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Hohenstücken wird luftiger

Brandenburg an der Havel Hohenstücken wird luftiger

An der Warschauer Straße verschwinden drei Wohnblöcke, die annähernd 20 Jahre leer standen, marode und nicht mehr wirtschaftlich nutzbar sind. Die frei werdenden Flächen von mehr als 5000 Quadratmetern will die Stadt zum Verkauf ausschreiben. Denkbar wäre ein Bebauen mit Seniorenwohnungen und sozialen Einrichtungen.

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Die Plattenbauten an der Warschauer Straße verschwinden.

Quelle: JACQUELINE STEINER

Brandenburg/H. Der Eingang zum Stadtteil Hohenstücken wird ansehnlicher: Derzeit verschwinden die drei Blöcke direkt an der Warschauer Straße hinter der Shell-Tankstelle. Sie sind in städtischem Besitz und sind nicht mehr mit vernünftigem Aufwand zu nutzen. Vor Jahren hatte die Stadt erwogen, hier Flüchtlinge und Asylbewerber unterzubringen, dies aber verworfen und das Angebot für eine Unterkunft in der ehemaligen Rolandkaserne angenommen. Auch die Idee eines Jugendhotels wurde wieder verworfen – zu ungünstig die Schnitte, zu groß der Aufwand zum Herrichten.

Nun also Abriss. Der Rückbau ist eine diffizile Angelegenheit, weil der mittlere Block vorsichtig mit einem Kran stückweise demontiert werden kann. Direkt benachbart ist eine Gewerbeeinheit mit einer Spielhalle und einem ehemaligen Bordellbetrieb. Der Komplex gehört einem Privateigentümer. Gefährdete Dachflächen des Flachbaus sind deshalb zum Schutz speziell abgedeckt. Die anderen beiden Blocks werden mit dem Bagger abgerissen, die Teile in einer kleinen Brechanlage zerkleinert.

Im April, spätestens im Mai soll die komplette Fläche beräumt und „besenrein“ sein, heißt es aus dem verantwortlichen Gebäude- und Liegenschaftsmanagement der Stadt GLM. Dann bleibt eine Gesamtfläche von 5411 Quadratmetern, geteilt durch besagte Gewerbeeinheit.

14.268 Kubikmeter umbauter Raum verschwinden

Zu DDR-Zeiten dienten die drei Blöcke als Arbeiterwohnheime, nach der Wende gab es eine zeitweise Nutzung als Büroräume.

Seit knapp 20 Jahren stehen sie nunmehr leer.

In ihnen gab es 4756 Quadratmeter Nutzfläche.

Nunmehr verschwinden 14.268 Kubikmeter umbauter Raum.

Die Kosten für den Rückbau betragen 290.000 Euro.

90 Prozent des Geldes kommen aus dem Förderprogramm Ost „Rückführung städtischer Infrastruktur – soziale Infrastruktur“.

Zehn Prozent bringt das Gebäude- und Liegenschaftsmanagement GLM aus seinem Haushalt auf.

Beauftragt mit dem Abriss ist die Firma GRA GmbH aus Gera (Garten- und Landschaftsbau, Recycling, Abbruch).

„Wir standen vor der Entscheidung, das Grundstück mit den alten Gebäuden zu verkaufen oder erst rückzubauen, um es dann auf den Markt zu bringen. Wir haben uns dann für den Abriss entschieden, weil wir es auch nicht mehr für zeitgemäß halten, diese Objekte irgendwie zu entwickeln“, sagt Bürgermeister Steffen Scheller (CDU). Weil der Kreischef des Arbeiter-Samariter-Bundes Norbert Maul Interesse an dem Grundstück signalisiert habe, sei es zu einem informellen Gespräch zwischen Scheller, Maul und GLM-Chefin Angelika Köhler gekommen über das mögliche Erweitern der erfolgreich etablierten Senioren-Wohnanlage in der Rosa-Luxemburg-Allee, für die es bereits eine lange Warteliste gebe.

Das bestätigt Maul: „In der Tat ist die bestehende Anlage mit den 18 Wohnungen sehr beliebt und die Warteliste lang. Wir denken über den Neubau von 24 Wohneinheiten nach.“ Ein Ingenieurbüro habe dazu Projektskizzen mit verschiedenen Szenarien erarbeitet. Eines sehe drei achtgeschossige Häuser mit übereinander liegenden Wohnungen vor, ein anderes ein Weiterführen des bisherigen Bungalow-Stils in Reihenhausbauweise. Hier sollen Senioren wohnen, individuelle Pflege- und Betreuungsleistungen sind dazu buchbar. Diese Unterlagen habe er den Verwaltungsvertretern auch mitgegeben.

Denkbar sei auch, so Maul, dass eine Teilfläche den Johannitern zur Verfügung gestellt wird, die ihr Hauptquartier ebenfalls an der Warschauer Straße haben, dieses erst im vergangenen Jahr erweitert und umgebaut haben und dennoch schon wieder knapp mit Platz sind.

Voraussetzung für solche Überlegungen sind aber, dass ASB und möglicherweise die Johanniter die frei werdenden Flächen auch bekommen. „Wir müssen und werden die Grundstücke in jedem Fall öffentlich ausschreiben. Danach wird entschieden, an wen sie gehen“, verspricht Scheller.

Allerdings ist es auch kein Geheimnis, dass man Ausschreibungen auch so formulieren kann, dass soziale und karitative Einrichtungen die besten Chancen haben, sich auf die Grundstücke zu bewerben.

Von André Wirsing

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