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Brandenburg/Havel In Brandenburg gibt es keine Krötenzäune mehr
Lokales Brandenburg/Havel In Brandenburg gibt es keine Krötenzäune mehr
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06:10 04.03.2016
Quelle: Peter Geisler814
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Brandenburg/H

Im ganzen Land Brandenburg haben unerwartet hohe Temperaturen und anhaltende Niederschläge in diesem Jahr Frösche, Kröten und Molche deutlich früher als üblich aus ihren Winterquartieren getrieben. „Das ist auch hier zu beobachten“, sagt Maja Lüth aus der städtischen Fachgruppe für Umwelt und Naturschutz. Auf dem Weg zu ihren Laichgewässern passieren die Amphibien dabei oft auch Straßen, weshalb aufmerksame und rücksichtsvolle Autofahrer gefragt sind. Denn anders als in anderen Teilen des Landes werden in Brandenburg an der Havel seit diesem Jahr keine Krötenzäune mehr aufgestellt.

„In den vergangenen Jahren wurden an mehreren Stellen im Stadtgebiet Zäune durch Mitarbeiter des Naturschutzzentrums Krugpark aufgestellt und betreut“, so Maja Lüth. „Aufgrund der immer stärker sinkenden Amphibienzahlen und dem hohen Personalaufwand wurde dies aufgegeben.“ Standen entsprechende Auffangvorrichtungen, bei denen die Tiere in Eimern gesammelt und sicher über die Straße gebracht wurden, früher unter anderem an der Wusterwitzer Straße sowie Am Fuchsbruch, wurden die grünen, knapp einen halben Meter hohen Zäune im vergangenen Jahr schon nur noch entlang der Anton-Saefkow-Allee auf Höhe des Gördensees aufgestellt. Nun wird auch darauf verzichtet.

An mehreren Stellen Zäune aufgestellt

Im Kontrollzeitraum vom 12. März bis 9. April 2015 wurden am Gördensee 41 Amphibien übergesetzt. In den Vorjahren konnten an dieser Stelle noch 160 (2014) und 493 (2013) Tiere dokumentiert werden, 2012 waren es 380 und 2011 derer 201. Geht man noch ein paar Jahre zurück, stößt man im Jahr 2007 auf die ungleich höhere Zahl 6047. Danach kam der dramatische Rückgang. Doch wie lässt sich diese Entwicklung erklären? „Für das Stadtgebiet vermuten wir, dass es sich um verschiedene Gründe handelt“, sagt Maja Lüth. „Es gibt eine aggressive Pilzerkrankung, die die Bestände dezimiert.“

Zudem kann auch eine Veränderung des Lebensraumes zu einem Rückgang der Wanderungszahlen führen. Dies sei etwa der Fall, wenn sich Kröten, Frösche und Molche für ein anderes Laichgewässer entscheiden. „In einem Jahr mussten wir durch Düngemittel verätzte Tiere feststellen, da die Wanderzeit durch die Bindung der Tiere an Regenfälle auch mit den Düngergaben der Landwirtschaft zusammenfällt“, nennt Lüth einen weiteren Grund.

Rückgang der Wanderungszahlen möglich

Trotz gesunkener Anzahl sind auch in diesem Jahr wieder Kröten und Frösche unterwegs zu ihren Laichgewässern. An bekannten Wanderachsen sollen Warnschilder auf den Amphibienwechsel hinweisen. Teilweise sind diese Schilder auch mit Tempolimits versehen. „Wir bitten die Verkehrsteilnehmer diese zu beachten, insbesondere mit Blick auf die stark gesunkenen Zahlen. Es werden auch Kontrollen durchgeführt“, kündigt Maja Lüth an. Nicht nur für die Tiere kann ein zu hohes Tempo zur Gefahr werden. Wo viele Amphibien die Straße kreuzen oder sogar überfahren werden, bilden sich rutschige Belege, die Fahrzeuge ins Schleudern bringen können.

Die Wanderbewegung der Amphibien setzt für gewöhnlich mit der Abenddämmerung ein und dauert meist bis in die frühen Morgenstunden. Bei günstigen Witterungsbedingungen kann es dabei zu regelrechten Massenwanderungen kommen. „Im Stadtgebiet Brandenburg kommen besonders häufig Erdkröten und Moorfrösche vor“, sagt Maja Lüth. Aber auch Knoblauchkröten, Kamm- und Teichmolche sowie Grünfrösche sind in der Havelstadt vertreten.

Von Norman Giese

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