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Hotel schlägt Wohnungen am Ufer

Entwicklung des Packhofes in Brandenburg/H. Hotel schlägt Wohnungen am Ufer

Die jeweiligen Befürworter der beiden Konzepte zum Bebauen des Packhofes stehen sich unversöhnlich gegenüber: Die einen wollen unbedingt ein großes Hotel am Ufer, die anderen präferieren Wohnen. Eine Bewertungkommission hat nun eine Empfehlung für die Hotelbauer gegeben.

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Die schematischen Darstellungen der Pläne, die das Wohnen auf dem Packhof präferieren.

Quelle: Volkmar Maloszyk

Brandenburg/H. Formal haben beide Entwürfe den Bedingungen des Exposés zum Packhof entsprochen – doch gegensätzlicher konnten die Entwürfe der beiden Bewerber nicht sein, die am Donnerstag öffentlich im Altstädtischen Rathaus vor einer Bewertungskommission präsentiert worden sind.

Wohnbebauung und Hotel sind die Elemente, die auf einer 29.000 Quadratmeter großen Fläche anzuordnen waren. Jeder Bewerber legte seine Gewichtung anders.

Ein Team besteht aus den Investoren Prinz von Preußen Grundbesitz AG und Wohnungsbaugenossenschaft WBG sowie den Planern vom Architekturbüro Krekeler sowie Georg Marsfeld. Ihre Idee: Ein großer Wohnkomplex ist relativ zentral auf dem Areal platziert, kammartig erstrecken sich fünf Hauszeilen in Richtung Näthewinde. Anleihen wurden bei Wasser- und Lagerhäusern sowie Wohnhöfen genommen – das ermöglicht eine gewisse Kompaktheit, andererseits gibt es durch das modulare Prinzip vielfältige Teilungs- an Anordnungsmöglichkeiten. „Wir bauen praktisch die Innenstadt weiter und schaffen so ein städtisches Quartier“, sagt Planer Marsfeld. In Höhe der Stadtwerke ist das Hotel angeordnet – es ist in drei hintereinander stehenden und mit einem Wandelgang verbundenen Gebäuden geteilt, in Höhe des Historischen Hafens ist ein Zweigeschosser mit Restaurant und Wellness-Etage angeschlossen. Das Problem des Parkens haben die Planer einfach „verschwinden“ lassen. Unter die Wohn- und Hotelbauten werden Tiefgaragen geschoben. Keine reinen Kellergeschosse – das geht wegen des hohen Grundwasserstandes und der Bodenbelastung nicht. Deshalb wird jeweils das Parkdeck 1,50 Meter tief eingegraben und ragt dann 1,50 Meter heraus, auf die Deckenplatten werden die Gebäude gesetzt. Als Hotelbetreiber würde die österreichische AHC-Gruppe fungieren, in deren Aufsichtsrat der Prinz von Preußen sitzt. Von den Wohnungen würden 40 Prozent die WBG als Mietwohnungen für ihre Mitglieder herstellen, die anderen 60 Prozent hält die Grundbesitz AG – jeweils zur Hälfte Miet- und Eigentumswohnungen. In dreieinhalb Jahren könnte der Packhof komplett bebaut sein, sagt Ingo Bethke von der Prinz von Preußen Grundbesitz AG.

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Auf großes Interesse stieß die öffentliche Anhörung des Expertengremiums zum Bewerten der beiden Angebote von Investoren zum Bebauen einer knapp drei Hektar großen Fläche auf dem Packhof. Etwa 150 Bürger kamen am Donnerstagvormittag in den Rolandsaal.

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Eine Bauzeit von insgesamt drei Jahren verspricht der andere Bewerber Thorsten Schütte, einer der Gesellschafter der Premero Immobilien GmbH in Hamburg. Die Premero ist der Investor, der Hamburger Hotelentwickler RIMC würde das Haus dann betreiben. Das Hotel nimmt faktisch fast die ganze Uferbreite an Havel und Näthewinde ein, präsentiert wurde der Entwurf, der bereits seit sechs Monaten im Umlauf ist. 122 Zimmer soll das Vier-Sterne-Haus haben, hinzu kommt noch ein Komplex für Langzeitwohnen (Boardinghouse) sowie ein 4790 Quadratmeter großer Spa- und Wellnesstrakt mit 25-, den aber weder Premero noch RIMC, sondern ein Externer betreiben soll. Das Bettenhaus ragt dann aber mit einem Luftgeschoss über den Uferweg hinweg weit in die Näthewinde hinein. Der gesamte Hotelkomplex soll knapp 20.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche haben. Das Wohnen umfasst etwa 16.000 Quadratmeter, Schütte sagt dazu nur, dass zwei Drittel Eigentums- und ein Drittel Mietwohnungen sein sollen und das man auf eine luftige Bebauung mit Grün und „Piazzen“ Wert gelegt habe. Gleichwohl könne man das Bauland auch teilen, an andere Wohnungsbauinvestoren oder lokale Gesellschaften weitergeben. „Wir entwickeln gerade gleichzeitig 16 Hotelprojekte, da sind wir auch auf die lokalen Player angewiesen.“ Wenn aber das Hotel und der Betreiber in der Stadt aber nicht gewollt seien, habe er kein Problem damit, sich auf die anderen Projekte zu konzentrieren, gibt Schütte zu verstehen. „Wir sind bereit 92 Millionen Euro hier einzubringen.“ Das Thema Parken geht dieser Investor anders an, auch wenn er ebenfalls die Autos unsichtbar macht. Nämlich in einem dreigeschossigen „komplett begrünten Würfel“ mit einer Grundfläche von 40 mal 40 Metern mitten auf dem Platz. Der Stellplatzsuchende hält mit seinem Auto in einer der Übergabeboxen am Eingang, ein automatisches Parksystem stapelt den Wagen dann platzsparend weg. 450 Plätze soll das Parkhaus haben, bis zu 150 Plätze davon für Hotelgäste. Zudem soll es 52 Kurzzeitparkplätze direkt am Hotel geben, sagt der Investor.

Von André Wirsing

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