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Brandenburg/Havel Honigbienen fliegen auf Raps
Lokales Brandenburg/Havel Honigbienen fliegen auf Raps
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15:38 18.04.2016
Landwirt Ulrich Benedix (l.) bespricht mit den Imkern Axel Hellner, Fritz Krüger sowie Siegfried und Erika Moritz den Anbauplan der Kranepuhler Genossenschaft. Quelle: Frank Bürstenbinder
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Mittelmark

Es wird wieder Gelb auf den Feldern. Mit der Rapsblüte bekommen die Imker zwischen Havelland und Fläming Arbeit. Sie wollen die wichtige Frühjahrstracht für ihre Bienenvölker richtig nutzen, denn Raps gehört zu den besten Nektar- und Pollenlieferanten. Während die Bienen ihrem Besitzer reichlich Honig bescheren, profitiert auch der Landwirt von den fleißigen Insekten. Neben dem Einsammeln von Nektar haben die Bienen einen Nebenjob als Bestäuber im gelben Blütenmeer.

„Mit Hilfe der Bienen gehen wir von einem spürbar höheren Schotenbesatz pro Pflanze aus“, ist Ulrich Benedix von der Produktivgenossenschaft „Flämingrind“ in Kranepuhl bei Bad Belzig überzeugt. Experten geben die Ertragssteigerungen gegenüber einer Windbestäubung mit etwa 30 Prozent an, lässt man Imker an die Felder. Eine Win-Win-Situation für alle Seiten. Damit die Bienenzüchter wissen, was die Äcker in diesem Jahr für die Honigproduktion interessant macht, lädt „Flämingrind“-Vorstand Benedix im Frühjahr Imker aus dem Kreisverband Bad Belzig zum Imkerfrühstück ein. Dabei wird der Anbauplan des Agrarbetriebes vorgestellt.

Gut über den Winter gekommen

Wie die Obstblüte ist der Raps für die Biene eine willkommene Trachtpflanze, die Nektar und Pollen bringt. Imker berichten, dass der Raps immer früher blüht. Deshalb finden in bestimmten Lagen Raps- und Obstblüte oft schon zur selben Zeit statt.

Nach Berichten mittelmärkischer Bienenzüchter sind ihre Völker relativ gut über den Winter gekommen. Zwar gab es regional unterschiedliche Verluste, doch ist das Ausmaß des Bienensterbens längst nicht so hoch wie im Winter 2014/15.

Raps, Sonnenblumen, Blaue Süßlupine und zum Ende des Vegetationsjahres eine über 20 Hektar große Bienenweide mit Herbstblühern, wo sich die Bienen ihre Wintervorräte holen können. So sieht grob das Angebot der Feldbauern südlich von Bad Belzig bis zur A 9 an die Imker aus. „In Kranepuhl treffen wir Imker immer auf offene Ohren. So kann eine gute Zusammenarbeit aussehen“, findet Kreisverbandsvorsitzender Axel Hellner aus Bad Belzig. Er vertritt derzeit 35 Mitglieder, darunter Imker aus Golzow, Niemegk und Treuenbrietzen. Damit sich die Bienenzüchter nicht gegenseitig ins Gehege kommen, wird bei einem gemeinsamen Blick auf den Anbauplan über die günstigsten Standorte der Bienenkästen gefachsimpelt.

Sensible Spritzung

„Die Imker klären unter sich, wer sich wo aufstellt. Wir machen bienenfreundliche Angebote, die sich auch auf die eigentliche Pflanzenproduktion erstrecken“, so „Fläming-Rind“-Vorstand Benedix. Stichwort Pflanzenschutzmittel. „Da gehen wir sehr sensibel vor. Es wurde neue Düsentechnik angeschafft, die den oberen Pflanzenbereich ausgrenzt, für weniger Abdrift und andere Tropfengrößen sorgt“, berichtet Feldbauchef Hartmut Schulze. Die Spritzung gegen den gefürchteten Rapsglanzkäfer ist bereits durch. Ob auch während der Blüte eine Spritzung mit einem als nicht bienengefährlich eingestuften Mittel notwendig wird, ist derzeit offen. In Kranepuhl gehört es zum guten Ton, dass der Betrieb die Imker über jede Pflanzenbehandlung vorab informiert, damit die Felder zwei bis drei Tage später abgewandert werden können. Der 85-jährige Imker Fritz Krüger aus Bad Belzig sagt dazu: „Ich stehe seit 40 Jahren in Kranepuhl. Durch Spritzungen haben meine Bienen noch nie Schaden genommen.“

Die künftige Bienenweide legen die Bauern dort an, wo jetzt Gerste wächst. Der Saat-Teppich mit unzähligen Futterpflanzen der Bienen ist auch eine Antwort des Unternehmens auf die neuen Vorgaben der Europäischen Union. Unter dem Schlagwort Greening geht es um die Erbringung zusätzlicher Leistungen für Natur und Umwelt. Wer weiter den vollen Prämiensatz im Rahmen der EU-Direktzahlungen kassieren will, muss sich seit 2015 den Greening-Auflagen fügen. Und zwar mit sogenannten ökologischen Vorrangflächen.

Zwischenfrucht gewinnt an Bedeutung

Der Anbau von Zwischenfrüchten wie Senf, Ölrettich, Lupine, Futtererbsen und Klee bekommt wieder eine größere Bedeutung. Zusammen mit Hecken, Aufforstungen, Brachen, Tümpeln, Feldrandstreifen, Terrassen, Steinwällen und anderen Landschaftselementen müssen diese mindestens fünf Prozent der gesamten Brutto-Ackerfläche einnehmen. Am Ende hat auch die Genossenschaft etwas von dem reich gedeckten Tisch für die Bienen. Die Blütenpflanzen frieren ab, werden untergescheibt und geben einen guten Humus für den Mais im nächsten Jahr.

Von Frank Bürstenbinder

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