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Brandenburg/Havel Im Blues-Zug: Shawue gibt Konzert
Lokales Brandenburg/Havel Im Blues-Zug: Shawue gibt Konzert
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15:26 09.10.2017
Die Band Shawue beim Konzert in Hohenlobbese. Im Bild Sänger Lutz Neumann.
Hohenlobbese

Seit Anfang der 1990er-Jahre veranstalten Margitta und Ludwig Westphal in ihrer Gaststätte in Hohenlobbese Konzerte, die das Publikum mitunter in Extase versetzen. In jener Zeit hatte die DDR-Blues- und Tramperkultur ihren Höhepunkt längst überschritten und war, bis auf ihr Aufrechterhalten durch einige Enthusiasten, fast schon vergessen. Dennoch schafften die Westphals eine Oase, in der genau jene Kultur bewahrt worden ist.

Stimmungsvolle Konzerte

Auch nach der Wende verbuchte sie gute Besucherzahlen und erlebte äußerst stimmungsvolle Konzerte. In den vergangenen Jahren war es in der Gaststätte selbst etwas ruhiger geworden, jedoch erhielten die regelmäßigen Sommer-Open Airs der Band Freygang und Potheads mittlerweile legendäres „Potstock“ weiterhin hohen Zulauf.

Am vergangenen Samstag wurde der Saal der Gaststätte wiederbelebt und nach sehr langer Zeit fanden die Deutsch-Folker von Shawue, die in diesem Jahr ihr 30. Bühnenjubiläum feiern, noch einmal den Weg ins Nirgendwo. In Hohenlobbese endet die einzige Straße am Truppenübungsplatz und lediglich der „Downtown Train“, das von Sänger und Bandchef Lutz Neumann mit deutschem Text versehene Stück von Tom Waits, hält in den Wäldern des Blues, Rock und Folk.

Bewegung im Tanzsaal

Schon beim ersten Song ist viel Bewegung im Saal. Ein Teil der Anwesenden tanzt schon seit über 20 Jahren hier und auch Jüngere sind hinzugekommen, um jenes unbändige Lebensgefühl in einem Saal, in dem noch geraucht werden darf und der Kaffee nach Öl schmeckt, mit allen Sinnen aufzusaugen. „Hier sind so viele Erinnerungen. In diesem Saal sah ich Shawue das erste Mal, aber auch die vielen anderen Bands, die mich letztendlich dazu bewegten, selbst Musik zu machen…“ erinnert sich Gunar Heise, der heute in der Excelsis Rockband Gitarre spielt und dieses Instrument an der Kreismusikschule von Potsdam Mittelmark „Engelbert Humperdinck“ unterrichtet.

„Seit gefühlten Ewigkeiten waren wir nicht mehr hier. Ich habe mich verändert, meine Band hat sich verändert, aber Hohenlobbese hat sich nicht verändert. Und das ist gut so“, sagt Lutz Neumann von der Bühne, der nach einer sehr wechselvollen Bandgeschichte mit neuen Musikern angereist ist. Im Duo tritt er seit geraumer Zeit mit seiner Frau Heike auf, die mittlerweile mit ihrem Geigen- und Keyboard-Spiel aber auch fester Bestandteil in der Bandbesetzung ist. Komplettiert werden Shawue durch die Rhythmus-Sektion Burkhard Mette am Bass, Lucas Hilbrich am Schlagzeug und den an der Gitarre immer wieder durch seine Soli auffallenden Friedrich Gierasch.

Lutz Neumann selbst ist an Gesang, Gitarre, Mundharmonika und Ukulele zu erleben. Im Song „Carmen“ verzaubert er das Publikum mit einem Mandolinen-Solo, das von einem anderen Stern zu sein scheint. Brachiale Gesangseinlagen kommen von der kompletten Band.

Shawue singen Texte mit Zeitbezug

Textlich bewegen sich Shawue bei Relevantem. Sie haben in ihren Liedern etwas zu sagen, was durchaus erfrischend ist in einer oft säuselnd-belanglosen Kulturlandschaft. „Schwarz und Weiß“ sind Farben, in denen die Welt nicht ausschließlich gesehen werden sollte, das „Volkslied“ mag keine deutsche Arroganz in einer weltlichen Gemeinschaft, die vom Austausch lebt oder es tun sollte. „Sie tanzt auf ihren Rädern“ lässt behinderte Menschen Rock ’n‘ Roll und Lebendigkeit spüren und beim „Scheißkerl“ dürfen vor allem die anwesenden Frauen ihren Frust über erlittene Misshandlungen durch das vermeintlich starke Geschlecht entladen.

Sie tun es auf charmante Weise, tanzend und mit einem Lächeln, jedoch auch mit einem unüberhörbaren Chor im Refrain, der eben jene Scheißkerle für den Moment an die Wand nageln dürfte. Songs von Bap, Rio Reiser und Wolf Maahn fügen sich ins Konzept des großen Repertoires eigener Lieder stimmig ein. Nach drei Stunden Tanz entlassen Shawue in eine entspannte Nacht.

Von Torsten Gränzer

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