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In der Miniaturwelt zu Hause

Modellbahntage In der Miniaturwelt zu Hause

Die Brandenburger Modellbahntage locken wieder viele große und kleine Besucher in die Kunsthalle Brennabor, wo insgesamt 12 Vereine – auch aus Sachsen-Anhalt oder Thüringen – die Ergebnisse von vielen Stunden Tüftelei präsentieren. Treffen kann man dort ambitionierte Menschen, die für ihr Hobby brennen und Fantasiemodelle, die zum Staunen einladen.

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Gerhard Zinn und sein Miniatur-Dampfer aus Papier.

Quelle: Melanie Höhn

Brandenburg an der Havel. Ein bisschen aus der Reihe tanzt Gerhard Zinn mit seinem Kartonmodellbau bei den diesjährigen Modellbahntagen in der Kunsthalle Brennabor. Doch auch seine Arbeit hat mit kleinen Teilen und deren exakter Zusammensetzung zu tun. Im Jahr 2003 fing er auf einer Kur in Bad Belzig mit seinem filigranen Hobby an. „Ich wollte etwas aus meinen Händen formen, etwas erschaffen, so dass aus einer am Ende drei Dimensionen entstehen“, sagt der 66-Jährige.

Der gelernte Mess- und Regelmechaniker bastelt oft in den Wintermonaten und erschafft so Modelle des Pariser Eiffelturms, eines Öltankers, der Dresdner Frauenkirche oder eines touristischen Dampfers. Kuttifix – ein Kleber, den es schon zu DDR-Zeiten gab – nutzt er dafür. Die Modelle füllen zusammen mit zahlreichen Büchern einen kompletten Raum in seiner 2,5-Zimmer-Wohnung in der Havelstadt. Da ihm das Papier-Resultat am Ende oft zu instabil ist, füllt er es innen mit Pappe aus.

AlbertMenzel (9) aus Brandenburg an der Havel ist Modellbahnfan

AlbertMenzel (9) aus Brandenburg an der Havel ist Modellbahnfan.

Quelle: M. Höhn

Daneben können in der Kunsthalle auf einer Fläche von fast 600 Quadratmetern Eisenbahn, -Bus oder Automodelle von 12 Ausstellern in den unterschiedlichsten Spurgrößen, Farben und Formen betrachtet werden. Aus der Hauptstadt angereist sind beispielsweise die Modellbahn- und Busfreunde, sechs ehemalige Busfahrer, die die Leidenschaft der Miniaturwelt verbindet. Jeder von ihnen hat die Verantwortung für ein eigenes Modul, am Ende wird dann alles zu einer meterlangen Fantasielandschaft mit Bergpanorama zusammengesetzt.

Detailreiche Winterlandschaft

Detailreiche Winterlandschaft.

Quelle: M. Höhn

Zwei- bis dreimal im Jahr reisen sie damit durch das Land und präsentieren das Ergebnis, in dem unzählige Stunden Arbeit steckt. „Es ist ein zeitintensives Hobby“, sagt Mitglied Jürgen Gerling. Bei ihren Ausstellungen wollen sie vor allem die Kinder mit einbeziehen und bauen sogar Märchenrätsel in ihre Landschaften ein: In welchem Haus hat Rapunzel gelebt, wie sahen die Bremer Stadtmusikanten aus? Zusammen besitzen sie etwa 100 Autos und Busse, aber auch viele Bahnen und Schienen. Jeder von ihnen hat sein eigenes Spezialgebiet: Einer kümmert sich um die Elektrik, ein anderer baut lieber Modellbau oder steuert den Computer.

Mike Priewisch von den Brandenburger Modellbahnfreunden

Mike Priewisch von den Brandenburger Modellbahnfreunden.

Quelle: M. Höhn

Gegenüber von ihnen steht Sebastian Lutz mit seinen zwei Kollegen des Rathenower Modelleisenbahn-Vereins und stellt einen Rangierbahnhof sowie verschiedene Streckenmodule im Maßstab 1:43,5 aus. Dem 39-Jährigen wurde die Begeisterung für Eisenbahnen bereits in die Wiege gelegt: „Ich komme aus einer Reichsbahn-Familie, sowohl mein Vater, als auch meine Onkels und Cousinen waren dort beschäftigt.“ Der Vater war Rangierer, danach Stellwerksmeister.

Wegen einer Rot-Grün-Schwäche hat Sebastian Lutz jedoch seine gewünschte Ausbildungsrichtung im Zugbegleitungsdienst nicht bekommen und lernte stattdessen den Beruf des Bau-Geräteführers. Mit einer Funkmaus steuert der Vereinsvorsitzende Volkmar Ernst die Rangier-Lok, die sich sogar akustisch mit einem lauten Dröhnen zu erkennen gibt. Der neunjährige Albert Menzel schaut gespannt zu, wie die Lok mittels einer digitalen Kupplung und Magnet-Technik die Güterwagons greift.

Jürgen Gerling von den Modellbahn- und Busfreunden Berlin

Jürgen Gerling von den Modellbahn- und Busfreunden Berlin.

Quelle: M. Höhn

Ein paar Meter weiter sind die riesigen Fantasiestrecken der Brandenburger Modellbahn-Freunde zu sehen. Der Verein zählt inzwischen etwa 30 Mitglieder. Mike Priewisch ist schon seit 14 Jahren einer von ihnen, ihm bereitet vor allem das Basteln und Tüfteln in der Gemeinschaft Freude. Bereits seit 1969 beschäftigt er sich mit dem Modellbau.

Info: Auf einem kleinen Markt können Ersatzteile oder verschiedene Modelle erworben werden. Noch bis zum 29. November finden die Modellbahntage in der Kunsthalle Brennabor statt, Geschwister-Scholl-Straße 10 bis 13. Öffnungszeiten Samstag und Sonntag von 10 bis 18 Uhr, Eintritt 4,50 Euro, Kinder ab sechs Jahre 3 Euro. Für Kindergartengruppen ab 10 Personen ein Euro pro Person. Familienkarte: 10 Euro, zwei Erwachsene und maximal drei Kinder. Am Sonnabend, 27.11.2010, findet außerdem ein kleiner Weihnachtsmarkt in Zusammenarbeit mit „appletree-Brandenburg, Kaffee-Orange, Fotografie mit Fantasie und dem Musikstore, und dem Besuch des Weihnachtsmannes, statt.

Von Melanie Höhn

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