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Im Zeichen der roten Nelke

Brandenburg an der Havel Im Zeichen der roten Nelke

Die rote Nelke ist zurück. 25 Jahre fristete das dunkelrote Zeichen des Tages der Arbeit ein eher tristes Dasein. Am Montagvormittag gab es kaum unter den fast 300 Gästen kaum ein Revers am Sakko oder am Anorak, das nicht mit diesem kleinen Anstecker geschmückt war.

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Im Schatten des Brandenburger Rolands wurde am Montag am Altstädtischen Markt der 1. Mai gefeiert.

Quelle: Foto: Volkmar Maloszyk

Brandenburg/H. Die rote Nelke ist zurück. 25 Jahre fristete das dunkelrote Kennzeichen des „Tages der Arbeit“ ein eher tristes Dasein. Am Montagvormittag gab es kaum ein Revers am Sakko oder einen Anorak, der nicht mit dem Anstecker geschmückt war. Im September wird auch in Brandenburg der Bundestag gewählt, und so war die Stimmung am Altstädtischen Markt zu den Füßen des Rolands Montag kämpferischer als sonst. Schon auf der Demo vom Neustädtischen Markt zum Rathaus hatten sich die gut 200 Demonstranten mit Parolen in Stimmung gebracht. Hinter den Schalmaien marschierten SPD, Linke, DGB und Verdi Seite an Seite.

„Kommt Erardo“,war die Frage, die dem Wahlkreismitarbeiter und Stadtverordneten Daniel Keip immer wieder gestellt wurde. „Ja, Erardo Rautenberg kommt“, antwortete er dann, allerdings sei der SPD-Bundestagskandidat zuvor noch auf der Demo in Rathenow. Dietlind Tiemann, die Rautenbergs Wahl verhindern und selbst in den Bundestag will, wurde auch erwartet. Auch in den zurückliegenden Jahren hatte sie stets kurz dort Station gemacht, bevor sie mit ihren CDU-Leuten auf Spargelfahrt ging.

In diesem Jahr ist die Stimmung wahlkampfbedingt angespannter als sonst. Einen Vorgeschmack darauf, was bis zum September noch folgen könne, gab es kurz vor dem 1. Mai, als sich Tiemann und der Lieblingsgegner der CDU, der Landtagsabgeordnete Ralf Holzschuher am Rande der Kranzniederlegung zur Zuchthausbefreiung trafen. Sie habe ihn ja fast nicht mehr erkannt, so lange habe sie ihn schon nicht mehr in Brandenburg gesehen, meinte Tiemann spitz zu Holzschuher. Der grinste sie stur an, während für ihn die SPD-Stadtverordnete Lieselotte Martius zurück ätzte, dass partieller Gedächtnisverlust wohl eine Folge zunehmenden Alters sei, erzählt Keip.

Bei der Demo mit anschließendem Familienfest wurde es Montag zwar politisch, aber nicht unterirdisch. Der Landesbezirksleiter der IG Bau Rainer Knerler beklagt, es ging nicht gerecht zu auf dem Arbeitsmarkt, bei der Rente, bei der Krankenversicherung und bei den Löhnen. Von 30 Millionen sozialversicherungspflichtigen Jobs sei ein Drittel „irregulär“. Also entweder befristet, ein Minijob oder Zeitarbeit. Knerler forderte inhaltlich überzeugend und rednerisch träge die Umsetzung des Rechtes auf anständige Löhne, auf sichere Arbeitsverträge und eine gute Absicherung. Eindrucksvoll nutzten die gewerkschaftlich organisierten Mitarbeiter des Klinikums die Bühne und den „Tag der Arbeit“ um auf vermeintlich Missstände im Gesundheitswesen hinzuweisen. Insbesondere im Pflege und Betreuungsbereich sei der Personalschlüssel unzureichend, für die Betreuung Sterbender sei er gar „nicht zu akzeptieren schlecht“. Überdies warben die Gewerkschafter für Unterschriften und Solidarität mit dem Betriebsratsvorsitzenden Renato Steinbrink, der sich seit Jahren schwere Gefechte mit der Klinikgeschäftsführung geliefert hatte und jetzt vom Gericht gestoppt wurde.

Nach politischen Reden im Sonnenschein nutzten die Besucher, von denen viele mit Kindern gekommen waren, die Zeit für Gespräche beim Bier und einer Bratwurst.

Von Benno Rougk

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