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Hohenferchesar liest

Bibliothek im Dorftreff Hohenferchesar liest

Hohenferchesar hat sich seine Bibliothek erhalten. Seit vielen Jahren kümmert sich Heidrun Busse um die Ausleihe, die im Dorfgemeinschaftshaus untergebracht ist. In der einstigen Kita finden inzwischen viele Veranstaltungen statt.

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Heidrun Busse freut sich besonders über junge Leser.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Hohenferchesar. Jeden Dienstag öffnet Heidrun Busse (64) die Tür zur Schatzgrube für alle Literaturfreunde in Hohenferchesar. Der Ortsteil von Havelsee hat sich seine kleine Bibliothek erhalten. Seit vielen Jahren sind die Regale mit den rund 800 Bänden bei Heidrun Busse in guten Händen. Sie besorgt alles, was ihre Kundschaft gerne zum Schmökern hätte. Das kann „Ein Mann namens Ove“ von Fredrik Backmann sein. Oder Stefanie Zweigs „Nur die Liebe bleibt.“ Gefragt ist auch Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller und ihr Roman „Atemschaukel“.

Möglich wird ein interessanter und aktueller Bestand durch die gute Zusammenarbeit mit der in Lehnin ansässigen Kreisbibliothek, die Hohenferchesar auf Bestellung mit den gewünschten Büchern versorgt. Für Kinder ist die Auswahl ebenfalls reichlich. „Doch gerade der Nachwuchs könnte sich öfter in der Bibliothek sehen lassen“, bedauert Heidrun Busse. Auf ihren Karteikarten stehen etwa 20 Namen. Das Stammpublikum ist überwiegend weiblich. Die kostenlose Ausleihe erstreckt sich jeweils über vier Wochen. Sollte es einmal länger dauern, drückt Heidrun Busse beide Augen zu.

Die Dorfbibliothek wurde im Büro von Ortsvorsteherin Annemarie Pischner eingerichtet und ist damit Bestandteil des Dorfgemeinschaftshauses am Mühlenberg. Vor drei Jahren wurde die kommunale Einrichtung nach aufwendigen Umbauarbeiten eröffnet. Rund 90 000 Euro hatte die Stadt Havelsee in die Umnutzung der ehemaligen Kita investiert. Davon waren rund 52 000 Euro Fördermittel. „Die Nachfrage bei den Bürgern ist wirklich groß“, berichtet Ortsvorsteherin Pischner.

Zentrale Mitte ist ein Mehrzweckraum für rund 30 Personen, dem eine Küche und die Sanitäranlagen angeschlossen sind. Kaum ein Wochenende vergeht ohne Familienfeier. In der Woche treffen sich die Kartenspieler, die Senioren, eine Frauengruppe und der Yoga-Kurs. „Es war richtig, dass wir uns nach der Kita-Schließung für eine Begegnungsstätte stark gemacht haben. Es ist der einzige Ort im Dorf, wo die Leute zu solchen Zwecken zusammenkommen können“, findet Hohenferchesars Altbürgermeisterin Heidi Scheibe. Eine Gaststätte oder einen Einkaufsladen gibt es in dem 320-Einwohner-Dorf nicht mehr.

Unter freiem Himmel kommt ganz Hohenferchesar an diesem Sonnabend zusammen. Ab 11 Uhr wird auf dem Festplatz das Sommerfest gefeiert. Die Besucher erwartet einen Floh- und Bauernmarkt, Spiel und Spaß für Kinder. Am Abend Tanz für Jung und Alt.

Von Frank Bürstenbinder

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