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Brandenburg/Havel Hunderte strömen durch die Altstadt
Lokales Brandenburg/Havel Hunderte strömen durch die Altstadt
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19:04 20.08.2017
Im Hof von der Grünen in der Ritterstraße: Einfach sitzen, plaudern und die Idylle genießen. Quelle: Rüdiger Böhme
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Brandenburg/H.

Die Wegweiser in die Altstadt sind mit weißer Schrift auf grünem Grund bereits am Bahnhof zu finden. Und die Fahnen in diesen typischen Farben der Brandenburger Altstadt finden die Besucher dann 21 Mal vor altehrwürdigen Häusern gefunden, in deren Höfe man schauen darf. Je später der Nachmittag, desto mehr Gäste flanieren durch die Bäckerstraße, auf dem Altstädtischen Markt und durch die angrenzenden Gassen. Die Altstadt pulsiert regelrecht: Der Verein „Die Altstädter“ hat am Samstagnachmittag zum 18. Höfefest eingeladen.

Hunderte Menschen zieht es nun dorthin, wo eine Mischung aus Wohnen und Gewerbe zwar abgenommen hat, aber noch immer dominiert. Das soll so bleiben und das Fest die Neugier auf die Entwicklung dieses historischen Stadtteils weiter wachsen lassen. Charakteristisch für dieses Stadtteilfest ist, dass vor allem die Einheimischen kommen. Aufmerksam den Flyer studierend, sind hunderte Havelstädter bemüht, Neues über die historischen Gebäude erfahren. Eine wunderbar heitere und entspannte Stimmung weht durch die Straßen und Höfe.

Der Hof des Bürgerhauses in der Altstadt war ebenfalls ein großer Besuchermagnet wie viele andere Höfe auch. Quelle: Rüdiger Böhme

Das Ziel der ehrenamtlichen Vereinsmitglieder ist es, mit Kunst und Kultur mehr Leben in die Innenstadt zu bringen. Das Fest mit seinem beliebten eigenem Charme trägt dazu bei. Denn auf den meist begrünten Innenhöfen lassen es sich die Gäste bei Speis und Trank, bei lauter oder leiser Musik gut gehen.

Im Hof des Stadtmuseums eine Miniatureisenbahn. 1503 Gäste zog es allein in den Museumshof in der Ritterstraße. Quelle: Rüdiger Böhme

Je nach Geschmack. Es ist ja nicht selbstverständlich, dass die Bewohner oder Eigentümer in ihre privaten Höfe einladen. Deshalb beginnt der Verein die Organisation des Festes etwa fünf Monate vorher, und fragt, wer mitmachen will und kann. Kathrin Arndt, Vorsitzende der „Altstädter“, ist stolz darauf, dieses sehr private Fest immer wieder auf die Beine stellen zu können und das ohne Fördergeld der Stadt. Etwa 50 Mitglieder hat der Verein, natürlich mit unterschiedlichem Zeitbudget, um aktiv mitzumachen.

Ohne die beiden Altstadt-Originale Norbert Marx und Heinz Morio ( r.) geht es auch bei den Höfefesten nicht. Mit Gitarre und Akkordeon spielten sie auf den Straßen havelländische und andere Volkslieder. Quelle: Rüdiger Böhme

Kathrin Arndt ist selbst mittendrin im Geschehen, auf dem Hof der Bäckerstraße 14, dem Bürgerhaus Altstadt. Das große Handbrot muss aus dem Backofen, es duftet beim Anschneiden, und die Schlange wird länger, der Appetit ist groß.

Goldschmiedin Heike Burgemann vor ihrem Geschäft zeigt traditionelles Schmuckhandwerk. Quelle: Rüdiger Böhme

Andrea Mende sitzt mit ihren Kindern Jakob und Maximilian auf dem Hof Bauch/Rückert in der Rathenower Straße 18. Sie mag das Milieu hier, bei Kaffee und Kuchen, und die Söhne spielen vertieft in einem aus Holz gefertigten Spielplatz. „Ich wohne in einem Einfamilienhaus“, sagt die Brandenburgerin, „deshalb ist es so schön, auch mal diese Höfe zu sehen, die zu meiner Stadt gehören.“ Etwas lebhafter geht es in der Bäckerstraße 47 zu. Der Chor bereitete seinen Auftritt vor und viele ältere Menschen suchen aufgeregt nach einem Plätzchen zum Zuhören. Inge Koch, die seit 1945 in der Havelstadt lebt und die ihren Mann wie immer zum Auftritt begleitet, freut sich: „Jetzt kommt hier Leben rein.“ Die Stimmung sei einfach toll.

Idyllische Stimmung, das macht das Höfefest in der Brandenburger Altstadt so beliebt. Quelle: Rüdiger Böhme

Auch das Rathaus am Altstädtischen Markt hat seine Türen am Nachmittag weit offen. Die Mitarbeiterinnen haben zu tun, Neugierige in das Standesamt zu begleiten und die zahlreichen Fragen zu beantworten. „Schade, dass der Ratskeller immer noch geschlossen ist“, ist oft zu hören. Vollends begeistert von dem Publikumszustrom zeigt sich auch Cornelia Stabrodt, Leiterin der Fouqué-Bibliothek, die in ihren Leserhof Gäste einlädt: „Um den Absatz unseres Kuchens müssen wir uns keine Sorgen machen“, lacht sie.

Friedrich Seifert (5, Mitte) lässt sich von dem in Rathenow lebenden Künstler Wilfried Schwarz malen. Dessen Bilder zeigt das Museum derzeit in einer großen Ausstellung. Quelle: Marion von Imhoff

Die Identifikation mit der Stadt ist ein wichtiges Anliegen der Altstädter und so kommen gerade auch solche Höfe gut an, die aus der Stadtgeschichte erzählen. So im Hof von Günter Bauch, wo viele Besucher die knarrende Treppe im Hinterhaus hochsteigen, um sich über die historische Geschichte der Fahrradproduktion in Brandenburg zu informieren.

Von Brigitte Einbrodt

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