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Brandenburg/Havel In Buckau dreht sich alles um Maria
Lokales Brandenburg/Havel In Buckau dreht sich alles um Maria
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15:48 08.09.2017
Die Buckauer Maria im Zentrum des spätgotischen Flügelaltars mit dem Jesuskind. Quelle: Frank Bürstenbinder
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Buckau

Alles dreht sich um Maria. Die berühmteste Frau der Welt gibt es in der Buckauer Dorfkirche gleich zweimal. Die Muttergottes beherrscht die Mitte des kostbaren Schnitzaltars von 1420. Auf dem rechten Arm hält sie das Jesuskind, das einen Vogel in seinen Händen trägt. Links in einer Nische des Chorraums steht die aus Lindenholz geschnitzte „Maria mit Jesuskind mit Apfel“. Eine böhmische Arbeit um 1390. „So viel Marienverehrung gibt es nicht in allen Kirchen zu sehen“, schwärmt Thomas Gandow vom Kirchenförderverein.

Führungen zur Kirchengeschichte

Wer am Tag des offenen Denkmals mehr über die Geschichte der Buckauer Kirche und des Marienaltars erfahren will, kann sich den Führungen des Fördervereins anschließen. Die werden um 12, 13 und 18 Uhr angeboten. Das Konzert beginnt um 15 Uhr.

Die Buckauer Kirche ist das älteste erhaltene Gotteshaus im weiten Umkreis des Vorflämings und der ganzen Mark Brandenburg. Diesen Schluss lässt eine sandsteinerne Grabplatte vor dem Altar zu, die aus der Zeit kurz nach dem zweiten Kreuzzug (1147-1149) im Heiligen Land stammt.

Es gibt noch eine weitere Besonderheit in der Kirche. Da wäre der barocke Taufengel, den der damalige Pfarrer Thomas Gandow und seine Ehefrau Ute 1999 bei der Renovierung der Pfarrscheune unter Brennholz entdeckten. Heute schwebt er restauriert im Chor der Kirche.

Zum Tag des offenen Denkmals am morgigen Sonntag satteln die Buckauer in der ältesten Kirche der Mark Brandenburg noch eins drauf. Gleich ein ganzes Konzert findet zu Ehren der Frau aus der Bibel statt.

Der neue Kammerchor Laudate. Quelle: Martin Krenzer

Hinter dem Programm steckt Kantor Thorsten Fabrizi, der seit Wochen mit dem gerade gegründeten Kammerchor Laudate für den Auftritt probt. Das lateinische Laudate steht für loben oder preisen. Der Name konnte sich bei einer Abstimmung knapp gegen die Alternative „Fläming-Kantorei“ durchsetzen.

Fördervereinsvorsitzender Thomas Gandow und Kantor Thorsten Fabrizi. Quelle: Frank Bürstenbinder

Seine Vertonung des mittelalterlichen Gedichts „Stabat Mater“, machte den früh verstorbenen Giovanni Battista Pergolesi (1710-1736) berühmt. Im Mittelpunkt des Werkes steht der Schmerz der Mutter Jesu um ihren gekreuzigten Sohn. Auch die modernere Fassung von Josef Gabriel Rheinberger (1839-1901) wird in den um 1200 errichteten Feldsteinbau zu Gehör gebracht. Dabei ist unter anderem Mozarts selten aufgeführte Missa brevis d-moll sowie Rincks Motette „Befiehl dem Herrn deine Wege“.

Henriette Schein (Sopran) Quelle: Veranstalter

Rund 30 Frauen und Männer werden in Buckau geistliche Chormusik vortragen. Es handelt sich um die talentiertesten Sänger des von Kantor Fabrizi gegründeten Projektchores, in dem jedes Jahr Laien aus Potsdam-Mittelmark, Brandenburg und dem Jerichower Land mit ihren großen Auftritten für Furore sorgen. Der anspruchsvolle Laudate-Ableger wird ergänzt durch die beiden Gesangssolisten Hanna Hagel (Alt) und Henriette Schein (Sopran). Als Orchester konnte Kantor Fabrizi Camerata Hallensis gewinnen, die schon den Projektchor begleitet haben. An der Orgel ist Imke Marks zu hören.

Beim Auftritt in Buckau handelt es sich um die Premiere für den Kammerchor Laudate auf der mittelmärkischen Seite des Kirchenkreises Elbe-Fläming. „Wir sind sehr froh, dass wir den Kantor für die Idee eines Marienkonzertes begeistern konnten“, sagte Fördervereinsvorsitzender Gandow. Der Verein beteiligt sich an den Unkosten der Veranstaltung, für die keinen Eintritt erhoben wird. Dafür bitten die Veranstalter um eine Kollekte, deren Einnahmen für die Restaurierung der nicht mehr vorhandenen Portalfenster gedacht sind. Mit einer Spende von 2000 Euro hat eine Privatperson den Grundstock für eine Erneuerung gelegt.

Hanna Hagel (Alt). Quelle: Veranstalter

Der Schnitzalter mit Maria und den vier heiligen Frauen Katharina, Dorothea, Barbara und Gertrud wurde bereits 2004/2005 restauriert. Gerüchten, wonach der Buckauer Flügelaltar aus der Ziesaraner Burgkapelle stammen soll, erteilt Fördervereinsvorsitzender Gandow eine klare Abfuhr. Denn die Heilige Gertrud gilt als Schutzpatronin der Buckauer Kirche. Die achthundert Jahre alte Grabplatte einer Gertrudis aus Buckau dient als Altarstufe. Der einstige Auftraggeber ließ deshalb eine Statue der heiligen Gertrud in den Altar einbauen. Normalerweise gebührt der Platz der Jungfrau und Märtyrerin Margaretha. Eine Geschichte, die der kostbaren Schönheit des Buckauer Marienaltars nicht schadet.

Von Frank Bürstenbinder

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