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Hochstapler narrt Vermieter und Polizei

Brandenburg an der Havel Hochstapler narrt Vermieter und Polizei

Im letzten Moment tauchte Donnerstag ein mit mehreren Haftbefehlen gesuchter Hochstapler in Brandenburg an der Havel unter und setzte sich offenbar nach Berlin ab. In Brandenburg hat er die Miete einer Ferienwohnung geprellt. Anderswo soll er in noblen Hotels kampiert haben.

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So offensichtlich hat die Polizei natürlich nicht auf den Hochstapler gewartet. Dennoch blieben alle Bemühungen umsonst.

Quelle: dpa

Brandenburg/H. „Irgendwann kam uns das spanisch vor. Das ist eine richtige Räuberpistole“, erzählt der Brandenburger Projektentwickler Bernd Jansen. Er ist Opfer eines Hochstaplers geworden. Jansen gehören weite Teile der zu Ferienwohnungen ausgebauten Mühle am Dom, die er wie ein Hotel vermietet.

Dort hatte sich vor zehn Tagen ein junger Mann eingemietet. „Der erzählte viel“, erinnerte sich Jansen. Das er das Geld für die Ferienwohnung überwiesen habe, wollte er mit einem Ausdruck auf seinem Handy beweisen. Dass er in Brandenburg eine Wohnung kaufen wolle, dass er zum katholischen Priester geweiht werde; dass er mit seiner Schwester eine große Erbschaft gemacht habe. Und dass er in schnell in die Schweiz müsse, dann aber über Berlin auch schnell wieder nach Brandenburg komme. Das alles ließ der Mann sein Umfeld wissen.

„Jedes Ding für sich klang gar nicht wirklich dumm. Aber in der Masse waren wir dann doch verunsichert“, erzählt Bernd Jansen. Ein Anruf bei einer von dem Fremden hinterlegten Adresse in der Schweiz brachte dann Klarheit. Dort war der als Steffen- Bernd T. in Brandenburg eingetragene Mann durchaus bekannt – als Ganove und Hochstapler. Offensichtlich war Jansen nicht der erste, dem das Tun des Hochstaplers komisch vorkam und der sich daher bei den Eidgenossen nach ihm erkundigte.

Lange recherchieren musste Jansen nun nicht mehr und rief die Polizei. Bei der schien der Name im Computer wie Ausschlag zu wirken. Eine ganze Reihe Haftbefehle – unter anderem aus Dresden und Leipzig – spuckte der Rechner aus.

Mit der Masche schien der muntere Plauderer schon einige Zeit erfolgreich unterwegs zu sein. Wenig später standen am Donnerstagnachmittag zwei Streifenwagen vor der Tür der Mühle. Doch der Gesuchte war ausgeflogen. Einer Freundin, die er sich in seinen Brandenburger Tagen zugelegt hatte, erzählte, T. sei in der Schweiz.

Das schienen aber weder die Polizisten noch der um seine Miete geprellte Bernd Jansen zu glauben. „Die Mühle war dann in der Nacht gut bewacht“, sagt Jansen. Die Polizei will nicht ins Detail gehen zu der Frage, was sie unternommen hat, um auf die Rückkehr des Hochstaplers vorbereitet zu sein. Fakt ist: T. scheint Wind bekommen zu haben. Er hat sich abgesetzt.

Seiner Brandenburger Freundin soll er gesagt habe, er bleibe vorerst in Berlin. Polizeisprecher Schmidt sagte auf Anfrage, die Brandenburger Polizei habe jetzt ihre Berliner Kollegen informiert. Für die Beamten vor Ort sei das Thema angeblich erledigt.

Bis zum Freitagabend war der Gesuchte tatsächlich noch nicht gefunden worden. Jansen will die Geschichte mit dem Abflug nach Berlin gar nicht glauben. Mehr als ein Fahrrad habe der Mann gar nicht. Ins Ausland zu fliegen, dürfte er sich nun nicht mehr trauen und selbst Berlin sei für den Ganoven nicht sicher.

„Ich denke, er ist noch in der Nähe“, sagt Bernd Jansen. Er wird die Augen offen halten. Wahrscheinlich tun das die Brandenburger Polizisten auch.

Von Benno Rougk

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