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In Brandenburg wird auf den Zehntelmillimeter gelasert

Innovationen im Metallbau In Brandenburg wird auf den Zehntelmillimeter gelasert

Zehn Jahre lang hat Metallbauer Matthias Gartensleben von einer eigenen Laseranlage geträumt. Jetzt hat er sich eine angeschafft und einen neuen Betrieb gegründet. Der wird so gut nachgefragt, dass er nach drei Monaten schon im Zweischichtsystem arbeitet.

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Laser-Team: Christopher Stahl, Jens Annuth und Geschäftsführer Matthias Gartensleben (von links).

Quelle: Rüdiger Böhme

Brandenburg/H. Der Strahl hat nur einen Durchmesser von 0,15 Millimetern, doch entfaltet er eine unglaubliche Wirkung: Er kann bis zu 25 Millimeter dicke Stahlplatten auf den Zehntelmillimeter genau zerschneiden, ohne dass an den Kanten Rückstände oder Grat übrigbleiben. Möglich macht das ein Kohlendioxidlaser.

Mit seinem neuen Betrieb Lasertechnik Brandenburg scheint Matthias Gartensleben eine Marktlücke getroffen haben. Nach drei Monaten Anlaufphase produziert er bereits im Zweischichtbetrieb. „Im Jahr 2006 habe ich auf der Messe Euroblech in Hannover zum ersten Mal einen Gaslaser in Aktion gesehen. Seitdem träumte ich davon, selbst so eine Maschine anzuschaffen“, erzählt Matthias Gartensleben. Mit einer Finanzierung der Deutschen Bank gelang dies jetzt auch. Auf dem Metallbauer-Betriebsgelände seines Vaters Frank Gartensleben pachtete er von ihm eine Halle und ließ diese aufwendig umbauen. „Es ist ein völlig eigenständiger Betrieb, der meinem Sohn gehört. Wir trennen das rechtlich sauber, weil er ja auch meine ,Konkurrenz’ bedient“, sagt der Vater. Dazu dürfte demnächst auch Metallbau Windeck gehören. Seniorchef Klaus Windeck hat Matthias Gartensleben ausgebildet, bevor er in den Betrieb des Vaters wechselte. „Unsere Maschinen können nur bis zu drei Meter lange Teile bearbeiten, das entspricht der Geschosshöhe. Alles Größere lassen wir anderswo fertigen. Aber mal nach den Konditionen schauen, vielleicht müssen wir die Teile bald nicht mehr so weit kutschieren.“

Die Laseranlage kann bis zu 6 x 2 Meter große Platten aus Baustahl, Edelstahl und Aluminium bearbeiten. Die Ausgangsleistung beträgt sechs Kilowatt, über Umlenkspiegel wird der Laserstrahl fokussiert und erreicht umgerechnet eine Leistung von zwei Milliarden Watt pro Quadratzentimeter.

Zum Team gehören derzeit sieben Mitarbeiter – vier sitzen in der Konstruktion, „übersetzen“ die Zeichnungen der Kunden aus Hamburg, Sachsen-Anhalt und Brandenburg in die Maschinensprache, drei Mitarbeiter bedienen die Anlagen. Dabei müssen sie häufig umrechnen von drei- in zweidimensional, weil der Laser nur Bleche und Platten bearbeitet. Ihre dreidimensionale Form bekommen die Teile in der angeschlossenen Abkantpresse, die mit einem Druck von bis zu 640 Tonnen arbeitet.

Die Maschinenprogramme berechnen auch Flächen, so dass sich mit verschiedenen Teilen gleichzeitig möglichst wenig Blech am Ende übrig bleibt. Auch für wie eine übergroße Zauntür aussehende Restplatte gibt es schon Liebhaber: „Wir hatten bereits Anfragen nach diesen Restteilen. Sie sollten als gestalterischer Hintergrund in einem Garten stehen“, erzählt Matthias Gartensleben. Doch vorerst gehen die Reste zurück ins Stahlwerk.

Von André Wirsing

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