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Hilfe nach schwerem Brand

Familie in Buckau (Potsdam-Mittelmark) steht vor dem Nichts Hilfe nach schwerem Brand

Acht Tage nach einem schweren Brand ist das historische Wohngebäude der Birkenreismühle bei Buckau immer noch unbenutzbar. Dabei wird es wohl die nächste Zeit bleiben. Was das im Dachgeschoss tobende Feuer nicht vernichtete, ersoff bis ins Erdgeschoss in einer Mischung aus Löschwasser und Ruß. Die Besitzerfamilie steht vor dem Nichts.

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Familienoberhaupt Reiner Grossert wird von Tochter Jessica getröstet. Die Schäden am Wohngebäude und beim Hausrat sind groß.

Quelle: F. Bürstenbinder

Buckau. Auf ihr Prinzessinnenzimmer muss Anina (4) vorerst verzichten. Das Bett, der Schrank, die Spielsachen – die gesamte Einrichtung liegt schon im Sperrmüll. Im Container landete auch das Mobilar aus dem Kinderzimmer von Bruder Gabriel (6). Überall hängt Tapete von den Wänden, Putz fällt ab, der Laminatfußboden schlägt Buckel. In der feuchten Luft fällt das Atmen schwer. Wo noch Polster und Textilien überlebt haben, macht sich Schimmel breit. „Wir hatten die Zimmer erst vor kurzem renoviert“, berichtet die Mutter der Geschwister, Jessica Grossert (32).

Zustand des Hab und Guts: katastrophal

Acht Tage nach dem schweren Brand ist das historische Wohngebäude der Birkenreismühle bei Buckau immer noch unbenutzbar. Dabei wird es wohl die nächste Zeit bleiben. Was das im Dachgeschoss tobende Feuer nicht vernichtete, ersoff bis ins Erdgeschoss in einer Mischung aus Löschwasser und Ruß. Eine erste Bestandsaufnahme des Hausrats von Familienoberhaupt Reiner Grossert (63) und seiner Frau Zarina (63) ist ernüchternd: „Wir haben fast nichts mehr.“ Nur von den alten Küchenmöbeln und dem großen Esstisch mag sich das Ehepaar noch nicht trennen. Dort hat die ganze Familie immer zum Frühstück gesessen. Jetzt können die Grosserts nicht einmal mehr warmes Essen kochen.

Auch der Blick auf die denkmalgeschützte Bausubstanz macht traurig. Der Dachstuhl ist weggebrannt. Nicht zu retten ist wohl die oberste Decke des rund 300 Jahre alten Hauses. Lehm, Torf und Stroh haben sich so mit Wasser vollgesogen, dass sich die Decke durchzubiegen beginnt. Wohnen können die Grosserts in ihrem Haus auf unbestimmte Zeit nicht mehr. Sie sind vorerst in zwei Bungalows gezogen, die zum Gelände der Birkenreismühle gehören.

Zwei schwere Feuer

Die Birkenreismühle ist ein denkmalgeschütztes Gebäudeensemble, dessen Ursprung bis auf das 16. Jahrhundert zurückgeht. Das neben dem Wohnhaus stehende Mühlengebäude blieb bei dem Brand unbeschädigt.
Der Brand in der Birkenreismühle war das zweite schwere Feuer in Buckau in wenigen Jahren. Ende Oktober 2012 verlor Familie Jape ihr komplettes Wohnhaus. Auch damals konnte die MAZ über die Sterntaler-Aktion in der größten Not helfen.
Familie Grossert ist für jede Hilfe dankbar. Ein Spendenkonto ist eingerichtet. Kontakt: 0157/35732443.

Die Familie ist erst dabei zu klären, welche versicherungsrelevanten Ansprüche sie für das arg beschädigte Gebäude geltend machen können. „Der Hausrat war jedenfalls nicht gedeckt“, bedauert Reiner Grossert. Für die Helfer der ersten Stunde sind solche Fragen unerheblich. Gleich nach dem Brand erlebte die Birkenreismühle eine Welle der Hilfsbereitschaft. Randie Hase aus dem Nachbardorf Rottstock stellte kostenlos Container bereit. Andere Helfer lieferten eine Schuttrutsche und stellten eine Rüstung auf. Angeliefert wurden Latten und Planen, um das offene Dach zu schließen. Der Gasthof Haug versorgte die Familie mit einer kostenlosen Mahlzeit.

Unverschuldet in Not

„Und in der Kita Görzke kümmern sich die Erzieherinnen rührend um die Kleinen“, lobt Jessic Grossert. Eltern haben zu einer Spendensammlung aufgerufen. Für heute haben sich Helfer über das Internet zusammengefunden, die das Dachgeschoss vom Schutt beräumen wollen. Auch der MAZ Regionalverlag Brandenburg möchte für die unverschuldet in Not geratene Familie ein Zeichen der Hoffnung setzen und beteiligt sich mit Gutscheinen im Wert von 2000 Euro an der Wiederbeschaffung von Hausrat.

Ausgebrochen war das Feuer am Donnerstagabend vergangener Woche unter dem Dach. Vermutlich durch ein elektrisches Gerät. Zu dieser Zeit befanden sich acht Personen im Haus. Dazu gehörten neben Reiner und Zarina Grossert die Söhne Marco (44) und André (43) sowie Tochter Jessica mit den beiden Kindern. Anwesend war auch Marcell Preißer (37), der Freund von Jessica. Er hatte mit Marco und André versucht, das Feuer mit einem Gartenschlauch zu löschen. Dabei erlitten alle drei Männer Rauchgasverletzungen. Sie kamen ins Klinikum.

Feuerwehren aus dem Amt Ziesar hatten stundenlang mit Löscharbeiten zu tun. Wie durch ein Wunder überlebten die Haustiere das Drama fast unbeschadet, darunter ein Kapuzineräffchen, zwei Graupapageien und ein Ara.

Von Frank Bürstenbinder

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