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Brandenburg/Havel In der Pfarrscheune wird angeheizt
Lokales Brandenburg/Havel In der Pfarrscheune wird angeheizt
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00:18 10.07.2017
Fördervereinsvorsitzender Jan van Lessen (l.) und Gemeindekirchenratsmitglied Norbert Schwarz vor dem Backofen, der an diesem Sonnabend wieder in Betrieb genommen wird. Quelle: Frank Bürstenbinder
Hohenferchesar

Wann der Backofen das letzte Mal angefeuert wurde, kann heute niemand mehr genau sagen. Möglicherweise in der Nachkriegszeit. Über Jahrzehnte blieb der Schornstein der Pfarrscheune kalt, teilweise hatte man ihn sogar abgetragen. An diesem Sonnabend erlebt Hohenferchesars letzter historischer Steinbackofen seine feierliche Wiederinbetriebnahme. Ab 16 Uhr wird Lars Tiedemann aus Tieckow die ersten Brote aus der Hitze holen. Das öffentliche Anbacken bei etwa 270 Grad ist eine weitere Etappe bei der Sanierung des kirchlichen Anwesens, wobei derzeit die auf dem Hof des Pfarrhauses stehende Scheune im Mittelpunkt steht. Ein weiterer Schritt zur Verschönerung des Ortsbildes.

Anbacken und Scheunenfest

Auf dem Pfarrgehöft wurde vermutlich in früheren Zeiten für den eigenen Bedarf gebacken. Steinbacköfen werden heutzutage wieder in Bäckereien, aber auch wieder als Gemeinschaftsbacköfen in Dörfern errichtet. Es gibt ebenso fahrbare Steinbacköfen für den privaten Gebrauch.

Das Pfarrhaus in Hohenferchesar gehört zum historischen Ortsbild, wie es nach dem großen Brand 1827 entstand. Fast alle Gebäude wurden dabei zerstört. Typisch für das alte Hohenferchesar: Der mittig angelegte Hauseingang, dessen Flur geradewegs bis zum Hof reicht.

An diesem Sonnabend beginnt nicht nur um 16 Uhr das öffentliche Anbacken mit musikalischer Umrahmung in der Pfarrscheune. Bereits ab 14 Uhr bis in den späten Abend lädt der Feuerwehrverein Hohenferchesar zum Scheunenfest vor dem Gerätehaus ein.

„In vielen freiwilligen Arbeitsstunden haben sich Mitglieder und Unterstützer des Kirchenfördervereins Havelsee an die Rettung der Pfarrscheune gewagt, ohne die eine Wiederbelebung des Backraums sinnlos gewesen wäre“, berichtet Vereinsvorsitzender Jan van Lessen. Wichtigste Aufgabe war deshalb die Neueindeckung des altersschwachen Scheunendachs mit Biberschwänzen nach historischem Vorbild. Außerdem mussten marode Balkenteile ausgewechselt werden. Die Fenster des Backraums hatten eine Aufarbeitung nötig. Ein neuer Schornstein wuchs wieder in die Höhe. Weil das gesamte Pfarrgehöft unter Denkmalschutz steht, gab es eine enge Abstimmung mit den Aufsichtsbehörden.

Die Pfarrscheune hat ein neues Dach bekommen. Links ist der Eingang zum Backraum. Quelle: Frank Bürstenbinder

Fachleute gehen davon aus, dass der Steinbackofen um die Zeit vor dem Ersten Weltkrieg entstanden ist. Das feuerfeste Mauerwerk selbst befand sich in einem robusten Zustand. „Wir haben einige Lehmfugen ausgebessert und die Ofentüren aufarbeiten lassen. Aus den Resten des alten Schornsteins musste jede Menge Schutt entfernt werden. Auch den Backraum selbst haben wir auf Vordermann gebracht“, sagte Gemeindekirchenratsmitglied Norbert Schwarz der MAZ.

Finanziell unterstützt wurden die Arbeiten über das EU-Förderprogramm zur ländlichen Entwicklung LEADER, aus dem die Lokale Aktionsgruppe Fläming-Havel (LAG) auch kleinteilige Maßnahmen wie in Hohenferchesar unterstützt. Außerdem beteiligte sich die Alfred-Flakowski-Stiftung in Brandenburg mit einer Geldspende an der Restaurierung des Backofens. Mangels Erfahrung muss der Förderverein zur heutigen Premiere auf Hobby-Bäcker Lars Tiedemann zurückgreifen. Der Tischler und Drechsler aus Tieckow ist auch für seinen mobilen Holzbackofen bekannt, mit dem er auf Dorf- und Hoffesten unterwegs ist. „Wir lassen uns nach und nach in die Geheimnisse des Brotbackens und der Teigherstellung einweisen“, meinte Fördervereinsvorsitzender van Lessen. Neben Brot werden heute auch Pizzastücken und Kuchen den im Vorfeld schon einmal durchgeheizten Ofen verlassen.

Das Pfarrhaus in Hohenferchesar. Quelle: Frank Bürstenbinder

In Zukunft soll es in Hohenferchesar mehrmals im Jahr öffentliche Backtage geben. Auch für Gäste im Pfarrhaus dürfte frisches Brot vom eigenen Hof zu einer Attraktion werden. Das an der Alten Dammstraße gegenüber der Kirche gelegene Pfarrhaus ist rund 170 Jahre alt und dient heute der Kirchengemeinde Havelsee teilweise als Gästehaus und Winterkirche. Ein Seelsorger wohnt schon lange nicht mehr in Hohenferchesar. Die Kirchenmitglieder im Dorf werden von Pfarrerin Diana Bernitt-Pschwerwankowski aus Pritzerbe betreut.

Von Frank Bürstenbinder

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