sie das?

Ritter: Die weitaus größte Verzögerung geschieht bei den Patienten. Sie warten oft zu lange, deuten ernsthafte Anzeichen eines Infarktes nicht richtig. Ehe sie Hilfe rufen, sind schon viele wertvolle Stunden verloren gegangen. Vor allem bei Männern.

Wie meinen Sie das?

Ritter: Frauen hören besser auf sich, gestehen sich ein, dass die Hilfe benötigen und wollen nicht den Helden spielen

Auf welche Anzeichen sollten die Menschen achten?

Ritter: Die Anzeichen für einen Herzinfarkt können vielfältig sein. Schmerzen und ein Engegefühl in Brust und Oberbrauch. Die Schmerzen können aber auch ausstrahlen in den Magen, den Nacken und den Kiefer. Niemand sollte zögern, die 112 anzurufen.

Wer hat ein erhöhtes Herzinfarktrisiko?

Ritter: Das Alter und eine erbliche Belastung spielen ebenso eine Rolle wie Bewegungsmangel, falsche Ernährung, Übergewicht, Rauchen und Stress. Wer bereits einen Infarkt erlitten hat, darf sich nicht in Sicherheit wiegen, denn er trägt das Risiko einer erneuten Attacke in sich.

Herz in Gefahr

Die Herzwoche läuft im Klinikum Brandenburg vom 8. bis. 11. November. Das Motto heißt: Herz in Gefahr – koronare Herzkrankheit und Herzinfarkt.

Am 8. November ist jedermann von 14 bis 16 Uhr eingeladen, den kardiologischen Funktionsbereich des Klinikums Brandenburg anzuschauen.

Herzspezialisten halten jeweils um 18 Uhr im Konferenzraum der Cafeteria des Klinikums in der Hochstraße Vorträge. Am 9. November über koronare Herzkrankheiten, am 10. November über deren Behandlung und die Risikofaktoren, am 11. November über den Herzinfarkt.

 

Von Jürgen Lauterbach

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