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Brandenburg/Havel Ralf Holzschuher gibt den SPD-Vorsitz auf
Lokales Brandenburg/Havel Ralf Holzschuher gibt den SPD-Vorsitz auf
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00:26 05.03.2018
Da hing der Himmel noch voller Geigen: Ralf Holzschuher (l.) und Jan van Lessen bei der Vorstellung des OB-Kandidaten. Quelle: Rüdiger Böhme
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Brandenburg/H.

„Natürlich bin ich unzufrieden“, sagt Ralf Holzschuher, seit 13 Jahre an der Spitze des SPD-Unterbezirks und Landtagsabgeordneter der Stadt Brandenburg. Am Wochenende mussten die Sozialdemokraten wieder eine schwere Niederlage einstecken. Ihr Kandidat für die Oberbürgermeisterwahl Jan van Lessen ging gegen Steffen Scheller unter. Auf jede Stimme für den parteilosen van Lessen kamen zwei für Scheller.

„Wir haben uns mehr versprochen“, sagt Holzschuher. Und es sei ja gut angelaufen, erinnert er an den Wahlkampfbeginn, als die frühere Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann bei allen Wahlterminen dominanter auftrat, als der Kandidat der CDU.

Thema weggenommen

„Doch dann nahm man Tiemann raus und auch die CDU hat sich rausgehalten“, sagt Holzschuher. Mit der Stoßrichtung „eine Stadt für alle“ habe Scheller fortan „in die gleiche Richtung argumentiert wie wir.“

Das habe das Bündnis aus SPD, Linken und Grünen so nicht erwartet. Denn „Scheller als Person, kann man nicht angreifen. Das ist ein netter Mann, der kommt sympathisch rüber. Mit dem Amtsbonus und der Tatsache, dass er in allen Themen drin steckt, war das für unseren Kandidaten schwer“, so Holzschuher weiter.

Wenige Gegner in der SPD

Am Montag hat die SPD die Lage nach der Wahl analysiert. Es gab einige Genossen, darunter Hubert Borns, Werner Jumpertz und Carsten Eichmüller, die Kritik laut werden ließen. Und auch Anca Güntsch, die die WhatsApp-Affäre nach ihrem Rauswurf aus der Gruppe 2016 öffentlich gemacht hatte und die vor Monaten von der politischen Bildfläche verschwand, hatte einen bizarren Auftritt, wie SPD-Leute berichten.

Doch die große Mehrheit der Anwesenden habe die gewählte Strategie eines gemeinsamen Kandidaten verteidigt. Wie berichtet, hatte jedoch Werner Jumpertz am Tag der Nominierung van Lessens plötzlich Carten Eichmüller als SPD-Kandidaten aus dem Hut zaubern wollen.

Eichmüller wollte nicht

Der Polizist, der davon wusste, saß schon im besten Anzug im Auditorium. Doch als sich nach Jumpertz Vorschlag Grabesstille im Saal breit machte, wies Eichmüller dieses Ansinnen zurück.

Es blieb den Genossen überdies nicht verborgen, dass Jumpertz kurz vor der Wahl wiederholt an der Seite von Scheller auftauchte. Was nicht so gut ankam, in der SPD. „Was ich jetzt als dienstältester Sozialdemokrat erwarte ist eine schonungslose Analyse“, schrieb Hubert Borns jetzt an alle seine 160 Genossen des Unterbezirks. Holzschuher, darauf angesprochen, meint schulterzuckend: „Hubert wird jetzt 80. Er ist ein guter Genosse.“

Rückzug als Vorsitzender

Wie es jetzt weitergeht? „Wir müssen uns neu aufstellen. Im kommenden Jahr sind wieder Wahlen.“ Eigentlich wären dann wieder SPD-Vorstandswahlen. Holzschuher will den Termin aber vorziehen auf das späte Frühjahr 2018.

„Ich werde dann nicht wieder als UB-Vorsitzender antreten“, sagt er. Die Partei brauche eine Neuausrichtung und müsse jetzt mit der Diskussion beginnen, wen sie an der Spitze will.

Er selbst werde diese Diskussion nicht befeuern und habe auch keine Vorschläge zu machen. Das hieße im Übrigen nicht, dass er sich aus der Politik zurück ziehe. Als Kandidat für den Landtag stehe er auch 2019 zur Verfügung, wenn das die Partei wolle.

Und auch für die SVV werde er kandidieren. Wie es mit der Stadtpolitik weitergehe, wisse er nicht zu sagen. Er hoffe darauf, dass Steffen Scheller seinen Ankündigungen, mit allen zu arbeiten, Taten folgen lasse. Man werde sich dem nicht verweigern, hieß es am Montag bei der SPD-Versammlung. Allerdings habe er Zweifel daran, dass das gelinge.

„Solange der private Lokalsender SKB mit Propaganda täglich versucht, uns gegeneinander aufzuhetzen, wird es schwer, etwas zu ändern.“ Er wisse, dass Propaganda nicht verboten sei und vieles von Meinungsfreiheit gedeckt sei. Aber er habe „das Gefühl, dass die Familie Tiemann gar nicht will, dass sich etwas ändert.“ Etliche Genossen würden sich deshalb öffentlichen Diskussionen gar nicht mehr stellen und den Saal verlassen, wenn der Sender dabei sei.

Und er wisse auch, sagt Holzschuher, dass er für diese Äußerungen wieder an den Pranger gestellt werde. Allerdings sei er zu lange im Geschäft um sich in seiner Meinung und seiner politischen Arbeit vom Geschrei ganz weniger Gegner beeinflussen zu lassen. Wo käme man dahin, wenn sich eine Partei von ein paar Männern, die allabendlich laut krakeelen, die Richtung vorgeben lassen würde, so Holzschuher.

Von Benno Rougk

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