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Brandenburg/Havel Identität und Eigenständigkeit
Lokales Brandenburg/Havel Identität und Eigenständigkeit
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11:36 28.05.2015
300 symbolische Luftballons stiegen am Mittwoch in die Luft – sie stehen auch für den derzeitigen Kampf um die Kreisfreiheit der Stadt. Quelle: J. Steiner
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Brandenburg an der Havel

Hank Teufer und seine Mitstreiter hatten die Lacher vor dem Altstädtischen Rathaus mehrfach auf ihrer Seite, als sie in einem fünfzehnminütigen szenischen Abriss die Ereignisse vor drei Jahrhunderten wiedergaben. Rund 80 Stadtverordnete und Brandenburger Gäste lauschten dem Spiel, das neben Bürgermeister von Alt- und Neustadt einen Abgesandten von König Friedrich Wilhelm I. auf die Bühne hob.

In wunderbarer Art und Weise riefen die Darsteller das auf Anordnung vom Soldatenkönig am 27. Mai 1715 Geschehene in Erinnerung. Der von ihnen eingeschlagene Bogen lag dabei natürlich auf der Hand – durch die aktuelle Diskussion um die Kreisfreiheit für die Stadt gewann das 300. Jubiläum der Vereinigung eine gewisse Aktualität.

Diesen Spielball nahm auch die an vorderster Front für die Eigenständigkeit der Stadt kämpfende Oberbürgermeisterin gern auf. Dietlind Tiemann forderte die Landesregierung in deutlichen Worten auf, die Bürger und ihren Willen endlich Ernst zu nehmen. Denn: „Umfragen besagen klipp und klar, dass die Menschen die Kreisgebietsreform so nicht wollen.“

Zwangsvereinigung

Die Altstadt und Neustadt waren lange Zeit zwei selbstständige Städte. Die „Alte Stadt“ wurde erstmalig im Jahre 1170 und die „Neue Stadt“ erstmalig im Jahre 1196 erwähnt.
Lange bevor Berlin und Potsdam an Bedeutung gewannen, waren die Alte und die Neue Stadt die größten Kommunen in der Mark.
Auf Geheiß des Soldatenkönigs wurden die Kommunen 1715 zur „Vereinten Chur- und Hauptstadt Brandenburg“ .
Das heutige Stadtwappen besteht aus beiden Wappenschilden und der Krone des preußischen Königs. Die Stadtfarbe Grün stammt von der Altstadt, Blau von der Neustadt.

Die in der Stadt in den vergangenen Jahren errungenen Erfolge und Fortschritte fußen in Tiemanns Augen vor allem auf der Fähigkeit, „eigenständig und eigenverantwortlich“ entscheiden zu können.

„Diese Identität können wir uns nicht einfach so wegnehmen lassen“, forderte das Stadtoberhaupt, bevor sie gemeinsam mit den anwesenden Brandenburgern und den Vertretern der Stadtverordnetensammlung 300 symbolische Luftballons, versehen mit dem Slogan „Mein Herz schlägt kreisfrei“, in die Luft steigen ließ.

Auch SVV-Vorsitzender Walter Paaschen (CDU) unterstrich in kurzen Worten den gemeinsamen Willen der Brandenburger Entscheidungsträger, weiter für eine eigenständige Stadt zu kämpfen. Das erst 2007 wieder zur Schaltzentrale avancierte Rathaus solle weiter „administrativer Mittelpunkt der vereinten Stadt bleiben.“

Von Philip Rißling

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