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Honig und Knoblauch wandern ins Museum

Regionalmarkt Honig und Knoblauch wandern ins Museum

Ausgerechnet in einem Landesmuseum findet ein Markt statt. Regionale Produkte sind ein Stück Kulturgeschichte, lautet die Erklärung. Jede Menge los war wieder im Pauli-Kloster, wo zahlreiche Hersteller und Händler auf begeisterte Käufer trafen.

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Detlef Werner von der mobilen Knoblauchräucherei preist seine Ware sichtlich mit Spaß an.

Quelle: Brigitte Einbrodt

Brandenburg/H. Honig schlecken, vom scharfen Senf probieren, ein Stück Schokolade naschen oder am geräucherten Knoblauch schnuppern, dann zur Verdauung ein Probiergläschen Whisky. Beim Regionalmarkt am vergangenen Wochenende nutzten viele Brandenburger aus der Havelstadt und den umliegenden Gemeinden diese Gelegenheit. Sie ließen sich erklären, wie frischgepresstes Öl aufbewahrt wird, welche alten Kartoffelsorten am besten zu welchem Gericht schmecken. In und vor dem Paulikloster herrschte turbulente Marktatmosphäre.

Oliver Herz hatte 24 Sorten Kartoffeln dabei

Oliver Herz hatte 24 Sorten Kartoffeln dabei.

Quelle: Brigitte Einbrodt

Aber warum lädt ausgerechnet ein Landesmuseum zu solch einem Event ein? Weil Essen auch Kulturgeschichte ist. Der Erhalt biologischer Vielfalt stand im Mittelpunkt, regionale Produkte sollen vielfältiger genutzt, wiederentdeckt werden. „Der bewusste Umgang mit einheimischen Lebensmitteln“ liegt Michael Schneider am Herzen. Der Pressesprecher des Archäologischen Landesmuseums sagte: „Angesichts der wachsenden Armut auf der Welt und damit verbunden mit Hunger ist ein gesundes Maß an Ernährung wieder im Focus.“ Aussteller fanden am Sonnabend und Sonntag mit diesem Anliegen zahlreiche interessierte Zuhörer und von regionalen Produkten überzeugte Käufer. Bereits vier Stunden nach der Eröffnung waren es schon ungefähr 1500 auf dem nunmehr 5. Regionalmarkt, der nicht ausschließlich auf Biokost und ökologischen Landbau ausgerichtet ist. Denn bewusste Ernährung geht einher mit hoher Qualität und gutem Geschmack.

Sebastian Michel vertritt einen Luckauer Familienbetrieb, der Schokolade herstellt

Sebastian Michel vertritt einen Luckauer Familienbetrieb, der Schokolade herstellt.

Quelle: Brigitte Einbrodt

Einer, der im Havelland auf keinen Fall fehlen darf, ist der „Apfelmann“. Jürgen Sinnecker aus Zehdenick ist seit fünf Jahren dabei. Der Pomologenverein, dem er angehört, setzt sich dafür ein, dass die Leute sensibler werden für die Bewahrung alter Apfelsorten. Es ist gar nicht so einfach, die Sorte zu bestimmen. Die Reife der Frucht, und wie der Baum aussieht, helfen dem studierten Pflanzenzüchter dabei. Er erzählte, dass es auf der ganzen Welt etwa 2500 Apfelsorten gibt. Für die Ausstellung hatte er 40 auf Tellern aufgetischt und verteilte kleine Kostproben. Auch Margot Rosse aus Havelsee konnte er helfen. Sie brachte eigene Früchte mit und wollte Tipps zum Mosten hören.

Der „Apfelmann“ Jürgen Sinnecker kann viel über alte Sorten erzählen

Der „Apfelmann“ Jürgen Sinnecker kann viel über alte Sorten erzählen. Charlotte und Dorothea aus Berlin hören aufmerksam zu.

Quelle: Brigitte Einbrodt

Vielfalt und Geschmack, das ist auch Oliver Herz aus Bad Belzig wichtig, wenn er seine 24 Kartoffelsorten nicht nur erklärt, sondern auch reichlich verkauft. „Zurzeit ist der blaue Schwede stark nachgefragt“, sagte er und stellte schon die nächste Tüte auf die Waage. Selbstbewusst stand Sebastian Michel aus dem Luckauer Familienbetrieb an seinem dekorativen Stand. Der junge Mann sagte: „Wir stellen vernünftige Schokolade her. Das heißt, frei von Fremdfetten, mit wenigen Zutaten, aber viel Kakao.“ Warum Detlef Werner mit seiner mobilen Knoblauchräucherei nicht im Discounter verkaufen würde, begründete er so: „Ich bin ein Lebensmittelhandwerker, kein Hersteller.“ Der fröhliche Graubärtige aus Hennigsdorf kam gerade von einer ähnlich ausgerichteten Messe aus Riga, von der er nicht genug schwärmen konnte. Märkte wie dieser in Brandenburg, dem er seit drei Jahren die Treue hält, seien wichtig. Er ist Optimist, dass immer mehr Menschen bei regionalen Erzeugern kaufen werden.

Michael und Günter Schulz aus Werder an ihrem Whisky-Stand

Michael und Günter Schulz aus Werder an ihrem Whisky-Stand.

Quelle: Brigitte Einbrodt

„Regional hat zugenommen“, sagten auch die Werderaner Whisky-Brenner, Günter und Michael Schultz. Vater und Sohn hätten mittlerweile schon Stammkunden, die heute auch aus Magdeburg und Leipzig anreisten, um einen guten Tropfen zu genießen. Weil sie wissen, wo er herkommt.

Von Brigitte Einbrodt

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