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In der Freizeit auf den Beetzsee

Die Bäckersleute von Radewege In der Freizeit auf den Beetzsee

In der kleinen Dorfbäckerei von Radewege wird jeden Tag gearbeitet. Nur der Montag ist komplett frei. Wann immer es geht, steigen die Bäckersleute Renè und Susanne Kausmann mit ihren vier Kindern in das Familienboot.

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Renè und Susanne Kausmann mit den Kindern Svea, Ann-Kathrin, Fynn und Kjell vor ihrem Haus.

Quelle: Volkmar Maloszyk

Radewege . Bei ihnen ist immer Trubel. Am Vormittag deckt sich die Kundschaft im Laden mit Brötchen und Streuselschnecken ein. Am Nachmittag wuseln vier Kinder durch das Haus. Renè (42) und Susanne Kausmann (38) sind die Bäckersleute von Radewege. Er hat den Meisterbrief, sie ist Fachverkäuferin – das ideale Paar. Selbst am Sonntag ist die Tür für ein paar Stunden offen. Die kleine Bäckerei muss die Familie ernähren.

Die Freizeit ist knapp bemessen. Nur am Montag bleibt die Backstube kalt. „Wenn wir die Ladentür abschlossen haben, geht es raus auf den Beetzsee. Dann legen wir den Schalter auf Erholung um“, sagt Susanne Kausmann. Gerade erst in diesem Jahr hat sich die Familie ein größeres Kajütboot zugelegt. Das ist neun Meter lang und hat schon ein paar Jahrzehnte auf dem Buckel, bietet aber genügend Platz für längere Ausflüge. „Wir fahren schon mal bis nach Berlin und bleiben in den Ferien gern über Nacht“, berichtet Bäckermeister und Freizeitkapitän Renè Kausmann. Immer mit an Bord die Kinder Fynn (4), Kjell (6), Svea (7) und Ann-Kathrin (16).

Im Alltag geht es freilich weniger ruhig zu als auf den Havelgewässern. Für Renè Kausmann ist um 3 Uhr die Nacht zu Ende. Zuerst müssen Brot und Brötchen in den Backofen. Ehefrau Susanne öffnet um 7 Uhr den Laden, während sich die Töchter Ann-Kathrin und Svea für den Schulbus nach Brandenburg beziehungsweise Roskow fertig machen. Dann dreht sich alles ums Geschäft. Für zweieinhalb Stunden herrscht Hochbetrieb in der Bäckerei. Jede Hand wird im Verkauf gebraucht. Angestellte kann sich der kleine Privatbetrieb nicht leisten.

Deshalb bringt Susanne Kausmann ihre Jungs Kjell und Fynn erst gegen 9.30 Uhr mit dem Auto zur Kita nach Weseram, wenn sich der Ansturm gelegt hat. „Soll der Laden laufen, müssen wir uns die Arbeit gut aufteilen. Jeder hat seine Aufgaben“, sind sich die Bäckersleute einig. Nachmittags, wenn alle wieder beisammen sind, geht es im Laden deutlich ruhiger zu. Dann bleibt Zeit für eine Tasse Kaffee. Die Kinder wollen erzählen, was sie den Tag über erlebt haben.

Bis zu ihrem Arbeitsplatz haben es die Kausmanns nicht weit. Nach der Eröffnung ihrer Bäckerei, die in einem ehemaligen Wohnhaus eingerichtet wurde, konnte das Ehepaar das hinterliegende Grundstück von der Kommune erwerben. Als Skandinavienfans ließen sich die Kausmanns ein Schwedenhaus errichten, dass seit 2007 unmittelbar an die Bäckerei grenzt. Zuvor bewohnte die Familie in Radewege-Nord eine Haus zur Miete.

Renè Kausmann gehörte zu den letzten Bäckerlehrlingen der einstigen Brandenburger Großbäckerei Centra. Nach Zwischenstationen in Stendal und Göttingen übernahm er 2002 zunächst die vakante Marzahner Dorfbäckerei von Günter Steller. Aus Göttingen brachte sich der Meister gleich seine künftige Ehefrau mit. 2004 baute sich das Paar in Radewege eine eigene Existenz auf.

Von Frank Bürstenbinder

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