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Brandenburg/Havel Individualschrift oder Sauklaue
Lokales Brandenburg/Havel Individualschrift oder Sauklaue
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16:29 07.08.2018
Archivarin Konstanze Borowski (3.v.r.) gewährt Einblicke in Originale aus dem Domarchiv. Quelle: Christine Lummert
Brandenburg/H

„Sie kennen doch bestimmt noch das Spiel Stille Post“, leitete Konstanze Borowski die Sonderführung des Brandenburger Domstiftsarchivs zum Thema „Die Entwicklung der Schrift“ ein. Gerade weil hier die Kommunikation auf den Kopf gestellt wird und am Ende garantiert nicht herauskommt, was am Anfang gesagt wurde, illustriert das Kinderspiel ganz gut den Anlass zur Entwicklung einer Schriftsprache.

Archivarin Konstanze Borowski erklärt die Entwicklung der Schrift. Quelle: Christine Lummert

Vor etwa 5000 Jahren gingen Menschen dazu über, sich nicht mehr nur auf mündliche Überlieferungen zu verlassen, sondern Wichtiges schriftlich festzuhalten. „Die Welt wurde einfach zu komplex und das abgesammelte Wissen, das folgende Generationen weitergegeben werden sollte, allmählich viel zu umfangreich“, erklärte Borowski.

Es waren aber nicht nur die hehren Ziele, wie die Vermittlung eines reichen Erfahrungsschatzes. In der Antike ging natürlich auch um Handfestes. Die Menschen wollten rechtliche Ansprüche durchsetzen, zum Beispiel beim Besitzerwerb oder für den Handel bestimmte Normen festsetzen, an die sich alle zu halten hatten.

Weiterentwicklung einer einfachen Bilderschrift

Keilschrift und Hieroglyphen waren die ersten Weiterentwicklungen einer rudimentären Bilderschrift. „Die Phönizier haben dann etwa vor 4000 Jahren ein Alphabet mit 22 Buchstaben entwickelt, aus dem sich, über viele Zwischenstationen, unser heutiges Zeichensystem herausgebildet hat“, erklärte Borowski. Aramäer und Hebräer, Griechen und Römer veränderten die Zeichen, ließen weg oder fügten hinzu. Mit der Vorherrschaft des römischen Reiches wurden die lateinischen Buchstaben schließlich zum Standard in weiten Teilen Europas.

Mit Meißeln in Steine gehauene Botschaften

Mit der Entwicklung der verschiedenen Zeichensysteme veränderten sich auch die Schriftträger und die Werkzeuge, mit denen geschrieben wurde. Steine wurden mit Meißeln bearbeitet, Tontafeln mit Griffeln beschrieben. Die Ägypter gebrauchten Schreibrohre für Papyrus, später wurden Pergament und Papier erst mit Federkielen, später mit Stahlfedern beschrieben.

Handschrift im Original: Ein Brief von Domherr Paul von Hindenburg. Quelle: Christine Lummert

Mit wertvollen Pergamenten und Papieren beschäftigen sich auch die Mitarbeiter im Stadtarchiv. Allerdings ist oft ein Expertenauge nötig, um sich in eine Vielzahl der wertvollen Dokumente einlesen zu können. Konstanze Borowski nahm die etwa 20 Besucher, die zur Sonderführung in die Petrikapelle gekommen waren, anhand von Beispielen mit durch die Jahrhunderte des Schriftbestands, der im Domarchiv aufgehoben wird.

Alte Texte sind noch gut zu lesen

Während die karolingischen Minuskeln auf den ältesten Dokumenten des Archivs noch relativ gut zu lesen waren, sind Texte aus späteren Jahrhunderten schwerer zu entziffern. Schuld ist die Frakturschrift, die angelehnt an die Gotik in Mode kam. Mit der daran angeschlossenen Kurrentschrift, die über Jahrhunderte im deutschen Sprachraum als Schreibschrift gebraucht wurde, braucht es schon einige Erfahrung, um Textinhalte aufzuschlüsseln.

Dazu kommt dann noch die Entwicklung der sogenannten Individualschriften. Immer mehr Menschen lernten schreiben und das taten sie nicht unbedingt in Schönschrift, wie es in der Schule gelehrt wurde.

Von Christine Lummert

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