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Brandenburg/Havel In der Gedenkstätte gibt es bald inklusive Führungen
Lokales Brandenburg/Havel In der Gedenkstätte gibt es bald inklusive Führungen
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10:10 22.03.2018
Brandenburg Gedenkstätte Nicolaiplatz Führung durch Menschen mit Behinderung von der Lebenshilfe e.V. Quelle: JACQUELINE STEINER
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Brandenburg/H

In den Gebäuden des „Alten Zuchthauses“ auf dem Brandenburger Nicolaiplatz haben die Nazis 1939 die erste von sechs Mordstätten der sogenannten „Aktion T4“ eingerichtet.

Im Bauwerk, das den Tarnnamen „Landespflegeanstalt Brandenburg a. H.“ erhielt, ermordeten die Faschisten zwischen Januar und Oktober 1940 etwa 9000 kranke und behinderte Menschen aus psychiatrischen Krankenhäusern des nord- und mitteldeutschen Raums einschließlich Berlin mit Giftgas.

Am Mittwoch besuchten Martina Münch (SPD), Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur gemeinsam mit Verena Bentele und Jürgen Dusel, Beauftragter der Landesregierung für die Belange behinderter Menschen, die Gedenkstätte für die Opfer der Euthanasie, um sich über das Projekt „Inklusive Führungen“ zu informieren.

Menschen mit Lernschwierigkeiten führen hier zukünftig bei Bedarf Besuchergruppen durch die Ausstellung. Sie erklären die Organisation der Euthanasie in der Havelstadt anhand von Einzel- und Familienschicksalen und decken die begangenen Ungerechtigkeiten auf.

„Die Idee, dass Menschen mit Behinderung durch diese Stätte führen, ist großartig“, sagt Münch. Dies sei wichtiger denn je. „Gerade heutzutage, wenn wieder Menschenrechte mit Füßen getreten werden, Leute aufgrund Andersseins ausgeschlossen werden und Antisemitismus und Rassismus zunehmen“.

Das Museum wandte sich zur Realisierung des Projekts an die Lebenshilfe, die sich seit 25 Jahren für die Inklusion von Menschen mit Behinderungen einsetzt. Und das Interesse war enorm. Die Organisatoren formierten eine Gruppe von etwa 20 Freiwilligen, die sich insgesamt zehn Monate intensiv auf die Führungen vorbereitete.

„Denn Menschen mit Lerneinschränkung sind genauso wissbegierig wie alle anderen“, sagt Sylvia de Pasquale, Leiterin der Gedenkstätte. „Sie haben nicht nur ein Recht, sich selbst, sondern auch andere zu informieren“. Zwei Teilnehmer mussten ihre Mitarbeit dennoch frühzeitig abbrechen – zu schwer wog für sie das Wissen, damals selbst von den Euthanasiemorden betroffen gewesen zu sein.

Kerstin Latzke (53) blieb jedoch und wird nun durch die Gedenkstätte führen. „Mein Ziel ist es, weiter für eine positive und friedvolle Zukunft zu kämpfen“, sagt sie. „Ich bin froh, dabei zu sein“.

Öffnungszeiten: Donnerstag und Freitag 13 – 17 Uhr, Samstag und Sonntag 10 – 17 Uhr. Der Eintritt ist frei. Anmeldung für eine Führung unter: 03381/7935112 oder Email: brandenburg@stiftung-bg.de

Von Tobias Wagner

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