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Im Winter ist Ruhe oberstes Gebot

Der imkernde Förster Im Winter ist Ruhe oberstes Gebot

„Andere haben eine Modelleisenbahn. Ich halte Bienen“, sagt Peter Richter. Vor zehn Jahren hat der Brandenburger Revierförster die Imkerei für sich als Hobby entdeckt. Der 57-Jährige bindet es auch in seine Umweltarbeit mit Kindern ein, denn er ist seit 2013 zertifizierter Waldpädagoge – der einzige in der Lehniner Oberförsterei.

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Hobby-Bienenzüchter Peter Richter vor seinen Beuten.

Quelle: Claudia Nack

Brandenburg/H. Anders als seine Nutzinsekten hält Peter Richter keine Winterruhe. Er repariert oder baut Rähmchen, drahtet sie und zieht Mittelwände aus Wachs ein. Die Einfluglöcher der Beuten befreit er wegen des Luftaustauschs von Schnee und toten Bienen.

„Andere haben eine Modelleisenbahn. Ich halte Bienen“, sagt Richter. Vor zehn Jahren hat der Brandenburger Revierförster die Imkerei für sich als Hobby entdeckt. Der 57-Jährige bindet es auch in seine Umweltarbeit mit Kindern ein, denn er ist seit 2013 zertifizierter Waldpädagoge – der einzige in der Lehniner Oberförsterei. Im Sommer soll im Krugpark eine Schaubeute aus Holz- und Plexiglas errichtet werden, in der ein Bienenvolk wohnt, um Kindern und Erwachsenen dieses Wunder der Natur näherzubringen.

Mit zwei geschenkten Völkern fing alles an

„Mit zwei kleinen Völkern, die mir ein alter Imker aus Wust schenkte, fing ich an“, erzählt Richter. „Sie gingen aber gleich im ersten Jahr an der Varroa-Milbe ein“, sagt er, der sich im Folgejahr sechs Jungvölker kaufte und sie alle durch den Winter brachte. Dieser Erfolg bestärkte ihn weiterzumachen. Den tödlichen Parasiten, bekämpft er nach der letzten Honigernte mit Ameisensäue und im Dezember noch einmal mit Oxalsäure.

Diese historische Klotzbeute  aus einem Stamm hat Peter Richter selbst gebaut

Diese historische Klotzbeute aus einem Stamm hat Peter Richter selbst gebaut.

Quelle: C. Nack

Jetzt halten seinen Bienen wie es sich zu dieser Jahreszeit gehört Winterruhe. Sie haben sich zu einer wärmenden Wintertraube mit der Königin in der Mitte zusammengekuschelt, ihre Körper auf Sparflamme gefahren und zehren von ihren Vorräten. Richter hatte im Spätsommer ausreichend vorgesorgt. Vor Weihnachten war alles anders. Bei Temperaturen bis plus 15 Grad und Sonnenschein hatten sie Frühlingsgefühle, waren rappelig und sind auf Haselnuss ausgeflogen. „Dieses Intermezzo schadete ihnen nicht,“ meint er. Doch wenn es mit der extremen Milde weitergegangen wäre, hätten die Bienen durchgebrütet, mehr Energie und Futter verbraucht. Vor allem starken Völkern droht dann der Hungertod.

„Jetzt ist Ruhe oberstes Gebot.“ Jede Erschütterung sei eine Störung.“ Ab und an horcht er. Bei gleichmäßigem Rauschen sei alles normal. Am Einflugloch der Beuten verhindern angebrachte Spitzmaussperren ein Eindringen von Kleinsäugern.

Das Summen der Bienen ist gut fürs Ohr

„Bienen tun mir, meiner Familie und Freunden gut“, sagt Richter, der keinen Honig kaufen muss. 60 Gläser der Sorten Frühblüte, Robinie und Sommerblüte erntet er im Jahr. Die erfolgreiche Zusammenarbeit tausender von Individuen fasziniert ihn. Außerdem hätten sie eine therapeutische Wirkung. „Durch den Summton wird mein Tinnitus überdeckt. Das Grün des Waldes ist beruhigend fürs Auge, das Summen der Bienen fürs Ohr“, sagt der imkernde Förster, der sich auch mit der Geschichte der Zeidlerei auskennt.

Von Claudia Nack

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