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In Buga-Nähe brummt das Geschäft

Handel in Brandenburg/H. zieht gemischtes Zwischenfazit In Buga-Nähe brummt das Geschäft

Vor knapp 60 Tagen startete die Bundesgartenschau. Was brachte sie den Händlern und Gastronomen der Stadt Brandenburg bisher? Die MAZ war unterwegs in der Innenstadt und hat nachgefragt - die Antworten schwanken zwischen vollster Zufriedenheit und großer Enttäuschung.

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Dorina Neie öffnet samstags das Wichern-Buchhaus nun länger.

Quelle: M. von Imhoff

Brandenburg an der Havel. „Sehr viel“, sagt Sandy Dohna (32), Filialleiterin der Buchhandlung Lesensart am Neustädtischen Markt. „Wir haben 30 bis 40 Prozent mehr Kunden.“ Der Umsatz aber sei nur um 20 Prozent gestiegen, weil vor allem Postkarten oder Landkarten gekauft würden. „Es sind gut gelaunte Kunden, die Buga-Gäste, mit Zeit zum Schmökern. Es macht schon Spaß“, erzählt die Buchhändlerin.

30 Prozent mehr Kunden hat auch die Boutique Bonita in der Steinstraße, wie Mitarbeiterin Heike Stoehr sagt. „Die lassen auch Geld hier.“ Anja Schulze-Wilck (46), Inhaberin von Tabakwaren Schulze, kann bisher kaum von den Buga-Gästen profitieren. „Den großen Umsatz bringen sie nicht, sie kaufen Postkarten und Zigaretten, keine Spirituosen.“

„Unsere Besucherzahlen sind wie voriges Jahr, nur haben wir mehr Stress“, schimpft Vito Pig nato vom Stadtcafé Sankt Marco. „Die Buga-Besucher sind total gestresst und wollen innerhalb von fünf Minuten eine Pizza bekommen. Das macht uns verrückt.“

„Es ist zu merken, dass viele Touristen in der Stadt sind, aber wir haben weniger als fünf Prozent mehr Kunden“, sagt Claudia Sebastian (35) von der Raths-Apotheke. „Die Gruppen gehen vorbei.“ Der 28-jährige Mitarbeiter vom Döner-Laden hat dagegen alle Hände voll zu tun: 20 bis 25 Prozent mehr Döner verkauft er. „Besonders an den Wochenenden ist mehr als sonst los.“

Und in Rathenow?

Gibt es einen Buga-Boom in Rathenower Cafés und Restaurants? „Nein, das kann ich nicht sagen. Ich habe definitiv mit mehr Gästen gerechnet“, gesteht Ronny Kraatz, Inhaber des American Monster. Das Lokal bietet neben Pommes Frites und Burger auch Kaffee, Kuchen und Softeis an und liegt in unmittelbarer Nähe des Eingangs zum Optikparks. Zahlreiche Touristen laufen daran vorbei.
„Die meisten gucken auf die Uhr und stellen dann fest, dass die Zeit zu knapp ist“, sagt Kraatz.
In der Innenstadt ist von einem Buga-Ansturm hier wenig zu spüren. „Von den Tagestouristen kommen nur wenige ins Zentrum“, sagt Manuel Ruschitzka von der Eisbar Rokoko. Und: Manche Gäste aus der Region, die sonst hier ihr Eis essen, würden jetzt im Buga-Park sitzen. cs

Ins Schwärmen gerät Lidia Buchanez von Berjoska. Das Geschäft mit Obst und osteuropäischen Lebensmitteln „geht so gut wie nie“ seit Eröffnung vor drei Jahren. Der Laden liegt direkt an der Jahrtausendbrücke, dem Brandenburger Nabel der Bundesgartenschau. Das dortige Brückencafé verkauft eine Eiskugel nach der anderen. Auch dort strömen 30 bis 40 Prozent mehr Kunden hin als sonst, wie Jana Neumann (43) berichtet.

„Wir haben schon Stammkunden, aber der größte Teil sind die Touristen.“ Dass es sehr gut läuft ist einigen Gaststätten von weitem anzusehen. So hat Café Corner am Katharinenkirchplatz die Zahl seiner Sitzplätze im Freien verdoppelt. „Wegen der Buga und weil mehr Gäste draußen sitzen wollen“, so eine Mitarbeiterin. Literatur über Brandenburg ist der Renner in der Wichern-Buchhandlung. Besitzerin Dorina Neie hat samstags jetzt bis 18 Uhr geöffnet und damit fünf Stunden länger als sonst. 40 Prozent mehr Menschen drängen sich nun in den Laden.

Bei der Buchhandlung Thalia hingegen in der Sankt-Annen-Galerie bemerkt Heidi Mendel, Vize-Filialleiterin, zwar auch Touristen. „Aber ob es mehr sind als voriges Jahr kann ich nicht sagen.“ Stefanie Voigt, Inhaberin von Rewe, hört seit dem Buga-Start „viele Dialekte hier im Laden, aber prozentual kann ich es nicht beziffern.“ Nora Müller von der Boutique Frauenzimmer in der Steinstraße ist ernüchtert: „Der Riesenansturm, der uns prophezeit wurde, ist nicht da.“ Das bestätigt sich auch im Schuhhaus Salmann. Dort mischen sich Touristen unter die Kundschaft. Aber laut einer Mitarbeiterin keine Massen.

Von Marion von Imhoff

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