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Immer weniger Storche in Brandenburg

Jahresbilanz 2015 Immer weniger Storche in Brandenburg

„Es war zwar nicht das schlechteste Storchenjahr, aber es lag deutlich unter dem Durchschnitt“, bilanziert Christian Kurjo von der Unteren Naturschutzbehörde. Im ehemaligen Altkreis Brandenburg mit der Havelstadt sind 61 Jungvögel flügge geworden. Im Vergleich: Im vergangenen Jahre waren es noch 73.

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Dieses Storchenpaar wurde in Woltersdorf gesichtet.

Quelle: Jürgen Führer

Mittelmark. Selbst die Adebare auf der langen Ostroute bis Südafrika dürften längst in ihren Winterquartieren angekommen sein. „Es war zwar nicht das schlechteste Storchenjahr, aber es lag deutlich unter dem Durchschnitt“, bilanziert Christian Kurjo von der Unteren Naturschutzbehörde. Im ehemaligen Altkreis Brandenburg mit der Havelstadt sind 61 Jungvögel flügge geworden. Im Vergleich: Im vorigen Jahr waren es noch 73.

Beides ist weit entfernt vom Spitzenjahr 2004 mit 112 Jungen und Superbedingungen. „Da stimmte einfach alles, vom Vogelzug, über das Wetter bis zum Nahrungsangebot“, sagt Kurjo, dessen Aufzeichnungen bis 1986 zurückreichen. Das bisher mieseste Jahr sei 1993 mit nur 32 Jungvögeln gewesen. „Damals gab es viele Verluste durch Dauerregen. „Die Küken in den Nestern werden klamm, unterkühlen und sterben.“

In diesem Frühjahr seien etliche Alttiere erst recht spät aus ihren Winterquartieren zurückgekehrt und hätten bereits brütende Paare gestört, weil sie das Revier besetzen wollten, erklärt der Artenschutz-Mitarbeiter. Neun Paare, die bereits Eier gelegt hatten, blieben kinderlos. Horstkämpfe, aber auch Starkregen seien dafür die wahrscheinlichsten Ursachen. In Gortz, Hohenferchesar und Schmerzke wurden jeweils zwei tote Jungtiere von ihren Eltern aus den Nestern geworfen.

Die wohl glücklichsten Weißstorcheneltern gab es in Golzow, wo gleich vier Junge groß geworden sind. „Es war diesmal die einzige erfolgreiche Viererbrut“, sagt Kurjo. Während sonst zwei bis drei Jungvögel normal sind, waren es in diesem Sommer auffällig viele Paare mit nur einem Spross. „Das deutet auf Nahrungsknappheit durch Trockenheit hin“, erklärt er. „Denn nur die Stärksten überleben. Und Kurjo bricht in der Landwirtschaft für den Mehrfruchtanbau eine Lanze, damit Gefiederte genug Insekten, Regenwürmer oder Mäuse auf Ackerflächen finden. Insgesamt gebe es zwischen Pritzerbe und Ziesar etwa 50 Horste, von denen einzelne nur zeitweilig besetzt gewesen sein dürften. Gebrütet hätten 41 Paare. Bis auf die Abwürfe wurden ihm keine Tragödien gemeldet.

Wie in jedem Frühjahr war der Naturschutzexperte wieder ein knappes halbes Dutzend Mal unterwegs, um Nester zu säubern oder von Ästen und Grasnarben zu befreien,damit sie von den Adebaren nicht verschmäht werden. In Einzelfällen, wie diesmal in Ziesar, übernimmt das die Feuerwehr. Bis zum Frühjahr 2016 werden mit Hilfe der Edis in Butzow, Jeserig sowie den Brandenburger Ortsteilen Gollwitz und Schmerzke marode Nisthilfen, meist Maste, erneuert.

Dann können die Adebare wieder aus dem Süden kommen. Die ersten treffen Ende März ein. Die frühesten Meldungen kriegt Kurjo oft aus dem Amt Beetzsee, was ihn vermuten lässt, dass diese Störche die kürzere Westroute bis Nord- und Mittelafrika nehmen oder bereits in Spanien überwintern.

Von Claudia Nack

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