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Hopfen und Malz in der alten Feuerwehr

Schmerzker Brauhaus geht an den Start Hopfen und Malz in der alten Feuerwehr

Die Schmerzker brauen sich ihr Bier selbst. Dazu wird in der alten Feuerwache an diesem Mittwoch der erste Sud angesetzt. In etwa vier Wochen kann der Gerstensaft mit dem Namen Hebenbräu abgefüllt und ausgeschenkt werden. Wie es schmecken soll, verrät Hobby-Brauer Jens Beiler.

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Startklar für das erste Hebenbräu aus Schmerzke: Michael Götte, Jens Beiler und Cliff Schönemann (v.l.)

Quelle: JACQUELINE STEINER

Schmerzke. Bodenständig, süffig, mit leichter Malz- und Hopfennote. So soll es schmecken, das helle Lagerbier, welches ab Ende Oktober aus den Tanks des Schmerzker Brauhauses in Flaschen und Fässer abgefüllt wird. In dieser Woche hat der Probetrieb der ausschließlich aus Edelstahl bestehenden Anlage begonnen. „Schon vor dem ersten Sud erlebten wir eine spannende Phase. Getestet wurden Heiz- und Kühlkreislauf. Tanks, Sudkessel und Läuterbottich müssen dicht sein“, erläutert Michael Götte. Der Schmerzker gehört zusammen mit Frank Westphal zu den Investoren, die das Schmerzker Brauhaus als Gesellschafter einer GmbH betreiben.

Das Logo für ein neues regionales Produkt aus Schmerzke

Das Logo für ein neues regionales Produkt aus Schmerzke.

Quelle: privat

Die freiwilligen Feuerwehrleute aus Schmerzke hätten sich wohl im Leben nie vorstellen können, dass in ihre Fahrzeughalle eines Tages Hopfen und Malz einziehen. Doch mit der Inbetriebnahme des neuen Gerätehaus wurde das aus den 1970er-Jahren stammende Gebäude frei. Für die Nachnutzung als Brauhaus pachteten die Investoren die Immobilie von der Stadt Brandenburg. Rund 120 000 Euro kostete allein die Produktionsanlage. Darin stecken auch Fördermittel aus dem EU-Topf zur Ländlichen Entwicklung. Herzstück ist der mobile Maische- und Sudkessel mit einem Fassungsvermögen von rund 500 Litern. Daneben steht der ebenfalls fahrbare Läuterkessel, in dem die festen Bestandteile der Maische von den flüssigen getrennt werden. Die fünf Tanks im hinteren Teil fassen jeweils 1000 Liter. Die ehemalige Fahrzeughalle hat einen neuen Fußboden erhalten, die Wände sind mit hellen Fliesen verkleidet. Rohstoffe wie verschiedene Malzsorten und Hopfen aus dem bayerischen Hallertau liegen schon in Säcken bereit. „Mit jedem Tag vor dem ersten Sud steigt die Spannung. Bierbrauen hat in Schmerzke keine Tradition. Die Leute brannten früher eher Schnaps oder setzten Wein an“, berichtet Mitinhaber Götte.

Zu  Malz, Wasser und Hefe gehören dieses Hopfenpellets aus dem Hallertau

Zu Malz, Wasser und Hefe gehören dieses Hopfenpellets aus dem Hallertau.

Quelle: JACQUELINE STEINER

Die eigentliche Bierproduktion überlassen die Investoren Jens Beiler. Der Golzower Gastronom (Zickengang) betätigt sich in Schmerzke als Brauer. „Ich freue mich auf die neue Herausforderung“, sagte Beiler der MAZ. Ein halbes Jahr hat er sich intensiv mit der Kunst des Bierbrauens beschäftigt. Mehrfach besuchte er Brauereien im Allgäu. Auch Beiler sieht man die Aufregung vor dem Start an. Kein Wunder, Geschmack und Bekömmlichkeit entscheiden über den Erfolg am Markt. „Sicher werden wir am Anfang etwas mit den Mischungsverhältnissen experimentieren. Zeigen wird sich auch wie sich die Rohstoffe mit dem Brandenburger Wasser vertragen“, so Beiler. Das Brauhaus besitzt keinen eigenen Brunnen. Stadtwasser aus Mahlenzien tut es auch. Für die Testphase haben sich die Schmerzker zusätzlich Cliff Schönemann an den Kessel geholt. Der Leipziger betreibt in der Messestadt eine baugleiche Anlage mit Ausschank und verfügt über langjährige Erfahrungen, die ihn zum Einfahren der Produktionsstätte befähigen.

Das geschrotete Malz, das mit Wasser zur Maische vermischt wird, besteht  aus aufbereitetem Getreide

Das geschrotete Malz, das mit Wasser zur Maische vermischt wird, besteht aus aufbereitetem Getreide.

Quelle: JACQUELINE STEINER

Nach dem ersten Sud, der erstmals an diesem Mittwoch angesetzt wird, muss das Bier vier bis fünf Wochen in den Tanks lagern. Ende Oktober wird mit dem ersten Gerstensaft aus Schmerzke gerechnet. Das untergärige Bier soll einen Alkoholgehalt von rund fünf Prozent haben. Einen Namen gibt es schon – Hebenbräu. Natürlich lässt sich mit dem Getränk einen heben, doch gemeint ist ein Flurname westlich von Schmerzke, den bislang jedenfalls nur Einheimische kennen. Der Heben steht für eine naturbelassene Niederung, deren Name an den Stammtischen eine identitätsstiftende Wirkung verbreiten soll. Hebenbräu wird vor Ort in Fässern und von einem externen Dienstleister in Flaschen abgefüllt. Vertrieben werden soll es ausschließlich in der Region Brandenburg.

Von Frank Bürstenbinder

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