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Hohenferchesar: Importe aus der Bronzezeit

Fachtagung der Archäologen Hohenferchesar: Importe aus der Bronzezeit

Eine Lanze für Detektorenfunde brach der junge Archäologe Daniel Dübner am Freitag auf der Jahreskonferenz der Landesarchäologie im Audimax der Fachhochschule Brandenburg. Der promovierte Archäologe aus Halle hat sich für seinen Vortrag interessante Funde aus der Bronzezeit ausgeguckt, die natürlich auch aus Bronze sind.

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Die Dorfkirche, das Wahrzeichen von Hohenferchesar.

Quelle: JACQUELINE STEINER

Mittelmark. Eine Lanze für Detektorenfunde brach der junge Archäologe Daniel Dübner auf der Jahreskonferenz der Landesarchäologie im Audimax der Fachhochschule Brandenburg. „Meist steht die Sondengängerei im Vordergrund, aber das wissenschaftliche Potenzial aus Metallfunden wird oft nur selten genutzt“, sagt er. Allerdings stünden sie ohne näheren Kontext da.

Der promovierte Archäologe aus Halle, der beim Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege in Wünsdorf volontiert, hat sich für seinen Vortrag interessante Funde aus der Bronzezeit ausgeguckt, die natürlich auch aus Bronze sind: Ein Randleistenbeil und einen so genannten Stachelscheiben-Anhänger aus dem 14. bis 13. Jahrhundert vor Christi sowie ein Flügelortband jüngeren Datums. Dabei handelt es sich um das untere Ende einer Schwertscheide, das er auf etwa 780 bis 650 vor Christi datiert. Das Besondere für Dübner ist, dass Stachelscheibe und Ortband nicht von hier, sondern aus dem süddeutschen Raum „importiert“ seien.

Mit einem Metalldetektor aufgespürt und ans Tageslicht geholt, hat der viel beschäftigte ehrenamtliche Bodendenkmalpfleger Sieghard Wolter die drei Stücke bei Hohenferchesar an einem flachen Hang zur Bucht des Pritzerber Sees. Der 50-jährige Brandenburger geht im Umkreis von 30 Kilometern seit sieben Jahren im Auftrag des Brandenburgischen Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum (BLDAM) seinem Spürsinn nach. Sein bisher spektakulärster Fund war der auf einem Acker bei Götz geborgene Silbermünzen-Schatz.

Archäologe Thilo Stapelfeldt vom Landesamt ist im vorigen Jahr mit seinem Team bei Woltersdorf zwischen Wendsee und Wusterwitzer Brücke auf der Südseite des Elbe-Havel-Kanals, der dort bekanntlich verbreitert werden soll, auf einen endneolithischen Fundplatz aus der Zeit etwa 2200 vor Christus gestoßen. Rund 3500 Scherben an Gefäßkeramik, 3400 Feuersteinabschläge, darunter zwölf Pfeilspitzen, und 29 Gramm Knochen seien entdeckt worden. Ob die Knochen von Mensch oder Tier stammen, sei bisher unklar.

Interessent für Grabungsleiter Stapelfeldt ist die Mischung zweier endneolithischer Kulturen bei Fundstücken _ nämlich der Schönfelder Kultur und der Einzelgrabkultur. Die Frage sei, ob sie nebeneinander bestanden oder ob es eine Vermischung war wie er vermutet. Auf Grund der Fundstreuung hat der Experte außerdem versucht, den Grundriss eines Hauses zu rekonstruieren. „Aber auch das ist eine Hypothese“, sagt er.

Von Claudia Nack

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