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Im Angergraben war’s eng

Straßenbau in Ziesar Im Angergraben war’s eng

Mit dem Angergraben ist eine der engsten und schlimmsten Straßen in Ziesar mit Hilfe von Städtebaufördermitteln für mehr als eine halbe Millionen Euro saniert worden. Nach neunmonatiger Bauzeit ist die Gasse jetzt wieder freigegeben. Ausführende Firma war Grigat Bau aus Ziesar.

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Experten unter sich – bei der gestrigen Bauabnahme des Angergrabens in Ziesar.

Quelle: Claudia Nack

Ziesar. Schlimme Wellen und Löcher sind Geschichte. Nun ist der Angergraben saniert und wieder für den Verkehr freigegeben. Am Mittwoch erfolgte nach neunmonatiger Bauzeit die Bauabnahme für eine der engsten Straßen Ziesars. In Richtung Breiter Weg beträgt der Abstand von Haus zu Haus nur 3,40 Meter. In Richtung Otto-Altenkirch-Straße sind es vier Meter mehr. Für die ortsansässige Firma Grigat Bau war es die letzte Baustelle vor Weihnachten.

Im Auftrag des WAZV Ziesar sind für zusammen 190 000 Euro (netto) Schmutzwasserkanal, Trinkwasserleitung und Hausanschlüsse erneuert worden. Diese Kosten werden laut Bauamtsleiter Roland Berg gemäß Satzung auf die Grundstückseigentümer umgelegt. Wegen der Platzknappheit sei das tieferliegende Schmutzwasserrohr im so genannten Berstlining-Verfahren grabenlos in gleicher Trasse ersetzt worden.

Statt großer Baumaschinen kleine Technik

„Die Enge des Angergrabens war denn auch die besondere Herausforderung bei der Fahrbahnsanierung“, berichten Straßenbaumeister Rico Kabelitz und Vorarbeiter René Meinecke von Grigat Bau. Statt großer Maschinen kamen Minibagger und andere kleine Technik zum Einsatz. Knifflig sei zudem der Schutz der auf schlechtem Baugrund errichteten Häuser gewesen, die teils auf Aufschüttungen aus dem 16. Jahrhundert gegründet wurden. „Zum Glück ist nichts passiert.“ Die Kosten für den Straßenbau inklusive neuem Regenkanal und 16 stadtbildtypischen LED-Leuchten, die Elektro-Charwat aus Ziesar installierte, liegen bei rund 500 000 Euro und werden über die Städtebauförderung bestritten. „Die etwa 30 Anlieger zahlen keinen Beitrag, sondern haben lediglich einen sanierungsbedingten Ausgleich von zwei Euro pro Quadratmeter zu entrichten“, so Walter Bitzer vom treuhänderischen Sanierungsträger EWS.

Für die Fahrbahn wurde das alte Polygonpflaster wiederverwendet. Während im breiteren Südteil zwei Entwässerungsrinnen aus Kleinpflaster entstanden sind, wurde im schmaleren Nordbereich nur eine Rinne aus Granitgroßpflaster konzipiert. Einen Bürgersteig gibt es im engen Angergraben nicht, sondern er wird als Mischfläche genutzt. Die in zwei Abschnitten realisierte Baumaßnahme war von Diplom-Restaurator Thomas Langer aus Bad Belzig archäologisch begleitet worden. Entdeckt und dokumentiert wurden mittelalterliche Keller- und Hausreste aus dem 13. bis 15 Jahrhundert sowie das Bodenprofil des früheren Wallgrabens.

Anlieger sind jetzt zufrieden

„Für den Zustand des Angergrabens vor der Sanierung hat Wolfgang Riep, der vor vier Jahren in seine Heimatstadt zurückgekehrt ist, nur ein Wort übrig: „bescheiden“. Jetzt sei der 72-Jährige sehr zufrieden. „Alle Anlieger sind glücklich, dass es vollbracht und die benachbarte Badstraße wieder entlastet ist“, sagt Fleischermeister Richard Dietz. Die Bauleute hätten sich sehr kompromissbereit gezeigt. „Ich kam zu jeder Zeit nach Absprache mit meinem Verkaufswagen rein und raus“, sagt Dietz, der den Bauarbeitern seinen Parkplatz für Maschinen und Material zur Verfügung stellte.

Von Claudia Nack

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