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Brandenburg/Havel Hier krähen die Hähne um die Wette
Lokales Brandenburg/Havel Hier krähen die Hähne um die Wette
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11:02 17.05.2016
Die Gewinner mit ihren prämierten Tieren. Quelle: Silvia Zimmermann
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Zitz

Das Krähen der Hähne war am Sonntagmorgen schon in aller Frühe zu hören aus Richtung Dorfgemeinschaftshaus Zitz. 41 Hähne verschiedener Rassen machten sich beim 35. Pfingstwettkrähen um die Wette lautstark bemerkbar. Der schwelende Nachbarschaftstreit um mutmaßliche Ruhestörung lieferte die Begleitmusik.

Seit 1981 treffen sich die Züchter jährlich am Pfingstsonntag in aller Frühe, um den besten krähenden Hahn zu ermittelt. Mit lautem, leisem, krächzendem oder tiefem Kikeriki schreit sich das Federvieh die Seele aus dem Leib.

Der lautstarke Ausscheid dauert eine Stunde

Eine Stunde lang wird gezählt, wie oft die Hähne in ihren Käfigen krähen. Bereits nach wenigen Minuten zeigt sich, welche Hähne am Ende als Sieger aus dem Wettstreit hervorgehen werden.

„Es liegt in der Natur des Hahnes zu krähen. Es ist ein normales Imponiergehabe und er zeigt dadurch seine Lebensfreude an. Jeder Vogel, vom Spatzen bis hin zur Großtrappe, zeigt ein solches Verhalten“, erklärt Tierarzt Reinhard Schlieper aus Zitz.

An manchen Boxen gab es für die Juroren nichts zu zählen. Quelle: Silvia Zimmermann

Auch Reno Nerling, den sein Nachbar wegen der Lärmbelästigung durch Hahnenschreie verklagt hat, beteiligt sich seinen drei Hähne der Rasse Chabo an dem Kräftemessen. „Dass Hähne krähen hat mit dem Nachbarschaftsstreit nichts zu tun. Es ist bei uns im Rassegeflügelzuchtverein Tradition und ich finde das gut“, sagt er

Die Nachzucht von der Rasse sei in diesem Jahr gut. „Die Küken sind ohne große Verluste aus den Eiern geschlüpft“, berichtet Nerling. Ein Huhn lege im Jahr etwa 100 Eier, die auch verbraucht würden. Nerling ist seit vielen Jahren Vereinsmitglied und seit letzten Jahr auch stellvertretender Vereinsvorsitzender.

Es nahmen Züchter und Hobby-Hühnerhalter mit 41 Tieren teil

Am diesjährigen Hähnekrähen beteiligen sich Züchter und Hobby-Hühnerhalter mit 41 Tieren. „Das ist eine Rekordbeteiligung. Die Halter kommen aus den Vereinen Zitz, Kade, Kirchmöser und Ziesar. Diesmal beteiligen auch viele Hühnerhalter, die nicht in Vereinen s÷ind, berichtet der Vereinsvorsitzender Steffen Jäger.

Denny Benkendorf aus Rogäsen hat sich im Frühjahr 2015 einen Hahn von Reno Nerling geholt. Er erzählt: „Zu Hause kräht er auch ordentlich. Hier war er sehr zurückhaltend und krähte nur 19 Mal in der Stunde. Meine Nachbarin, Gudrun Liebener, hat sich bei uns deswegen noch nicht beschwert.“

Die Gewinner

Sieger mit 98 Anschlägen wird ein Hahn der Rasse Yokohama. Besitzer Lothar Senf aus Viesen freut sich darüber. Er ist Mitglied im Rassegeflügelverein Kirchmöser.

Auf den zweiten Platz kräht sich ein Hahn der Rasse Antwerpener Bartzwerge mit 94 Anschlägen, er gehört Matthias Wühn aus Grüningen.

Den dritten Platz belegt ein Hahn der Rasse Zwerg Sussex mit 90 Anschlägen. Besitzer ist Tino Nerling aus Zitz.

Elf Hähne haben überhaupt nicht gekräht. Die Besitzer erhalten eine Urkunde, auf der ihnen bescheinigt wird, dass ihre Tiere nach dieser Nullnummer nachbarschaftsfreundliche Hähne sind.

Das Federvieh kräht diesmal weniger beachtet von den etwa 50 Männern, Frauen und Kindern. Denn alle diskutieren über den anhaltenden Rechtsstreit, der Zitz in die Schlagzeilen gebracht hat. Richard Brose aus Zitz sagt, dass es eine schöne Tradition in Zitz ist, das die Hähne krähen. Der 80-Jährige: „Wir haben selbst einen Hahn und der kräht, was das Zeug hält. Ich war mein ganzes Leben mit Leib und Seele Landwirt und ich kann das Verhalten der streitsuchenden Familie gar nicht verstehen.“

Viel Interesse an der Unterschriftenaktion

Brose unterschreibt wie weitere 47 Anwesende eine Unterschriftenliste. Er quittierte mit seinem Namen, die Botschaft lautet: „Wir sind ein Dorf. Bei uns krähen Hähne. Unsere Hühner legen Eier. Wir sind dafür, dass es so bleibt.“

Auch der Vorsitzende des Kreisverbandes der Geflügelzuchtvereine, Dirk Kuhröber, zählt zu den Unterzeichnern. Er hat zwei Hähne ins Rennen geschickt, davon kräht einer überhaupt nicht. Nach einer Stunde Zählen beendet Jäger das Wettkrähen und gibt die Ergebnisse bekannt. Mit den Worten, „es sind ein paar ordentliche Kräher dabei gewesen“, beginnt er die Siegerehrung.

Gruppenbild zum Abschluss des Wettbewerbes in Zitz. Quelle: Silvia Zimmermann

Die drei Hähne von Reno Nerling landen nicht auf den vorderen Plätzen. Mit 61, 46 und 5 Anschlägen (Krähen) in der Stunde belegen seine Tiere Mittelfeldplätze.

Sieger wird ein Hahn der Rasse Yokohama. Besitzer Lothar Senf aus Viesen freut sich darüber.

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Von Silvia Zimmermann

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