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Ideenschmiede in der verrückten Kapelle

Kunstprojekt in Brandenburg/H. Ideenschmiede in der verrückten Kapelle

Leerstehende Gebäude und öffentliche Räume für Theater, Workshops, Ausstellungen, Lesungen, Kino oder andere Veranstaltungen zu nutzen, ist die Grundidee. Dafür mobile Möbel und Raumelemente zu entwerfen, war das Thema einen Seminars für Jugendliche in der verrückten Kapelle, auf das sich die 14- bis 18-Jährigen eingelassen haben.

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Quelle: Foto: Malo

Brandenburg/H. Das Projekt „Deine irre Leere“ nutzt das kreative Potenzial junger Brandenburger Es gibt diejenigen, die reden und andere, die handeln. Wolfram Scheller zählt zu letzteren.

Dass die Tür in der „Verrückten Kapelle“ für zwei Tage offen stand und als Kreativwerkstatt genutzt werden konnte, ist zum großen Teil sein Verdienst. Der Mann von der Lehnschulzenhofbühne Viesen leitet das von Bund und Land geförderte Projekt „Deine irre Leere“. Nach dem Erfolg des Tanz-Video-Projektes Kabummdance Ende März dieses Jahres am Brandenburger Theater, hieß es nun an diesem Wochenende Ideen und Visionen in einer Designwerkstatt zu entwickeln.

Leerstehende Gebäude und öffentliche Räume für Theater, Workshops, Ausstellungen, Lesungen, Kino oder andere Veranstaltungen zu nutzen, ist die Grundidee. Dafür mobile Möbel und Raumelemente zu entwerfen, war das Thema in der verrückten Kapelle, auf das sich die 14- bis 18-Jährigen am Freitag und Samstag eingelassen haben.

Dass es dabei um weitaus mehr geht, haben Lea l’Orteye, Hilde Karin Brauschweig, Mirijam Kusior, Jeremy Janowski, Gustav Johann Braunschweig, Paula Schmelzer und Jakob Spiegler gemerkt.

Gemeinsam mit den Experten vom Architekturbüro Teleinternetcafe Berlin haben sie einen Stadtspaziergang gemacht und danach Gedächtnisskizzen angefertigt. Sie haben Menschen in Brandenburg nach ihren Visionen befragt, haben Beispiele für Umnutzungen urbaner Orte von Kopenhagen bis New York kennengelernt und selbst Ideen für ihre Heimatstadt kreiert. Sie haben Modelle für Theatermöbel erst gezeichnet und anschließend aus Styrodur, Pappe, Holzstäbchen und Stecknadeln gebastelt. Und, ganz visionär, einen gezeichneten Brandenburger Stadtplan mit eigenen Collagen ergänzt.

„Ich war anfangs etwas eingeschüchtert, beim Anblick der großen, zu füllenden, weißen Wand“, sagt Lea l’Orteye, und Jeremy Janowski staunt über sich selbst, dass er in der vorgegebenen halben Stunde eine visionäre Collage entworfen hat. Die weißen Wände sind im Nu gefüllt und die Blicke wandern stolz zur Karte „Havel Utopia“, die nun mit den phantasievollen Collagen beklebt ist.

„Sie sind ganz natürlich und sehr sympathisch“, schwärmt Hilde Braunschweig von den Berlinern Architekten, die nicht wie Pädagogen auftreten, sondern den Brandenburger Jugendlichen auf Augenhöhe begegnen. Gemeint sind Andreas Krauth und Urs Kumberger, die sich die dänische Architektin Lise Rask mit ins Boot geholt haben. In der lockeren Atmosphäre wird viel gelacht und doch ernsthaft gearbeitet. Als Jakob Spiegler sein Styrodur-Modell erklärt, es auseinander klappt, verdreht und immer neue Ideen präsentiert, sind alle begeistert. „Es waren nur kurze Übungen, aber es ist unglaublich viel entstanden“, schwärmt Urs Kumberger am Ende des zweitägigen Workshops.

Und damit sind nicht nur die entstandenen Ideen gemeint, sondern auch der Mut zu eigenen Phantasien, das geschärfte Bewusstsein, dass mit eigener Initiative etwas entstehen kann, das Erleben kreativer Prozesse, die es braucht, um etwas anzuschieben.

Und so soll es auch weitergehen. In der Bauwerkstatt, wenn vom 8. bis 13. Juli die ersten Prototypen entstehen werden. Tobias Öchsle, künstlerischer Leiter der Wredow’schen Zeichenschule ist von Schellers Ideen zur Nutzung der verrückten Kapelle begeistert und freut sich auf die Präsentation der Möbel, die mit der Jahresausstellung der Zeichenschule am 14. Juli zusammentrifft.

Von Ina Schidlowski

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