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Brandenburg/Havel Im Einzylinder über die Niederhavel
Lokales Brandenburg/Havel Im Einzylinder über die Niederhavel
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17:29 05.09.2016
Die Fährleute Marion Fischer und Mathias Herms werden von BDL-Chef Holger Ulbricht beglückwünscht. Quelle: Privat
Brandenburg/H

Sie absolviert zwischen zwei und drei Dutzend Fahrten am Tag, nur an den Wochenenden werden es mehr. Die Havel-Überfahrt dauert nur etwa zwei Minuten für die nicht einmal 130 Meter lange Strecke – doch die Seilfähre in Neuendorf ist nicht mehr wegzudenken aus der Flusslandschaft der Stadt.

Nun ist die gute alte Dame auch schon 75 Jahre alt. Eigentlich noch viel älter, schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts soll der „alte Seebär“ Albert Voigt die Menschen in einem Kahn zwischen Neuendorf und Buhnenhaus übergesetzt haben. Später wurde ein Fährkahn mittels Kette über die Niederhavel bewegt. Doch erst 1941 begann die motorisierte Zeit – also genau vor 75 Jahren kam die in der Rathenower Schiffswerft gebaute Fähre zum Einsatz.

Seilfähre

Die Seilfähre Neuendorf absolviert pro Saison 5500 Fahrten, das sind 700 Kilometer.

Im Buga-Jahr 2015 sind damit 25.397 Fahrgäste befördert worden.

Zudem, wurden 2361 Kraftfahrzeuge und 15.272 Fahrräder übergesetzt.

Die Fährzeiten richten sich nach dem Passagieraufkommen – entweder alle 15 Minuten oder sofort, sobald sechs Fahrgäste zusammengekommen sind.

Der Spitzentag im Jahr ist traditionell immer „Maria Himmelfahrt“ mit 800 bis 1000 Fahrgästen.

Die aktuelle Fährsaison geht noch bis zum 30. Oktober.

Heute betreibt ein Einzylinder-Dieselmotor der Firma Hatz aus dem bayerischen Ruhstorf an der Rott die Fähre und zieht diese mittels Drahtseil und Umlenkrollen von einem Ufer zum anderen.

Das Jubiläum war auch für den Chef der Brandenburger Dienstleistungen BDL Holger Ulbricht ein Grund zum Feiern: „Als Anerkennung für die Arbeit der Fährleute haben wir gläserne Jubiläumstafeln mit den Namen von Marion Fischer und Mathias Herms fertigen lassen. Beide sind seit sieben beziehungsweise elf Jahren dabei.“ Marion Fischer aus Boecke hat sich aber klasse revanchiert und gleich fünf große Bleche Kuchen gebacken nebst einer riesigen cremeverzierten Jubiläumstorte mit Bildern des schon etwas älteren Geburtstagskinds Seilfähre. Die süßen Backwaren sowie Gegrilltes und Getränke wurden denn auch unentgeltlich an sichtlich überraschte Fahrgäste am Wochenende ausgeteilt.

An den Kosten für das kleine Fest hatten sich auch die Verkehrsbetriebe VBBr beteiligt. Nicht ohne Grund – schließlich verbindet beide Unternehmen auch eine gemeinsame Fährgeschichte: Das einfache wie traditionsreiche Transportmittel stand vor zwölf Jahren schon einmal auf der Kippe, sollte sogar eingestellt werden. Zum Jahresende 2004 war der fünfjährige Betreibervertrag zwischen der BDL mit den Verkehrsbetrieben schon ausgelaufen, im Februar des darauffolgenden Jahres entschied der Hauptausschuss in letzter Minute über den Fortbestand der Fähre,m indem es städtische Fördermittel gab. Heute betreibt die BDL die Fähre eigenverantwortlich im Auftrag der Stadt – im Unternehmen gibt es Techniker, die kleinere Reparaturen schnell erledigen können, sowie Geschäftsbeziehungen zu Fachfirmen für Maschinen und Elektroanlagen.

Schließlich ist die Fähre auch ein Argument beim Werben um Rad- und Wandertouristen.

Von André Wirsing

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