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Brandenburg/Havel Hilferuf aus Weseram: Grünland vor dem Absaufen
Lokales Brandenburg/Havel Hilferuf aus Weseram: Grünland vor dem Absaufen
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15:49 10.01.2018
Marten Woellner vor vernässtem Grünland. Der Boden kann kein Wasser mehr aufnehmen, schon machen sich Binsen breit. Quelle: Frank Bürstenbinder
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Weseram/Roskow

Patsche, patsche – auf dem Grünland gibt es schnell nasse Füße. Entwässerungsgräben sind kurz vor dem Überlaufen. Der blanke Hans macht sich bis an den Fußballplatz heran. In der Feldmark zwischen Weseram und Roskow haben die ausgiebigen Regenfälle der letzten Wochen ihre Spuren hinterlassen. „Suppenschüsseln“, sagt Marten Woellner zu den tiefer liegenden Stellen, wo das Wasser nicht mehr versickert, weil der Boden vollends mit Nässe gesättigt ist.

Starker Frost wäre Gift

In der Landwirtschaft richten sich alle Blicke auf das Wetter. Gift für alle Kulturen auf durchnässten Böden wäre jetzt starker Frost. Die Erde würden hochfrieren und dabei die Wurzeln der Pflanzen abreißen. Die Gefahr hält sich aktuell in Grenzen.

Regenfälle und Sturmschäden sind nicht die einzigen Baustellen in der Feldmark. Entlang vieler Gräben zwischen Roskow und Weseram hat der Biber Bäume so schwer geschädigt, dass sie absterben. Teile stürzen in die Entwässerungssysteme.

Das Gebiet des Wasser- und Bodenverbandes Nauen umfasst eine Fläche von 165 000 Hektar zwischen Brandenburg und Potsdam mit über 2000 Kilometer Gräben. Es gibt 35 Schöpfwerke und 663 Stauanlagen zur Regulierung des Wasserstandes.

Der Vorstandsvorsitzende der Havelland-agrar e.G. Weseram blickt mit Sorge auf die kommenden Wochen. Gibt es weitere Niederschläge, sieht Woellner für die im März beginnende Grünlandpflege schwarz: „Die Technik zum Schleppen und Walzen kommt gar nicht erst auf die weichen Böden.“ Eine dauerhafte Vernässung würde zu Einbußen bei der Heuernte und beim Nachschub für die Biogasanlagen in Ketzin und Pessin führen. Seit der Abschaffung der Milchkühe ist der Verkauf von Grassilage an die Energieproduzenten zu einer wichtigen Einnahmequelle für die Weseramer geworden. Ein Vorgeschmack auf nasse Jahre bekam die Agrargenossenschaft 2017 zu spüren. Statt drei Schnitte, war nur eine Grasmahd möglich.

Nahe des Roskower Pumpwerkes hat Sturm Xavier für viel Kleinholz gesorgt. Quelle: Frank Bürstenbinder

Eine Gegenmaßnahme wäre die Anpassung der vorgegebenen Pegelstände an den Wasserdruck in der Landschaft. „20 Zentimeter weniger wären ein guter Puffer“, meint Agrar-Chef Woellner. Doch dazu müssten die Pumpwerke in Roskow und Weseram länger laufen. Im Fuchsbruch reicht das Aufziehen eines Wehres, um das Wasser im freien Gefälle abzuführen. Ein Antrag des Wasser- und Bodenverbandes Nauen an den Landkreis Potsdam-Mittelmark als Anlagenbesitzer auf Absenkung der Pegel war bis Mittwoch noch nicht entschieden. Dafür hat die Umweltbehörde ein anderes Anliegen des Wasser- und Bodenverbandes schon mal abgeschmettert.

So sieht es im Vorfluter vor dem Mahlbusen des Roskower Pumpwerkes aus. Quelle: Frank Bürstenbinder

Der Verband, der für die Unterhaltung der Gewässer II. Ordnung zuständig ist, wollte entlang wichtiger Vorfluter eine Frühjahrskrautung durchführen, um die Gräben für sommerliche Starkregenereignisse wie 2017 ausreichend durchlässig zu machen. „Das wären etwa 200 Kilometer gewesen. Daraus wird nun nichts, wobei der Landkreis Havelland den Antrag noch prüft“, teilte Verbandsgeschäftsführer Peter Hacke der MAZ mit. In Potsdam-Mittelmark ist eine Frühjahrskrautung nach DDR-Vorbild mit der Unteren Naturschutzbehörde nicht zu machen. „Einer Mahd in der Brut- und Nistzeit können wir nicht zustimmen. Da haben wir überhaupt keinen Ermessensspielraum“, sagte Umwelt-Fachdienstleiterin Dorothee Ortner auf Nachfrage. Ausnahmen seien erst bei Gefahr im Verzuge nach extremen Niederschlägen denkbar. „Wir gehen zunächst von einem normalen Wettergeschehen aus. Dann kann ab August wieder gekrautet werden“, so die Chefin des Umwelt-Ressorts.

Die Wassergräben zwischen Roskow und Weseram sind voll. Quelle: Frank Bürstenbinder

Angesichts der Prognosen über eine Klimaerwärmung mit mehr feuchter Luft, fordern Landwirtschaftsbetriebe schon lange eine frühzeitige Krautung der Entwässerungsgräben, um einen Puffer für nasse Sommer zu haben. „Unser Betrieb lebt von den Flächen, für die wir Pacht bezahlen. Eine dauerhafte Vernässung käme einer Enteignung gleich“, findet Weserams Agrar-Chef Woellner. Zugespitzt hat sich in diesem Winter die Situation durch den Herbststurm Xavier. Noch immer liegt viel Material in den Gräben, wodurch das Wasser zusätzlich angestaut wird, wie zum Beispiel entlang des Weges zum Roskower Pumpwerk. „Dort haben wir uns noch gar nicht hingetraut. Zu gefährlich für unsere Leute“, schildert Peter Hacke vom Wasser- und Bodenverband Nauen die Lage.

Von Frank Bürstenbinder

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