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Holzschuher zögert mit OB-Kandidatur

Abwarten bis zur Bundestagswahl Holzschuher zögert mit OB-Kandidatur

Die SPD spannt die Brandenburger auf die Folter. Der am Wochenende wiedergewählte Unterbezirksvorsitzende Ralf Holzschuher mag sich noch nicht zu einer OB-Kandidatur bekennen. Er will erst den Ausgang der Bundestagswahl im September abwarten.Dann entscheidet sich die politische Zukunft von Amtsinhaberin Dietlind Tiemann (CDU).

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Ralf Holzschuher nach seiner Wiederwahl als Vorsitzender der SPD in Brandenburg an der Havel.

Quelle: Jürgen Lauterbach

Brandenburg/H. „Wenn in Brandenburg an der Havel eine Oberbürgermeisterwahl ansteht, wird die SPD „eine schnelle Antwort und eine klare Alternative“ haben, kündigte der SPD-Unterbezirksvorsitzende Ralf Holzschuher am Samstag auf dem Parteitag im TGZ an. Doch obwohl er mit 86 Prozent der Delegiertenstimmen wiedergewählt wurde und sein Parteifreund Hubert Borns ihn als „geborenen Kandidaten“ bezeichnete, zierte sich Holzschuher, die Bereitschaft zur eigenen Kandidatur bekannt zu geben.

Weniger zögerlich war der wiedergewählte Brandenburger Parteichef und Landtagsabgeordnete darin, die Haltung der Brandenburger CDU zur geplanten Verwaltungsreform im Land Brandenburg und zur Kreisstadt Rathenow als „konsequente Dummheit, die der Stadt schadet“ zu bezeichnen. Zwar folge auch er nicht bedingungslos der Linie im Land, zumal es eine klare Linie dort nicht gebe.

Doch ohne Entschuldung, so Holzschuher, bleibe Brandenburg/Havel immer nur Bittsteller. „Schuldenfreiheit ist wichtiger als Kreisfreiheit“, sagte der Mann, der mit einer Festlegung als SPD-Oberbürgermeisterkandidat warten will, bis die Bundestagswahl und damit die Zukunft von Dietlind Tiemann (CDU) entschieden ist.

Ralf Holzschuher (2vr) zögert noch mit einem Bekenntnis zur OB-Kandidatur

Ralf Holzschuher (2.v.r.) zögert noch mit einem Bekenntnis zur OB-Kandidatur.

Quelle: JürgenLauterbach

Anfeindungen von Gegnern steckt Holzschuher eigenen Worten zufolge weg. Wenn Mut bedeute, Tiemann zu unterstützen, lasse er sich lieber Feigheit vorwerfen. Gleichwohl, ohne die Stärkung von Brandenburg/Havel ergebe die geplante Reform keinen Sinn. Und ohne deren Kreisstadtfunktion könne ein künftiger Kreis nicht zusammenwachsen.

Sowohl Holzschuher als auch die Fraktionsvorsitzende Britta Kornmesser stellen in der Brandenburger SPD ein deutlich respektvolleres Klima fest als zu Zeiten, in der die Partei wegen Norbert Langerwisch und Dirk Stieger gespalten war. „Die Zeit des Misstrauens ist vorbei“, lobte Holzschuher die eigenen Leute.

Kornmesser hat wieder Spaß an der Politik und der SPD und teilte aus in Richtung ihrer alten Widersacher. Die Büfübü-Fraktion gebe ein „jämmerliches Bild“ ab, wenn sie sich auf die Jagd nach Posten begebe, sich „bei der CDU, der Oberbürgermeisterin und ihrem Familiensender“ anbiedere und keine Skrupel habe, sich mit der AfD zu verbünden.

In den Vorstandswahlen erhielt Holzschuher 25 der 29 Delegiertenstimmen bei einer Neinstimme. Zu seinen Vertretern gewählt wurden Daniel Keip (27 von 28 Stimmen) und Lieselotte Martius (23 Stimmen).

Der SPD-Direktkandidat für die nächste Bundestagswahl Erardo Rautenberg plädierte in seinem Grußwort für einen fairen Wahlkampf. Er rechne damit, dass die CDU-Kandidatin Dietlind Tiemann den Einzug in den Bundestag auf jeden Fall schaffe angesichts ihres Listenplatzes 3. Für den Wahlkreis wäre es doch nur gut, wenn er von zwei Abgeordneten vertreten würde, also Rautenberg und Tiemann. Rautenberg will seinen Beruf als Generalstaatsanwalt zwei Monate vor der Wahl unbezahlt ruhen lassen. Aus dem Amt heraus werde er nicht parteiisch tätig werden.

Von Jürgen Lauterbach

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