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Brandenburg/Havel Vierbeiner lernen Bahn fahren
Lokales Brandenburg/Havel Vierbeiner lernen Bahn fahren
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07:30 12.08.2014
14 Tiere nebst Halter nahmen an der Übungsstunde teil. Quelle: Philip Rißling
Brandenburg an der Havel

„Eine solche Anfrage habe ich in den 30 Jahren meiner Tätigkeit noch nicht erlebt“, sagt Rolf Nothnagel. Trotzdem gab der VBBr-Betriebsleiter sofort begeistert seine Zusage, als sich Hundetrainerin Anne Neumann mit einem wahrlich speziellen Wunsch an ihn wandte. Ihre Idee: Die Tiere der Hundeschule Krause sollten mithilfe eines speziellen Trainings das Bahnfahren erlernen. „Eine Bahn- oder Busfahrt ist für die meisten Hunde ungewohnt. Um den Stressfaktor für Tier und Halter so gering wie möglich zu halten, gibt es nur einen Weg, üben“, sagt Anne Neumann.
Im Rahmen einer Themenstunde erhielten nun 14 Tiere und ihre Herrchen bei einer eigens angesetzten Sonderfahrt vom Straßenbahndepot in der Upstallstraße bis zur Quenzbrücke und zurück die Möglichkeit, den Ernstfall zu simulieren. Ungewohnte Geräusche, Gerüche und größere Menschenansammlungen sind die Faktoren, die eine Fahrt mit den Öffentlichen für die Vierbeiner schnell zur Tortur werden lassen. Unruhe und Nervosität sind die Folgen. „Übrigens auch beim Herrchen“, erklärt Anne Neumann. Geradezu genial also die Idee, in einer Art scharfer Trockenübung Erfahrungen zu sammeln. Immerhin bestiegen viele der tierischen Teilnehmer tatsächlich zum ersten Mal eine Straßenbahn.

Einsteigen, aussteigen, anfahren, bremsen, das Ganze wieder von vorn – der einstündige Stresstest für die Tiere verschiedenster Größe und Couleur fand unter nahezu realen Bedingungen statt. Das beeindruckte auch Betriebsleiter Nothnagel, der vorab die Endhaltestelle Quenzbrücke zum Hundeübungsplatz erkoren hatte. „Man kann Anne Neumann nur zu der Idee gratulieren. Wenn wir mit der Aktion dazu beitragen, den Stress der Tiere während der Straßenbahnfahrt auf ein Minimum zu reduzieren, hat es sich gelohnt.“
In diesen Überlegungen spielt für die Verkehrsbetriebe natürlich auch der Faktor Sicherheit eine nicht unwesentliche Rolle. Denn ein an das Bahnfahren gewöhntes und entspanntes Tier ist im Zweifelsfall immer einem gestressten vorzuziehen. „Dabei geht es nicht nur um potenzielle Übergriffe durch die Hunde. Auch die Belästigung Mitreisender durch Jaulen oder Bellen ist ein Punkt“, sagt Anne Neumann. Zwar konnten die Verkehrsbetriebe in den vergangenen zwei Jahrzehnten nicht einen einzigen Angriff durch Hunde auf Fahrgäste verzeichnen. Den Sicherheitsaspekt sieht aber auch Rolf Nothnagel durch Aktionen wie das Straßenbahnfahren auf Probe gestärkt.

Hund beißt Kontolleur

Des Menschen bester Freund ist ein bei den Verkehrsbetrieben ausdrücklich erwünschter Fahrgast.
Verlässliche Zahlen gibt es mangels Erfassung nicht, die VBBr schätzt die Zahl der transportierten Hunde in Bus und Bahn aber auf 25000 im Jahr.
Den jüngsten ernsten Vorfall mit einem Vierbeiner gab es vor 20 Jahren. Damals biss ein Kampfhund einen Kontrolleur.
Hunde fahren in Brandenburgs ÖPNV für die Gebühr von einem Euro. Zu lösen ist ein ermäßigter Fahrausweis, Tages- und Monatskarteninhaber zahlen jedoch nichts mehr drauf.

Er weist zudem darauf hin, dass ein Maulkorb in Brandenburgs Bussen und Bahnen für alle Rassen Pflicht ist. Auch für Möpse, Dackel und andere Schoßhunde – es sei denn, sie werden in einer entsprechenden Tragebox oder Reisetasche transportiert. Halter, die sich nicht daran halten, können im Härtefall zum Aussteigen gezwungen werden. Der Gedanke dahinter: Selbst der kleinste und liebste Hund könne bei einer Notbremsung oder anderen unvorhergesehenen Ereignissen zum „Beißer“ werden.

Den im Linienverkehr zu entrichtenden Fahrpreis für Hunde von einem Euro mussten die Halter bei der Übungsfahrt indes nicht zahlen. Stattdessen nahmen sie viel mit: „Eine tolle Sache, die den meisten Hunden schon nach nur einer Stunde spürbar mehr Sicherheit gab“, bilanziert Hundetrainerin Neumann.

Von Philip Rißling

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