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Von der U-Haftzelle nach Eisenhüttenstadt

Gerichtsurteil gegen jungen Inder Von der U-Haftzelle nach Eisenhüttenstadt

Rahul S. (28) ist einem halben Jahr in Untersuchungshaft zwar wieder ein auf Bewährung freier Mann. Doch für den wegen sexueller Nötigung verurteilten Inder sind damit längst nicht alle Probleme gelöst. Er wechselt vom Gefängnis nach Eisenhüttenstadt ins Erstaufnahmelager. Dort entscheidet sich sein weiteres Schicksal.

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Die Bewährungsstrafe bedeutet für den Angeklagten auch keine Lösung.

Quelle: dpa

Brandenburg/H. Rahul S. (28) ist seit dieser Woche nach einem halben Jahr in Untersuchungshaft zwar wieder ein auf Bewährung freier Mann. Doch für den Inder sind damit längst nicht alle Probleme gelöst. Er wechselt vom Gefängnis ins Erstaufnahmelager nach Eisenhüttenstadt. Dort entscheidet sich das weitere Schicksal des Mannes, der wegen versuchter sexueller Nötigung und Körperverletzung zu anderthalb Jahren Haft auf Bewährung verurteilt wurde.

Der Angeklagte wollte dem Schöffengericht Brandenburg nicht verraten, wie lange er schon in Deutschland lebt. Sein bisheriger Aufenthalt in Brandenburg war womöglich illegal, denn erst fünf Monate nach seiner Festnahme stellte der junge Mann über seinen Rechtsanwalt einen Asylantrag. Die Entscheidung darüber steht aus.

Dagegen hat das Schöffengericht sein Urteil nach drei Prozesstagen gefällt. Rahul S. erhält wegen seines sexuellen Übergriffs am 20. Juni 2015 in Hohenstücken 18 Monate Gefängnis auf Bewährung und muss 150 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. Richterin Susanne Götsche hielt dem in Deutschland nicht vorbestraften Mann zugute, dass sein Opfer es ihm mit ihrem Verhalten in der fraglichen Sommernacht leicht gemacht.

Am Vorabend und in den frühen Morgenstunden des 21. Juni 2015 war der Inder zu Gast in der Wohnung einer 25 Jahre alten Brandenburgerin. Obwohl sie wusste, dass er sie nach eigenem Bekunden liebt, und er an jenem Abend stark betrunken war, gestattete sie dem Bruder ihres Ex-Freundes bei ihr zu übernachten. Das war keine gute Idee.

Denn zu vorgerückter Stunde, als andere Gäste nach Hause gegangen waren, fiel Rahul S. über die vierfache Mutter her. Mit Gewalt versuchte er, Sex mit ihr zu erzwingen. Die junge Frau wehrte sich heftig, biss ihm ins Ohr, trug aber auch ihrerseits Kampfverletzungen davon. Im Endeffekt wehrte sie den Wüstling ab und rief noch rechtzeitig Hilfe.

Rahul S. behauptet, er könne sich an die Geschehnisse jener Nacht wegen seines Alkoholkonsums nicht mehr erinnern. Sollte es wie geschildert gewesen sein, dann täte ihm das leid.

Staatsanwalt Alfred Wenzel und Nebenklagevertreter Michael Manczak forderten 20 Monate Haft für den Angeklagten, dessen Verteidiger hielt eine achtmonatige Bewährungsstrafe für ausreichend.

Von Jürgen Lauterbach

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